Pflegefamilien gesucht – Basisstation werden

Pflegefamilien gesucht – Basisstation werden

Pflegefamilie gesucht – Basisstation werden

Pflegefamilie sein: Filmreif!

In diesem Jahr begeht der Geschäftsbereich „Pflegefamilien“ des St. Elisabeth-Verein e. V. sein 25-jähriges Jubiläum. Viele Kinder und junge Menschen sind in dieser Zeit in den Pflegefamilien, die von uns beraten und begleitet werden, erwachsen geworden. Es gab unzählige Glücksmomente, aber auch oft genug „dicke Luft“, die alle Beteiligten herausforderte.

„Langer Atem“ gehört wohl zur Grundausstattung all jener Menschen, die sich der Aufgabe öffnen, ein zunächst fremdes Kind in ihrer Familie aufzunehmen. „Langer Atem“ und Mut gehören auch für die Kinder und Jugendlichen dazu, wenn sie sich auf den Weg machen, in einer unbekannten (Familien-)Welt Fuß zu fassen. Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen. Es braucht: „Langen Atem“- immer wieder. Und „dicke Luft“ macht für gewöhnlich das Atmen für alle in der Familie nicht leichter …

Geschafft haben es trotzdem so viele! Wechselseitige Geduld haben sie bewiesen, Erwachsene und Kinder sind miteinander, aneinander gewachsen. Sie haben tragfähige, innige Beziehungen entwickelt, die häufig über die gemeinsam gelebte Familienzeit hinausreichen.

Finden Sie nicht auch, dass das „filmreif“ ist?

Basisstation gesucht. „Play!“

Wir sind eindeutig aufgeregt, als wir „Play“ drücken dürfen: zum ersten Mal am 06.08.2018. Der Rohschnitt unseres Films „Basisstation gesucht“ ist fertig. Es ist ein besonderer Moment – ein unsicherer und hoffnungsvoller Moment gleichzeitig. Der Film beginnt. Läuft. Endet.

Wir sind …!

Moment, das geht jetzt zu schnell.

Realität am Dienstagmorgen: Pflegefamilien gesucht!

Pflegefamilien gesuchtAn einem jeden Dienstag tagt das Aufnahmeteam unseres Geschäftsbereichs. Unzählige Anfragen von Jugendämtern zur Unterbringung von Kindern in Familien liegen vor und werden besprochen. Wenn Sie nun denken, das ist ein lediglich „formaler Akt“ für uns, dann täuschen Sie sich. Hinter jeder Anfrage verbirgt sich die Biographie eines Kindes oder Jugendlichen. Es sind ergreifende Biographien, die, so unterschiedlich sie im Einzelnen vielleicht sein mögen, eines gemeinsam haben: Die Kinder und Jugendlichen können oder wollen nicht – oder derzeit nicht – in ihren leiblichen Familien leben. Hinter jeder „formalen“ Anfrage versteckt sich folglich auch der stumme Wunsch eines (manchmal sehr) jungen Menschen: Basisstation gesucht!

Es liegt nahe, dass wir (als Fachteam) uns Menschen wünschen, die (Pflege-)Eltern für diese Kinder sein wollen. Aber, wie sage ich gerne: „Wunsch geteilt durch Wirklichkeit minus 20 % ergibt: Realität.“

Und Realität – in unserem Falle – bedeutet:

Es gibt Basisstationen nicht wie Sterne am Himmel…

Angesichts dieser Realität beginnt dann auch für unseren Geschäftsbereich die Auseinandersetzung mit einem Prozess, der in anderen Berufsfeldern „Akquise“ genannt wird: Wie kann es uns gelingen, Menschen für die Aufgabe „Pflegefamilie sein“ zu begeistern? Wie finden wir jene Menschen, die Kinder in schwierigen Lebenslagen unterstützen und tragen wollen und bisher noch nicht an die Möglichkeit „Pflegefamilie werden“ gedacht haben? …

Wie es gekommen ist, weiß ich gar nicht mehr genau (vielleicht haben uns die letzten 25 Jahre Mut gemacht?) aber irgendwann sind wir uns sicher: Wir wollen einen Film drehen (lassen)! Nicht irgendeinen seltsamen (Werbe-)Film, darüber sind wir uns schnell einig. Wir wollen einen Film, der „echt“ ist: Einen Film, der seinen Ausgangspunkt bei den Menschen und ihren Erfahrungen hat. Einen Film, der eine Geschichte erzählt, die nur erzählt werden kann, weil die Geschichten hinter der Geschichte Bedeutung erhalten und weil die Menschen hinter den Geschichten uns ihre Bilder für die Geschichte schenken. Klingt kompliziert? Man kann sich leichtere Ziele setzen … auch das merken wir schnell. Wir machen uns trotzdem auf den Weg – zusammen mit Menschen, die wissen wovon sie sprechen: Mit ehemaligen Pflegekindern, mit Pflegefamilien und mit einem Kameramann, der plötzlich so viel mehr sein wird, als ein Kameramann.

Geschichten für die Geschichte: Ehemalige Pflegekinder erzählen

Wie packen wir eine ganze Welt in zwei Minuten? All die Erfahrungen, Gefühle, Stimmungen? Mir ist seltsam. Wir haben heute unseren ersten Termin mit Herrn Schuchardt von kamermann24.

Wir berichten von unserer Idee, einen „besonderen“ Film drehen lassen zu wollen, einen Film, der die Geschichten ehemaliger Pflegekinder aufnimmt, ihre Erfahrungen in der Pflegefamilie sichtbar werden lässt und: der Mut macht. Ein Film mit intensiven Bildern soll entstehen – denn wir haben es mit intensiven Biographien zu tun, mit intensiven Leben und mit der intensiven Aufgabe „Pflegefamilie sein“. Wir skizzieren Hintergründe unserer Arbeit, erzählen von unserem (Leit-)Bild „Basisstation gesucht“ und zeigen natürlich auch die Postkarte … Wir haben Ideen im Kopf, aber wir haben noch nie eine Idee filmisch umgesetzt. Wir sind Anfänger – Herr Schuchardt nicht. Er ist dafür Anfänger bezüglich der Themen „Pflegefamilien“, „Pflegekinder“. Kann spannend werden, denke ich.

Pflegefamilien gesucht – Pflegekinder gefunden …

Pflegefamilien gesucht„Erste Hilfe“ für uns kommt von zwei Menschen, denen wir nicht genug danken können: Nadine und Thomas. Nadine und Thomas sind erwachsen. Und ehemalige Pflegekinder. Und großartig.

Beide erklären sich bereit, sich von uns, in der Vorbereitung des Films, interviewen zu lassen. Wir verabreden uns zu zwei getrennten Interviewterminen, bei denen wir nicht nur Fragen im Gepäck haben, sondern Herr Schuchhardt auch noch die Kamera aufbaut …

Es sind intensive Gespräche, die wir mit Nadine und Thomas führen. Wir sprechen über die Zeit in ihren leiblichen Familien, über schöne Momente und schlimme. Nadine und Thomas teilen mit uns ihre Erfahrungen. Erfahrungen, die ihnen als noch jungen Kindern schmerzlich eindeutig klar machen: Hier geht es im Moment nicht weiter. Miteinander geht es im Moment nicht weiter.

Wir werden mitgenommen auf ihre (langen) Wege hin zu den Pflegefamilien, bei denen sie schließlich erwachsen geworden sind. Nadine und Thomas lassen uns ihre Geschichten hören; sie erzählen uns wie es war, in einer „fremden“ Familie zu leben, Vertrauen zu fassen, zu lieben und zu streiten.

Wir haben einen Kloß im Hals, Tränen in den Augen, Gänsehaut … das, was Nadine und Thomas zu sagen haben ist ebenso schmerzlich wie ermutigend.

Herr Schuchardt ist jetzt kein Anfänger mehr bei den Themen Pflegekinder/Pflegefamilien.

Pflegefamilie werden: Ehemalige Pflegekinder machen Mut

„Ich wünsche mir, dass Menschen sich zutrauen, Pflegefamilie zu sein und Kindern zu helfen“, sagt Thomas. „Ich habe mir so sehr gewünscht in einer Familie zu leben, nicht länger im Heim.“

„Meine Pflegeeltern haben mir zugehört, mit mir gesprochen, Geduld gehabt und mich unterstützt. Sie wollten mich verstehen. Sie waren da, auch wenn es schwierig wurde. Und sie sind es immer noch“, sagt er auf die Frage, wodurch/womit ihm seine Pflegeeltern besonders geholfen haben.

„Zeit haben meine Pflegeeltern mir geschenkt und Halt – viel Halt. Sie haben an meiner Seite und mir zur Seite gestanden. Ich konnte mich auf sie verlassen. Und im Rückblick ist das, was damals genervt hat, so wertvoll. Hier in meiner Pflegefamilie bin ich zu einer selbständigen jungen Frau geworden“ sagt Nadine und schließt an: „Ich als Elternteil würde sein wollen wie meine Pflegeeltern.“

Pflegefamilien in Farbe: Wie aus Geschichten ein Drehbuch und ein Film wurde

Nadine und Thomas. Erinnerungen. Geschichten. Bilder.

Wir sind unbeschreiblich dankbar, dass ihr so offen mit uns gesprochen habt. Dass ihr unser Filmprojekt unterstützt. Dass ihr Menschen ermutigen wollt, Pflegeeltern zu werden. Und wir haben gehörigen Respekt. Vor euch, vor euren Erfahrungen. Wir wollen einen Film drehen, der euch und euren Lebensgeschichten gerecht wird. Ich weiß zwischendurch nicht recht, ob ich Angst vor meiner eigenen Courage bekommen soll.Wir schreiben ganze Whiteboards voll, entwickeln Bilder, verständigen uns über Stimmungen und Botschaften, die in eurem/unserem Film Platz haben sollen.

Pflegefamilien gesuchtHerr Schuchardt ist Experte für die Möglichkeiten der filmischen Umsetzung. Wir sind immer noch Anfänger und deshalb ein wenig anstrengend. Und doch liegt am Ende die Idee für ein Drehbuch vor uns. Ein Drehbuch, das sich allerdings nur umsetzen lässt, wenn Menschen uns unterstützen, die wissen, wovon sie sprechen. Nadine und ihre Pflegeeltern werden sich erneut mit Herrn Schuchardt treffen. Alle drei werden „in Farbe“ in unserem Film „Basistation gesucht!“ zu sehen sein. Wie die drei es fanden, mit Teilen ihrer Geschichte vor der Kamera zu stehen, erzählen sie uns vielleicht bei der Uraufführung von „Basistation gesucht“. An jenem Tag, an dem wir die Menschen feiern werden, denen es gelungen ist, miteinander einen „langen Atem“ zu haben. 25 Jahre Geschäftsbereich „Erziehungsstellen“ sind mehr als 25 Jahre vergangene Zeit. Es sind 25 Jahre voller Glück, „dicker Luft“ und „langem Atem“. 25 Jahre voller Geschichten echter Menschen.

25 Jahre Pflegefamilien in Hessen: Wir drücken gemeinsam „Play“

Der Film „Basisstation gesucht“ ist wirklich fertig. Heute habe ich zu einem unserer Geschäftsbereichsleiter, zu Herrn Kasper, gesagt: „Jetzt muss er alleine laufen.“ Es fühlt sich seltsam an. Vielleicht, weil es so ein langer Weg hin zu diesem Film war. Dieser Film hat Nadine, Thomas und ihre Familien so sehr gebraucht: sie waren inspirierende, mutige, aufgeschlossene und engagierte „Geburtshelfer“. Erst mit ihnen hatten wir Geschichten, um eine Geschichte erzählen zu können. „Basisstation gesucht“ hat Herrn Schuchardt Fachkompetenz als Kameramann gebraucht und sein unbedingtes Engagement für die Geschichten hinter der Geschichte des Films. Herr Schuchardt war viel mehr als ein Kameramann! Und das Engagement seiner Familie war das Geschenk, das er uns – quasi im Vorübergehen – gemacht hat. Ein kleines Mädchen und ihre Familie haben den Film möglich gemacht – wer würde in unserem Film die Basisstation suchen, wenn diese Menschen nicht den Willen und die Ausdauer gehabt hätten, das Filmprojekt zu unterstützen.

Und sind wir ehrlich: Der Film „Basisstation gesucht“ hat 25 Jahre Geschäftsbereich „Erziehungsstellen“ gebraucht. All die Menschen, ihr Engagement, ihren Mut und ihre Geschichten. 25 Jahre Pflegefamilien im St. Elisabeth- Verein e. V. Wir sagen: DANKE! Und: „Play!“

Den Film können Sie auf dieser Seite ab Montag, den 24.09.2018 sehen. Wir freuen uns über Rückmeldungen.

Pflegefamilien gesucht … Wir laden Sie ein, mit uns Kontakt aufzunehmen. Hier ist der Link.

Autorin: Esther Schmitt

Lobbyarbeit für Pflegekinder

Lobbyarbeit für Pflegekinder

Die Vertrauensgruppe macht Lobbyarbeit für Pflegekinder

Die Vertrauensgruppe der Pflegefamilien vom St. Elisabeth-Verein setzte heute am 20.08.2018 ihre Treffen mit Politikern fort. Wir berichteten schon in einem Magazinbeitrag darüber. Heute ist Handam Özgüven (Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis 13 – Marburg Biedenkopf) zu Gast. Frau Özgüven ist Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht. Sie ist seit Dezember 2015 im hessischen Landtag. Sie hat sich stark dafür eingesetzt, dass die Kinderrechte in der Novellierung der hessischen Verfassung einen Niederschlag finden. Dies scheint zu gelingen.

Drei Vertreter berichten…

Für die Vertrauensgruppe berichten stellvertretend der Sprecher Heinz Jürgen Schleich, Ernst Prall, Uwe Wüst und Wilma Jung über ihre die Tätigkeit als Pflegefamilie. Insgesamt lebten oder leben in den anwesenden Pflegefamilien 15 Pflegekinder.

Ziel des fachpolitischen Austauschs ist es, die Politiker für die Themen Care Leaver, Pflegekinder mit Behinderung verbunden mit dem Wechsel zum überörtlichen Träger der Eingliederungshilfe und zum Heranziehungsbeitrag für Jugendliche in Ausbildung zu sensibilisieren.

Aus dem Leben von Pflegefamilien und Pflegekindern

Herr Schleich erzählt von den bisherigen Aktivitäten der Vertrauensgruppe. So war z.B. Ernst Prall für die Vertrauensgruppe aktuell bei der Anhörung zum Gesetzentwurf für ein Gesetz zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes im sozial- und integrationspolitischen Ausschuss. Dazu gab es einige Schreiben der Vertrauensgruppe an die Petitionsausschüsse des Landes und des Bundes zu den oben genannten Themen.

Seine Erzählfluss gefunden, spricht Heinz Jürgen Schleich gleich von einem realen und aktuellen Beispiel:  Sein heute erwachsener und in Ausbildung befindlicher Pflegesohn hat in der nächsten Woche eine Termin bei der wirtschaftliche Jugendhilfe seines zuständigen Jugendamtes. Es geht um Heranziehungsbeitrag von seinem Ausbildungsgeld. Aufgrund seines Alters möchte er selbst zum Mitarbeiter des Amtes gehen.

Er nimmt die beiden Antworten des Petitionsausschusses mit. Ziel ist es, dass die wirtschaftliche Jugendhilfe nur 50% seiner Einkünfte einbehält. Diese Regel soll auf Bundesebene durchgesetzt werden, so die Aussage im Antwortschreiben des Petitionsausschusses auf Bundesebene.

Lobbyarbeit für Pflegekinder – positive Resonanz von Frau Özgüven

Lobbyarbeit für PflegekinderFrau Özgüven ist beeindruckt von dem Einsatz der Pflegefamilie, vor allem auch vom emotionalen Engagement für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen.

Uwe Wüst erzählt von seinen ersten beiden Pflegesöhnen, die mit einer geistigen Behinderung zu ihnen in die Familie gekommen sind. Aktuell leben sie in einer beschützenden Einrichtung und sind heute 30 und 26 Jahre an. Einer der beiden lebt im Bereich des Betreuten Wohnens. Der Auszug damals verzögerte sich aufgrund von baulichen Maßnahmen in der Einrichtung. Das Jugendamt machte dem zuständigen Sozialarbeiter Druck, damit der Junge zwischenzeitlich in eine Einrichtung kommt. Die Familie konnte diese Haltung überhaupt nicht verstehen und wäre der Sozialarbeiter nicht so engagiert gewesen, dann wäre die Gefahr einer Retraumatisierung gegeben. Und wir haben uns in unserem Engagement nicht wertgeschätzt gesehen.

Partner auf Augenhöhe – das wünschen sich Pflegefamilien

„Wir kommen uns als Pflegefamilien oft als Bittsteller vor, obwohl wir nur das Beste für die Kinder wollen. Wir wünschen uns eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Und wir kennen die Situation, dass schon 16 jährige Jugendliche einen Bogen vom Jugendamt bekommen, wo sie sich einschätzen soll, was sie schon alles können. Es wird indirekt Druck gemacht, dass die jungen Menschen früh aus der Hilfe kommen. Und wenn 75 % einbehalten werden, dann können die jungen Menschen gar nichts ansparen für den Übergang in die Selbstständigkeit. Es ist einfach unfair, wenn eh schon benachteiligte Pflegekinder im Vergleich mit ihrer Peergroup die Erfahrung machen, dass sie zurückstehen.“

Wie wird die Zukunft werden?

Frau Jung berichtet davon, dass sie aus ihrer Arbeit als sozialpädagogische Fachkraft weiß, wie sensibel die Übergänge sind und wie schnell diese schief gehen können.

Ihre beiden Pflegekinder sind mit 11 und 12 Jahren gekommen und das aus einer Zeit der vielen Wechsel und einer Odyssee in anderen Hilfeformen. Und jetzt fangen sie langsam an, sich in das Familienleben zu integrieren. Heute sind sie 15 und 16 Jahre. Beide bekommen eine Rente aus dem Opferentschädigungsgesetz. Das Eis ist wirklich dünn.

„Und ich mache mir heute schon Gedanken dazu, wie der Übergang gut gelingen kann. Für die beiden wünsche ich mir, dass es auch mit dem zuständigen Jugendamt und eventuell weiteren Kostenträgern zu einem guten Weg kommen kann.“

Frau Özgüven kann alle Aspekte gut verstehen. Sie wäre gerne im sozial- und integrationspolitischen Ausschuss und wird sich bei einer Wiederwahl in ihrer Fraktion dafür bewerben. Das Thema interessiert sie aufgrund ihrer fachanwaltlichen Qualifikation in Familienrecht sehr. Für heute verspricht Sie den Pflegefamilien, dass sie ihre Anliegen gerne an die fachpolitischen Sprecher weitergeben wird.

„Würden die Jugendämter die Übergänge der jungen Menschen sanfter und einfühlsamer gestalten, dann hätten viel junge Erwachsene deutlich bessere Chancen und Möglichkeiten für die eigene Selbstständigkeit“,

sagen Uwe Wüst und Heinz Jürgen Schleich zum Abschluss.

Und Frau Jung bringt es auf den Punkt:

„Es geht um kleine inhaltliche Felder, jedoch mit einer großen Wirkung auf die jungen Erwachsenen und ihre Zukunft“

Alle sind sich einig wie wertvoll der gemeinsame Termin für das bessere und gegenseitige Verständnis war.

Möchten Sie Pflegefamilien beim St. Elisabeth-Verein werden, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Hier ist der Link!

Ein Buchtipp für Pflegefamilien: Der Findefuchs

Ein Buchtipp für Pflegefamilien: Der Findefuchs

„Der Findefuchs: Wie der kleine Fuchs eine Mutter bekam“ ist unser aktueller Buchtipp für Pflegefamilien

Eine Rezension von Pamela Premm...

Der Findefuchs gehört zu den Klassikern der Erstlesebücher und ist ein empfehlenswerter Buchtipp für Pflegefamilien. Mein Sohn hat ihn in der zweiten Klasse durchgenommen. Die kurze, aber prägnante Geschichte wird von Irina Korschunow erzählt. Sie beschreibt eine Füchsin, die einen verlassenen, kleinen Fuchs bei sich aufnimmt und ihn instinktiv umsorgt als wäre es ihr eigenes Kind. Die tragische und liebevolle Geschichte zieht immer wieder Parallelen zu den Alltagserfahrungen von Pflegefamilien. Sie kann Pflegekindern und leiblichen Kindern ab drei Jahren dabei helfen, die Situation besser zu begreifen und Erlebtes zu verarbeiten.

Der Findefuchs handelt von Nächstenliebe und Fürsorge

Der kleine Fuchs ist allein im Wald. Buchtipp für PflegefamilienEr wimmert und weint. Seine Mutter wurde von einem Wilderer erschossen und seitdem kümmert sich niemand mehr um den kleinen Fuchs. Er ist hungrig und halb erfroren, als die Füchsin ihn findet. Instinktiv nimmt sie sich seiner an und versorgt sie ihn mit allem, was der kleine Fuchs braucht. Sie schenkt ihm Nahrung, Wärme und Geborgenheit. Ganz so, als wäre es ihr eigenes Kind. Der kleine Fuchs fühlt sich angenommen, geliebt und genährt und findet schnell seinen Platz in der neuen Familie mit den drei Geschwistern. Die Füchsin macht keinen Unterschied zwischen dem Findefuchs und ihren eigenen Kindern. Die Geschwister-Füchse machen auch keinen Unterschied und tollen und spielen mit ihm als wäre er schon immer da gewesen. Im Gegenzug schenkt der kleine Fuchs seiner neuen Familie sein Vertrauen und seine Liebe.  

Der Findefuchs gibt Pflegekindern Hoffnung

Nicht immer sind Eltern in ihrer eigenen Not in der Lage, ein Kind bei sich zu behalten. Tragische Ereignisse können gar zum Verlust der Eltern führen. Kleine Kinder verstehen oftmals gar nicht, was mit ihnen in einer solchen Situation geschieht. Auf gefühlvolle Weise vermittelt der Findefuchs, dass es eine Bauchmama und eben auch eine Pflegemama gibt, die es mindestens genauso liebt und versorgt. Vielen Pflegekindern schenkt der Findefuchs Hoffnung. Es vermittelt: „Hab keine Angst. Vieles ist fremd und neu für Dich und vielleicht hattest Du nicht den besten Start ins Leben. Aber wir kümmern uns um Dich, bis Du auf eigenen Beinen stehst und machen dabei keinen Unterschied zu unseren eigenen Kindern. Wir lieben Dich und nehmen Dich an, so wie Du bist und halten ein warmes Nest für Dich bereit.“

Dabei kann ein Pflegevater oder eine Pflegemutter den gleichen Stellenwert einnehmen, wie eine liebende und fürsorgliche, leibliche Mutter. Ebenso wie ein Pflegekind einen gleichberechtigten Platz in der Familie einnimmt.

„Wer drei Kinder hat, braucht keinen Findefuchs!“

Der Weg zur Pflegefamilie ist holprig und mit einigen Unwägbarkeiten verbunden. Nicht selten werden Pflegeeltern Steine in den Weg gelegt. Als die Füchsin sich entschließt, den Findefuchs mit nach Hause zu nehmen, kann sie noch nicht wissen, welche Herausforderungen auf sie warten. Da gibt es den Jagdhund des Wilderers, der es auf die Füchsin und ihrem Findelkind abgesehen hat und der Dachs, der darin einen ordentlichen Happen zum Abendessen sieht. Doch mutig besteht die Füchsin alle Proben. Selbst als die Nachbarin die Füchsin kopfschüttelnd und mit deutlichen Worten zurechtweist, stellt sie sich vor ihr viertes Kind. Auch Pflegeeltern stoßen nicht immer bei jedem auf Nächstenliebe. Nicht selten haben Bekannte und Nachbarn Vorbehalte, wenn Familien ein Pflegekind aufnehmen wollen. Dann müssen Pflegeeltern stark sein und für die Familie und das zukünftige Pflegekind einstehen.

Der kleine Fuchs hat eine Pflegemutter

…und am Ende kann die Füchsin nicht einmal mehr den Findefuchs von ihren anderen Fuchskindern unterscheiden. Der Findefuchs ist kein Füchslein zweiter Klasse, sondern gehört ebenso dazu, wie Pflegekinder von Anfang an zur Familie gehören sollten. Pflegemütter haben große Herzen und darin auch Platz für ihre Pflegekinder. Buchtipp für PflegefamilienDer Findefuchs zeigt dem Neuankömmling, dass er von nun an ganz zur Familie gehört, egal wo er seine ursprünglichen Wurzeln hat. Kleine Kinder verstehen eine Situation meist viel besser, wenn sie eine Geschichte mit starker Symbolik dazu hören, die sie immer und immer wieder vorgelesen bekommen. Auch in der Schulzeit kann das Buch helfen, den Mitschülern auf verständliche Art nahezubringen, was es bedeutet, ein Pflegekind zu sein. Kein Wunder also, dass Jugendämter, Beratungsstellen und auch der St. Elisabeth-Verein in Marburg den Findefuchs als Buchtipp für Pflegefamilien, Pflegekinder und leibliche Kinder empfehlen.

Sie haben auch ein großes Herz und können sich vorstellen einem Pflegekind eine Chance auf ein geborgenes Leben zu geben? Dann kontaktieren Sie uns gerne.

Irina Korschunow: https://de.wikipedia.org/wiki/Irina_Korschunow

Pflegekinder aufnehmen

Pflegekinder aufnehmen

Pflegekinder aufnehmen und der Weg dorthin…

„Die wichtigste Voraussetzung, die zukünftige Pflegeeltern mitbringen sollten, ist die Neugier auf das Kind.“

Pflegefamilien werden dringend gebraucht. Familien, Paare und Singles, die sich vorstellen können, einem Kind ein sicheres Zuhause zu geben, sind jederzeit willkommen. Pflegekinder aufnehmen – für viele Interessenten ist der Weg zum Pflegekind erst einmal mit Unsicherheiten und Fragen gespickt. Sind wir der Aufgabe gewachsen? Wie lange dauert es, bis ein Pflegekind einzieht? Erfüllen wir alle Voraussetzungen? Im Gespräch mit Pamela Premm von Premm PR berichtet Bertram Kasper, Geschäftsbereichsleiter beim St. Elisabeth-Verein, von seinen Erfahrungen und gibt Antworten auf die meist gestellten Fragen. Entstanden ist ein Mutmach-Interview für alle, die alle die Pflegekinder aufnehmen oder darüber nachdenken wollen.

Pamela Premm (PP): Vom Bewerberverfahren bis zum Einzug des Pflegekindes – es gibt viele Fragen auf dem Weg zur Pflegefamilie bis es dann zum „Pflegekinder aufnehmen“ kommt. Viele potenzielle Eltern sind sich unsicher, ob sie überhaupt die Voraussetzungen erfüllen, um Pflegeeltern zu werden. Worauf kommt es denn letztendlich an?

Bertram Kasper (BK): Schon allein, dass sich potenzielle Pflegeeltern mit der Thematik auseinandersetzen, macht sie zu guten Kandidaten. Wir sagen immer: Die wichtigste Voraussetzung, die zukünftige Pflegeeltern mitbringen sollten, ist die Neugier auf das Kind und die Lust, als Familie zusammenleben zu wollen. Um das herauszufinden, laden wir alle Kandidaten zu einem Kennenlern-Gespräch ein. In diesem ersten Infogespräch geht es darum, Vertrauen aufzubauen, und unsere fachlichen Unterstützung zur Begleitung von Pflegefamilien durch uns als Träger vorstellen. Erst dann gibt es eine ausführliche Infomappe und einen Fragebogen für die potenziellen Eltern, in dem z. B. auch Fakten zum Einkommen oder zur Wohnsituation abgefragt werden.

PP: Man liest immer wieder, dass interessierte Familien einen großen Respekt vor dem Jugendamt haben. Sind diese Unsicherheiten berechtigt?Pflegekinder aufnehmen

BK: Es kursieren die seltsamsten Vorstellungen von der Rolle der Jugendämter und über die Schärfe der Überprüfung. Auch dem Jugendamt ist es ein Anliegen, mit den zukünftigen Pflegefamilien ins Gespräch zu kommen. Insgesamt sind die Abläufe bürokratischer und stärker an offiziellen Formalien geknüpft als bei einem freien Träger. Das kann auf Interessenten respekteinflößend wirken. Vor dem Jugendamt braucht man allerdings keine Angst haben. Dort arbeiten ausgebildete Sozialpädagogen, die, genauso wie wir, auf Pflegestellen angewiesen sind. Auch bei einer direkten Zusammenarbeit mit den Jugendämtern bildet ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis die Basis. Wir arbeiten gut mit den Jugendämtern zusammen und unsere Pflegefamilien auch.

„Als Pflegefamilie wird man nicht geboren. Familien wachsen mit der Aufgabe…“

PP: Interessenten durchlaufen bei Ihnen ein mehrstufiges Bewerberverfahren. Viele interessierte Familien machen sich Sorgen, dass sie die Kriterien nicht erfüllen. Was sagen Sie diesen?

BK: Erst einmal geht es uns nicht darum, ein Urteil über die Menschen abzugeben. Im Bewerberverfahren wollen wir herausfinden, ob sich die zukünftigen Pflegefamilien zu 100 Prozent mit der Aufgabe identifizieren. Wir wissen aus Erfahrung, dass man als Pflegefamilie nicht geboren wird. Es ist ein sich Einfinden in die veränderte Situation. Man wächst in die neue Aufgabe hinein. Die interessierten Familien machen sich zu viele Sorgen. Wir versuchen daher, gleich zu Beginn, eine offene, vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Wir möchten den zukünftigen Eltern Ängste und Unsicherheiten nehmen, daher stehen Gespräche an erster Stelle. Der Bewerbungsprozess darf außerdem nicht als Einbahnstraße betrachtet werden. Es ist ein wechselseitiger Prozess. Wir möchten schließlich die Familien auch von uns überzeugen.

 „Wir wollen herausfinden, wie Familien mit Übergängen umgehen.“

PP: Ein perfektes Bild von sich, seiner Familie und dem Umfeld zu zeichnen, ist also gar nicht notwendig?

BK: Nein, ganz im Gegenteil. Je offener auch über schwierige Themen gesprochen wird, desto besser. Jede Familie hat doch ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen. Wir wollen vor allem wissen, wie emotional belastende Momente verarbeitet wurden, wie die Familie mit Übergängen umgeht. Das können beispielsweise schwierige Lebensphasen oder einschneidende Erlebnisse wie der Verlust eines geliebten Menschen sein. Holt sich die Familie Hilfe, wenn die Belastung zu groß wird? Verfügt sie über eigene Strategien, um eine schmerzvolle Erfahrung zu verarbeiten und mit ihr abzuschließen?

Auch hier gibt es kein Schwarz oder Weiß. Paare, die große Schwierigkeiten haben, mit Übergängen zurechtzukommen, können ganz fürsorgliche Eltern sein. Uns geht es hierbei nicht, um das ob, sondern um das wie. Wie können wir Familien bestmöglich helfen? Pflegekinder aufnehmen bedeutet auch, dass die  bestehenden Familienkonstellationen durcheinander gewirbelt werden können. Familien müssen sich ganz neu sortieren. Wenn wir von den Familien schon vorab wissen, wie sie solchen Veränderungen begegnen, können wir sie als Träger besser auf dem Weg zur Pflegefamilie unterstützen.

PP: Für Geschwisterkinder und die Verwandtschaft kann ein Pflegekind auf Unverständnis stoßen. Wie kann man gerade Geschwisterkinder vorbereiten?

BK: Auch hier gilt: reden, reden, reden. Wenn ein Pflegekind in die Familie kommt, ist das für die Geschwisterkinder ein herber Einschnitt. Es beginnt eine Phase, in der das Pflegekind viel Zeit beanspruchen wird. Die Eltern werden einige Termine wahrnehmen müssen. Das Pflegekind braucht intensive Aufmerksamkeit, die von den eigenen Kindern abgeht. Daher ist es wichtig, mit den Geschwisterkindern im Vorfeld offene Gespräche zu führen und die Gefühle zu erkunden.

Pflegekinder aufnehmenKinder sind in ihren Aussagen sehr direkt. „Bei uns in der Familie ist es gut, und wir haben noch Platz für ein Kind“, sind hoffnungsvolle Vorzeichen. Stehen die eigenen Kinder einem Pflegekind eher skeptisch oder ablehnend gegenüber, ist das eine denkbar ungünstige Situation. Natürlich können die Geschwisterkinder das Ausmaß der Veränderung im Vorhinein nicht abschätzen. Daher ist es wichtig, immer wieder mit den Kindern in Kontakt zu treten. In Seminaren geben wir ihnen den Raum, um Gefühle auszudrücken. Indem wir spezielle Freizeiten für Pflegekinder anbieten, haben die Kernfamilien die Chance, immer wieder Zeit miteinander zu verbringen und die gegenseitige Bindung zu stärken.

„Der Bewerbungsprozess und bis es zum Pflegekinder aufnehmen kommt, kann ungefähr so lange dauern wie eine Schwangerschaft.“

PP: Die Pflegeeltern können es häufig kaum erwarten, bis das Kind einzieht. Wie lange dauert es vom Erstgespräch bis zur Anerkennung als Pflegeeltern und dann bis heißt: Pflegekinder aufnehmen?

BK: Das kommt immer darauf an. Wir sagen als Faustformel, dass der Bewerbungsprozess einer Schwangerschaft gleichkommt, inklusive Nestbau und Vorfreude. Einerseits nehmen wir uns ausreichend Zeit, um die Eltern kennen zu lernen. Allerdings versuchen wir auch, die Bedürfnisse der Eltern zu berücksichtigen, die von Beginn an hoch motiviert sind und der Anerkennung entgegenfiebern. Meistens dauert der Bewerbungsprozess etwa ein halbes bis drei Viertel Jahr. Manchmal forcieren wir das Verfahren auch. Dann wenn wir uns für die zukünftige Pflegefamilie ein bestimmtes Kind vorstellen können.

PP: Müssen Pflegeeltern denn alle Vorbereitungsseminare absolviert haben, bevor das Pflegekind einziehen darf?

BK: Nein, es ist sogar sehr sinnvoll, wenn sie noch einige davon wahrnehmen, wenn das Kind bereits eingezogen ist. Für die Grundqualifikation durchlaufen Pflegeeltern zwölf Module. Wenn das Pflegekind bereits in der Familie lebt, findet eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Themen statt. Das befürworten wir. Ansonsten bilden wir die Pflegefamilien regelmäßig fort. Pflegekinder aufnehmen bedeutet auch sich ständig zu qualifizieren und auch Supervision in Anspruch zu nehmen.

PP: Auch aufseiten der leiblichen Eltern stehen viele Unsicherheiten und Sorgen. Die Frage, ob es dem eigenen Kind gut gehen wird, spielt dort mit ein. Welchen Einfluss haben die leiblichen Eltern auf die Auswahl der Pflegeeltern?

BK: Sowohl die leiblichen Eltern als auch die Pflegeeltern haben ein Wunsch- und Wahlrecht, was wir versuchen, positiv zum Wohl des Kindes zu beeinflussen. Wenn wir glauben, dass ein Kind in einer Pflegefamilie gut aufgehoben ist, leisten wir durchaus Überzeugungsarbeit bei den leiblichen Eltern oder beim Vormund. Auch die Pflegeeltern dürfen Wünsche äußern. Ist ein Pflegekind gefunden, wird ganz behutsam der Kontakt zwischen Pflegeeltern und Pflegekind angebahnt. Hier wird sehr genau geschaut, ob es zusammenpasst und ob sich beide Seiten „gut riechen“ können.

PP: Viele zukünftigen Pflegeeltern haben die Befürchtung zu alt für ein kleines Kind zu sein. Gibt es eine Altersgrenze für Pflegeeltern?

BK: Diese Angst ist unbegründet. Auch ältere Pflegeeltern haben die Chance, ein jüngeres Kind zu bekommen. Eine Grundregel besagt, dass die Pflegekinder die Volljährigkeit erreicht haben sollten, bevor die Pflegeltern im Rentenalter sind.

PP: Gibt es auch Fälle, dass Eltern als Pflegeeltern abgelehnt wurden?

BK: Wir schauen schon ganz genau, ob die Familie, Geschwisterkinder und die Verwandtschaft hinter dem Modell „Pflegefamilien“ stehen. Manchmal wiegt ein Ereignis aus der Vergangenheit auch so schwer, dass wir erst einmal davon absehen, ein Pflegekind zu vermitteln. Es kommt vor, dass erst eine Baustelle geschlossen werden muss, bevor die Zeit für etwas Neues gekommen ist. Beim Verlust des eigenen Kindes kann es sinnvoll sein, noch etwas Zeit verstreichen zu lassen.

Wichtig ist, dass die Eltern und das Umfeld emotional gefestigt sind, dem Pflegekind einen sicheren Halt geben können, sich Hilfe bei Konflikten holen und über eine hohe Empathie-Fähigkeit verfügen. Wir möchten die zukünftigen Pflegeeltern nicht überfordern, sodass wir schon sehr genau hinschauen. Wir versuchen, aber eher unterstützend einzuwirken, wenn wir das Potenzial erkennen, anstatt Kandidaten abzulehnen. Da wir einen guten Betreuungsschlüssel haben, können unsere Fachberater Familien auch durch schwierige Situationen intensiv begleiten.

Sie spielen mit dem Gedanken ein Pflegekind aufzunehmen? Dann melden Sie sich gerne bei uns!

Mehr Informationen zu unserem Bewerberverfahren erhalten Sie in folgendem Magazinbeitrag: Wie werden wir Pflegefamilie?

Lesen Sie im Interview – Teil 2: Das Pflegekind zieht ein…Er erscheint am 23.05.2018 um 9.00 Uhr auf dieser Homepage.

 

Voraussetzungen um Pflegefamilie zu werden

Voraussetzungen um Pflegefamilie zu werden

Häufig hören wir die Frage…was sind die Voraussetzungen um Pflegefamilie zu werden?

Zuerst einmal können wir sagen, jede oder jeder kann „Pflegefamilie“ werden, wenn eine große Freude und Lust besteht mit Kindern Familie zu leben. Dabei wissen wir heute alle, dass sich das Bild von Familie gesellschaftlich gewandelt hat. Neben der traditionellen Familienform (Vater, Mutter, Kinder) gibt es heute viele andere Formen gemeinschaftlich zusammen zu leben. So müssen Pflegeeltern nicht verheiratet sein, es gibt sowohl heterosexuelle, als auch gleichgeschlechtliche Paare bei Pflegeeltern und wir haben auch alleinstehende Pflegemütter und Pflegeväter.

Gemeinsam wachsen…

Wir freuen uns über jede Anfrage, wenn Sie Pflegemutter oder Pflegevater werden möchten und gehen mit Ihnen in einen offenen und ehrlichen Dialog.

Auch freuen wir uns über jeder Anfrage, wenn Sie noch gar nicht genau wissen, was eine Pflegefamilie ist, wie das Leben in einer Pflegefamilie aussieht und ob das überhaupt etwas für Sie ist.

Schon heute können Sie folgenden Aspekten auf sich wirken lassen, um für sich zu prüfen die genannten Voraussetzungen auf Sie zutreffen oder ob Sie die Bereitschaft haben in die sinnstiftende Aufgabe als Pflegefamilie hineinzuwachsen.

Konkret:Voraussetungen um Pflegefamilie zu werden – Der formaler Rahmen

Es beginnt mit ganz normalen Voraussetzungen, dass Sie wirtschaftlich durch ein Gehalt abgesichert sind und ihr Lebensunterhalt auch ohne ein Pflegekind finanziell gewährleistet ist. Pflegeeltern erhalten vom Jugendamt ein Pflegegeld als Aufwandsentschädigung, dies reicht jedoch für den eigenen Lebensunterhalt nicht aus.

Vorraussetzungen um Pflegefamilie zu werdenDann sollten Sie über ausreichend Wohnraum verfügen, also für ein Pflegekinder das eigene Zimmer zur Verfügung stellen können. Dabei ist es unerheblich, ob Sie zur Miete wohnen oder ein eigenes Haus haben. Wenn Sie von uns als Pflegefamilie angenommen sind, ist es erfordliche ein erweitertes polizeilisches Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis vorzulegen.

Bezogen auf das Alter von Pflegefamilien ist es sinnvoll einen Familien – entsprechenden Altersabstand zu haben. So gehen wir davon aus, dass mit dem Rentenalter von unseren Pflegeeltern, das Pflegekind volljährig sein sollte. So ist es möglich zwischen 45 – 48 Jahren noch Säuglinge oder Kleinkinder bei sich in die Familie zu integrieren.

Auch ist es sinnvoll darauf zu achten, dass ein Pflegekind vom Altern nicht zu nah am Alter der eigenen Kindern ist. Dabei hat es sich bewährt, wenn das Pflegekind möglichst zwei Jahre jünger ist als Ihr jüngste eigene Kind.

Voraussetzungen um Pflegefamilie zu werden – sozialen und fachliche Rahmen:

Pflegekinder sind oft verhaltensoriginelle Kinder und bringen ihre eigenen überwiegend nicht einfachen Lebensgeschichten mit. Gründe für diese Biographien liegen i.d.R. bei den Eltern. Dies können finanzielle Not, fortschreitende Erziehungsunfähigkeit ausgelöst durch Drogen, körperliche oder psychische Krankheit oder andere schwierige Lebensumstände sein. Manchmal kann es vorkommen, dass ein Elternteil nicht bekannt ist.

Bei den Kindern können sich diese Lebenserfahrungen dann in verhaltensoriginellem Handeln und Auftreten äußern. Dazu gehören z.B. ein großes Nähe- oder umgekehrt Distanzverlangen, Entwicklungsverzögerungen, Aggressivität oder Passivität, Konzentrationsschwierigkeiten, eine geringe Toleranzgrenze und vielfältiges Hin- und Hergrissen sein. Auch spielt das oftmals ambivalente Spannungsfeld zu den Eltern eine zentrale Rolle.

Grund für diese Verhaltensweisen sind nicht selten körperliche und auch psychische Gewalt in der Herkunftsfamilie, Vernachlässigungen und andere Grenzüberschreitungen.

Das wünschen wir uns von Pflegefamilien…

Deshalb wünschen wir uns Pflegefamilie mit guten Nerven und viel Kraft und Energie, also ist es gut eine gewisse Belastungs- und Widerstandsfähigkeit mitzubringen. Sicher wissen Sie auch aus der Erziehung Ihrer eigenen Kinder, dass immer wieder auch krisenhafte Ereignisse und Situationen bewältigt werden müssen.

Aus vielfältiger Forschung wissen wir auch, dass die Erziehung von Kinder besonders dann gut gelingt, wenn Eltern folgende Fähigkeiten abrufen können:

Fürsorglichkeit oder Liebe:

Hier können Sie wahrscheinlich, sowohl vor dem Hintergrund Ihrer eigenen Erfahrungen als Kind, als auch bezogen auf Ihre Erfahrungen als Eltern aus vollem Herzen ja sagen. Liebe und Fürsorglichkeit ein ganz zentrale Voraussetzung um Pflegefamilie zu sein, bzw. natürlich auch um Eltern zu sein. Nicht umsonst kennen Sie alle das sogenannte „Kindchenschma“. „Dadurch ist gewährleistet, dass die Eltern für ihre Jungen bzw. Kinder sorgen, sie Vorraussetzungen um Pflegefamilie zu werdensäugen bzw. stillen, füttern, ihnen Mahlzeiten zubereiten, sie beschützen und großziehen.“ (zitiert aus Wikipedia). Pflegekinder haben bei der Liebe und Fürsorglichkeit oft Mangelerlebnisse hinter sich. 

Responsivität (Ansprechbarkeit und Sensitivität für die Bedürfnisse der Kinder:

Die Resonanz zwischen Kindern und Eltern ist ganz zentral. Wie gehen Sie mit Kindern um, wie reagieren Sie auf sie, wie nehmen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder situationsangemessen dar. Bei Pflegekindern besteht dazu die Herausforderung, oft nicht genau erkennen zu können, wieso sich gerade jetzt orginell verhalten und welches Bedürfnis dahinter steht. So braucht es ebenfalls eine besondere Empathiefähigkeit, ein Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse der Kindern, jedoch auch die Bereitschaft sich selbst als Elternteil mit seinen Gefühlen mitteilen zu wollen.

Struktur und Vorhersehbarkeit, weitere Voraussetzungen um Pflegefamilie zu werden:

Ein Großteil der Pflegekinder ist eher in einer Umgebung von Strukturlosigkeit großgeworden. Das heißt, dass der Alltag der Kinder hat sich eher zufällig oder nur durch äußere Strukturen wie Kindergarten oder Schule organisiert. Erlebnisse wie gemeinsame Unternehmungen oder gemeinsames Essen verknüpft mit Familienritualen sind eher selten. Die Ebenen zwischen Kindern und Eltern wurden verschoben. Für die Kinder bedeutet das auch geraden in Familien mit Suchtproblematiken, dass sie Verantwortung übernehmen müssen, die sie eher überfordert, da sie selbst noch bedürftig sind. Deshalb ist es wichtig, dass Pflegefamilien Pflegekinder Sicherheit, Verlässlichkeit und auch eine gewisse Vorhersehbarkeit im Alltag und im Zusammenleben geben.,

Kinder großziehen ist ein echtes Abenteuer und braucht immer noch einen gewissen Idealismus. Dafür aber ist es ebenfalls eine, vielleicht sogar die sinnstiftendste Aufgabe überhaupt und trägt aktiv zur gesellschaftlichen Sicherung und Entwicklung bei. Gerade können wir erleben, wie die Geburtenraten wieder steigen, also Menschen wieder mehr den Wunsch nach einem Beitrag für das „Große Ganze“ haben.

Vorraussetzungen um Pflegefamilie zu werden – Der öffentliche Rahmem:

Pflegefamilie sein bedeutet auch sich auf das Feld der sogenannten „Öffentlichen Erziehung“ oder „der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten Sozialgesetzbuch“ einzulassen. Das bedeutet, dass Sie als Pflegefamilie mit noch anderen Personen zu tun haben und sich mit ihnen auseinandersetzung müssen. Dazu gehören in aller Regel die leiblichen Eltern des Kinders, ein möglicher Vormund, Mitarbeitenden vom Jugendamt (Allgemeiner Sozialer Dienst oder Pflegekinderwesen), Therapeuten oder Psychologen und die Kolleginnen von unserer Fachdienst Fachberatung. Insofern können Sie auch nicht alle Entscheidungen alleine treffen, sondern sollten sich mit den unterschiedliche Beteiligten in der Hilfeform Pflegekinderwesen abstimmen. Insofern ist es hilfreich, wenn sie über eine gewisse Kooperationsfähigkeit verfügen.

Wir unterstüten Sie aktiv durch:

Vorraussetzungen um Pflegefamilie zu werdenIn die Aufgabe als Pflegefamilie wächst man nach unseren Erfahrungen hinein. D.h. sich wachsen zusammen mit dem Pflegekind, können immer besser verstehen, wieso es sich so oder so verhält und finden immer leichter gute Antworten auf die Anforderungen des Alltags. Wir unterstützen Sie durch einen Qualifizierungskurs, durch regelmäßige 4 – 6 wöchige Fachberatung, durch Supervision, durch regelmäßige und fortlaufende Fortbildung, durch Regionlagruppen, durch unsere Jahrestagung und durch Ferienfreizeiten für Pflegekinder.

Über unsere Unterstütungsangebote und weitere Hintergründe können Sie hier mehr lesen…https://www.pflegefamilien-hessen.de/pflegeeltern-werden/ und unter… https://www.pflegefamilien-hessen.de/pflegefamilie-sein-heisst-sinnstifter-sein/

Eins ist sicher…ein Pflegekind wird Ihren Familienalltag bereichern und lebendig machen. Also wenden Sie sich gerne für ein Informationsgespräch an uns.

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Von Gastautorin Pamela Premm.

Die ersten Dopingfälle sind bereits aufgetreten. Wettkämpfe finden vor halbleeren Rängen statt. Die Annährung von Nord- und Südkorea bei der Eröffnung wird voraussichtlich eine Werbeschau bleiben. Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang haben es schwer. Zu stark sind die medialen Interessen. Der Preis, der für die Umsetzung bezahlt wird, ist mittlerweile hoch: Kommerzialisierung und Ressourcenverschwendung finden auf Kosten von Athleten und der Bevölkerung statt. Dazu kommt eine zunehmende Abkehr vieler Menschen von den Superlativen: höher, weiter, schneller. Schließlich befinden wir uns alltäglich in unserem eigenen Hamsterrad.

Doch trotz heftiger Diskussion ist der Grundgedanke von Olympia ehrenhaft. Die olympische Idee von Pierre de Coubertin, dem Initiator der modernen Olympischen Spiele, hat pädagogische Wurzeln. Sie beruht auf fünf Grundprinzipien, die in der heutigen Zeit an Kraft und Relevanz nicht verloren haben. Im Ursprungsgedanken spielen Rücksichtnahme, Gemeinschaftsgefühl und Selbstgestaltung eine wichtige Rolle: Werte, die gerade für Familien und Pflegefamilien von besonderer Bedeutung sind. Also: Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien ganz konkret:

1. Sport macht uns zu Verbündeten

Coubertin vertritt einen ganzheitlichen Erziehungsansatz des Sports und verknüpft die athletische Komponente mit der Klarheit der Gedanken und der Fairness im Handeln. Jeder, der selbst einmal Sport betrieben hat, kann das nachvollziehen. Im Moment der körperlichen Anstrengung ist man ganz bei sich. Die Gedanken sind fokussiert. Dabei nimmt man Rücksicht auf andere und geht respektvoll mit seinen Kontrahenten um. Sport fördert nach Coubertin die gesamte Harmonie des Menschen.

Heute kommt dieser ausgleichenden Wirkung noch eine stärkere Bedeutung zu. Denn je mehr Stress wir haben, desto wichtiger ist es, sich genau diese aktiven Auszeiten zu nehmen und durch Bewegung neue Kraft zu schöpfen. Auch in Familien und Pflegefamilien ist die gemeinsame Bewegung eine wichtige Energiequelle. Ob wir nun durch den Wald toben oder Zeit im Schwimmbad verbringen – die gemeinsame Aktivität wirkt sich positiv auf unser Gemeinschaftsgefühl aus. Sport stärkt unsere Familienkultur und beeinflusst, wie wir im Alltag miteinander umgehen. Im gemeinsamen, sportlichen Erleben werden wir zu Verbündeten und das schweißt dauerhaft zusammen.

2. Spielräume schaffen, um sich selbst zu erproben

Klar geht es bei Olympia in erster Linie um den sportlichen Erfolg und um Rekorde. Das sind die Begleiterscheinungen der Kommerzialisierung. Aber Coubertins Ansatz von Olympia greift weiter. Es geht um Selbstgestaltung und die Fragestellung, wozu jeder Einzelne von uns eigentlich in der Lage ist. Der Sportwissenschaftler Ommo Grupe bezeichnet den Sport als „Medium der Selbsterprobung.“ Während der Spiele gibt es immer wieder diese Lichtgestalten, die genau dieses Spielfeld für sich nutzen.

Die olympische Idee und der Wert für PflegefamilienWer erinnert sich nicht all‘ zu gern an den Briten Eddie the Eagle, der bei Olympia 1988 in Calgary direkt von der Schanze in die Herzen der Menschen sprang. Oder an Eric Moussambani aus Äquatorialguinea, der bei den Schwimmwettbewerben in Sidney für stehende Ovationen sorgte, obwohl er nur mit viel Mühe überhaupt das Ziel erreichte.

Was wir daraus lernen können? Wir sollten unseren Pflegekindern und Kindern den Spielraum geben, sich zu erproben und auszutesten, an Grenzen zu gehen und diese auch mal zu überschreiten. Auf diese Weise können sie Erfolgserlebnisse sammeln, die sie brauchen, um selbstbewusst durchs Leben zu ziehen und offen für Neues zu sein.

3. Gib Dein Bestes, dann ist es gut genug

„Das Wesentliche ist nicht, ‚gesiegt‘, sondern sich wacker geschlagen zu haben.“ So heißt es in einem Zitat von Coubertin. Ihm geht es um die Amateurgesinnung. Es zählt nicht das Gewinnen, sondern die Auslotung der eigenen Fähigkeiten. Damit grenzt er die olympische Idee von dem Gedanken der Kommerzialisierung ab. Die persönliche Bestleistung ist für viele Sportler in ihren Disziplinen noch heute das erklärte Ziel.

Das Bewusstsein, über sich hinauswachsen und sich selbst steigern zu können, wenn man nur genug übt, sind die Basis für ein gesundes Selbstvertrauen. Disziplin, gekoppelt mit Willensstärke erlauben uns, dass wir im Rahmen unserer körperlichen und persönlichen Grenzen besser werden. Doch wir lernen nicht nur, dass wir mit der nötigen Anstrengung einiges erreichen können. Wir lernen auch, anzuerkennen, dass irgendwann die eigene Grenze erreicht und ein anderer besser ist. Auch hier drückt sich die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien ganz konkret aus. Kennen doch viele Pflegefamilien aus ihrer eigenen Erfahrung mit den Pflegekindern genau diesen Prozeß des langsamen Entwickelns von Leistungsfähigkeit, um dann wieder im nächsten Moment die Grenzen der Entwicklung anzuerkennen. Eine wirklich starke Leistung genau hier eine zielführende Balance zu halten.

4. Lasst uns fair miteinander umgehen

Der olympische Sport bzw. Sport im Allgemeinen ist mehr als nur das Training und Ausübung einer Disziplin. Es geht auch darum, Regeln einzuhalten und dem Gegner fair gegenüberzustehen. Dadurch wird der Sport in seiner Bedeutung erhöht. Die Erfahrungen, die Kinder beim Sport machen, bringen sie in vielen Alltagssituationen weiter. Wir kümmern uns, wenn sich jemand verletzt hat und am Boden liegt. Wir halten Frust und Niederlage aus und lernen dabei, unsere Gefühle im Zaum zu halten, auch wenn das erstmal weh tut. Nach einer schmerzhaften Niederlage strecken wir dem Gegner die Hand hin und zollen ihm Respekt. Im Sport haben wir Achtung voreinander.

Die olympische Idee und der Wert für PflegefamilienKinder haben sehr feine Antennen, wenn es um Gerechtigkeit geht. Gerade wenn mehrere Kinder im Familienverbund aufwachsen sind faire, klare und verständliche Regeln wichtig. Dazu gehört, auch mal Frust auszuhalten, wenn eine Regel nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Auf diese Weise können Kinder und Pflegekinder zu starken Persönlichkeiten heranwachsen. Der Sport kann ihnen dabei ein wichtiger Begleiter sein.

5. Frieden und Toleranz über alle Nationalitäten hinweg

Ob sich Völker annähern ist in erster Linie eine politische Frage. Aber der Grundgedanke dabei ist nicht zu unterschätzen. Wenn bei Olympia die Nationen einlaufen und hinterher gemeinsam feiern und hunderte Menschen gemeinsam eine Friedenstaube formen, hat das weite Strahlkraft. Wenn sich eine Schwedin und eine Slowakin nach einem langen, erfolgreichen Biathlon-Lauf in den Armen liegen, ist die Freude grenzüberschreitend.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft musste schon häufig als Sinnbild für gelungene Integration herhalten. Sport verbindet. Wenn im Sportverein meines Sohnes der Louis mit dem Masoud kickt, sie gemeinsam gewinnen und verlieren und hinterher zusammen Pizza essen, spielt die Herkunft keine Rolle mehr. Im Sport sind alle gleich: egal, welcher Nationalität sie angehören, welche religiösen Ansichten sie haben. Das fördert schon im Kleinen, bei den ganz Kleinen, Toleranz. Ein Kind fragt per se nicht, warum es anders ist oder warum andere, anders sind. Das lernt es erst mit der Zeit. Der Sport hat die Gabe, ein Teil der erlernten Abgrenzung wieder aufzuheben und sich in dem, was man tut, zu vereinen.

Der Ton in der Gesellschaft wird rauer

Und die olympische Idee ist gefühlt meilenweilt von dem entfernt, wie sich Olympia heutzutage präsentiert. Dennoch gibt es sie: die einzigartigen Geschichten, die Olympia schreibt. Sportler, die gemeinsam feiern, Athleten, die über sich hinauswachsen, Menschen die sich gegenseitig wertschätzen, über alle Nationalitäten hinweg. Sich im Rahmen der Gesellschaft und in den Familien und Pflegefamilien auf die grundlegenden Werte zu besinnen, ist immer noch erstrebenswert. Vielleicht erstrebenswerter denn je.

Wir freuen uns, wenn Sie in Ihrer Familie auch etwas von der olympischen Idee mit Pflegekindern leben möchten. Regelmäßig finden bei uns Informationsgespräche statt. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

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