Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Von Gastautorin Pamela Premm.

Die ersten Dopingfälle sind bereits aufgetreten. Wettkämpfe finden vor halbleeren Rängen statt. Die Annährung von Nord- und Südkorea bei der Eröffnung wird voraussichtlich eine Werbeschau bleiben. Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang haben es schwer. Zu stark sind die medialen Interessen. Der Preis, der für die Umsetzung bezahlt wird, ist mittlerweile hoch: Kommerzialisierung und Ressourcenverschwendung finden auf Kosten von Athleten und der Bevölkerung statt. Dazu kommt eine zunehmende Abkehr vieler Menschen von den Superlativen: höher, weiter, schneller. Schließlich befinden wir uns alltäglich in unserem eigenen Hamsterrad.

Doch trotz heftiger Diskussion ist der Grundgedanke von Olympia ehrenhaft. Die olympische Idee von Pierre de Coubertin, dem Initiator der modernen Olympischen Spiele, hat pädagogische Wurzeln. Sie beruht auf fünf Grundprinzipien, die in der heutigen Zeit an Kraft und Relevanz nicht verloren haben. Im Ursprungsgedanken spielen Rücksichtnahme, Gemeinschaftsgefühl und Selbstgestaltung eine wichtige Rolle: Werte, die gerade für Familien und Pflegefamilien von besonderer Bedeutung sind. Also: Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien ganz konkret:

1. Sport macht uns zu Verbündeten

Coubertin vertritt einen ganzheitlichen Erziehungsansatz des Sports und verknüpft die athletische Komponente mit der Klarheit der Gedanken und der Fairness im Handeln. Jeder, der selbst einmal Sport betrieben hat, kann das nachvollziehen. Im Moment der körperlichen Anstrengung ist man ganz bei sich. Die Gedanken sind fokussiert. Dabei nimmt man Rücksicht auf andere und geht respektvoll mit seinen Kontrahenten um. Sport fördert nach Coubertin die gesamte Harmonie des Menschen.

Heute kommt dieser ausgleichenden Wirkung noch eine stärkere Bedeutung zu. Denn je mehr Stress wir haben, desto wichtiger ist es, sich genau diese aktiven Auszeiten zu nehmen und durch Bewegung neue Kraft zu schöpfen. Auch in Familien und Pflegefamilien ist die gemeinsame Bewegung eine wichtige Energiequelle. Ob wir nun durch den Wald toben oder Zeit im Schwimmbad verbringen – die gemeinsame Aktivität wirkt sich positiv auf unser Gemeinschaftsgefühl aus. Sport stärkt unsere Familienkultur und beeinflusst, wie wir im Alltag miteinander umgehen. Im gemeinsamen, sportlichen Erleben werden wir zu Verbündeten und das schweißt dauerhaft zusammen.

2. Spielräume schaffen, um sich selbst zu erproben

Klar geht es bei Olympia in erster Linie um den sportlichen Erfolg und um Rekorde. Das sind die Begleiterscheinungen der Kommerzialisierung. Aber Coubertins Ansatz von Olympia greift weiter. Es geht um Selbstgestaltung und die Fragestellung, wozu jeder Einzelne von uns eigentlich in der Lage ist. Der Sportwissenschaftler Ommo Grupe bezeichnet den Sport als „Medium der Selbsterprobung.“ Während der Spiele gibt es immer wieder diese Lichtgestalten, die genau dieses Spielfeld für sich nutzen.

Die olympische Idee und der Wert für PflegefamilienWer erinnert sich nicht all‘ zu gern an den Briten Eddie the Eagle, der bei Olympia 1988 in Calgary direkt von der Schanze in die Herzen der Menschen sprang. Oder an Eric Moussambani aus Äquatorialguinea, der bei den Schwimmwettbewerben in Sidney für stehende Ovationen sorgte, obwohl er nur mit viel Mühe überhaupt das Ziel erreichte.

Was wir daraus lernen können? Wir sollten unseren Pflegekindern und Kindern den Spielraum geben, sich zu erproben und auszutesten, an Grenzen zu gehen und diese auch mal zu überschreiten. Auf diese Weise können sie Erfolgserlebnisse sammeln, die sie brauchen, um selbstbewusst durchs Leben zu ziehen und offen für Neues zu sein.

3. Gib Dein Bestes, dann ist es gut genug

„Das Wesentliche ist nicht, ‚gesiegt‘, sondern sich wacker geschlagen zu haben.“ So heißt es in einem Zitat von Coubertin. Ihm geht es um die Amateurgesinnung. Es zählt nicht das Gewinnen, sondern die Auslotung der eigenen Fähigkeiten. Damit grenzt er die olympische Idee von dem Gedanken der Kommerzialisierung ab. Die persönliche Bestleistung ist für viele Sportler in ihren Disziplinen noch heute das erklärte Ziel.

Das Bewusstsein, über sich hinauswachsen und sich selbst steigern zu können, wenn man nur genug übt, sind die Basis für ein gesundes Selbstvertrauen. Disziplin, gekoppelt mit Willensstärke erlauben uns, dass wir im Rahmen unserer körperlichen und persönlichen Grenzen besser werden. Doch wir lernen nicht nur, dass wir mit der nötigen Anstrengung einiges erreichen können. Wir lernen auch, anzuerkennen, dass irgendwann die eigene Grenze erreicht und ein anderer besser ist. Auch hier drückt sich die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien ganz konkret aus. Kennen doch viele Pflegefamilien aus ihrer eigenen Erfahrung mit den Pflegekindern genau diesen Prozeß des langsamen Entwickelns von Leistungsfähigkeit, um dann wieder im nächsten Moment die Grenzen der Entwicklung anzuerkennen. Eine wirklich starke Leistung genau hier eine zielführende Balance zu halten.

4. Lasst uns fair miteinander umgehen

Der olympische Sport bzw. Sport im Allgemeinen ist mehr als nur das Training und Ausübung einer Disziplin. Es geht auch darum, Regeln einzuhalten und dem Gegner fair gegenüberzustehen. Dadurch wird der Sport in seiner Bedeutung erhöht. Die Erfahrungen, die Kinder beim Sport machen, bringen sie in vielen Alltagssituationen weiter. Wir kümmern uns, wenn sich jemand verletzt hat und am Boden liegt. Wir halten Frust und Niederlage aus und lernen dabei, unsere Gefühle im Zaum zu halten, auch wenn das erstmal weh tut. Nach einer schmerzhaften Niederlage strecken wir dem Gegner die Hand hin und zollen ihm Respekt. Im Sport haben wir Achtung voreinander.

Die olympische Idee und der Wert für PflegefamilienKinder haben sehr feine Antennen, wenn es um Gerechtigkeit geht. Gerade wenn mehrere Kinder im Familienverbund aufwachsen sind faire, klare und verständliche Regeln wichtig. Dazu gehört, auch mal Frust auszuhalten, wenn eine Regel nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Auf diese Weise können Kinder und Pflegekinder zu starken Persönlichkeiten heranwachsen. Der Sport kann ihnen dabei ein wichtiger Begleiter sein.

5. Frieden und Toleranz über alle Nationalitäten hinweg

Ob sich Völker annähern ist in erster Linie eine politische Frage. Aber der Grundgedanke dabei ist nicht zu unterschätzen. Wenn bei Olympia die Nationen einlaufen und hinterher gemeinsam feiern und hunderte Menschen gemeinsam eine Friedenstaube formen, hat das weite Strahlkraft. Wenn sich eine Schwedin und eine Slowakin nach einem langen, erfolgreichen Biathlon-Lauf in den Armen liegen, ist die Freude grenzüberschreitend.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft musste schon häufig als Sinnbild für gelungene Integration herhalten. Sport verbindet. Wenn im Sportverein meines Sohnes der Louis mit dem Masoud kickt, sie gemeinsam gewinnen und verlieren und hinterher zusammen Pizza essen, spielt die Herkunft keine Rolle mehr. Im Sport sind alle gleich: egal, welcher Nationalität sie angehören, welche religiösen Ansichten sie haben. Das fördert schon im Kleinen, bei den ganz Kleinen, Toleranz. Ein Kind fragt per se nicht, warum es anders ist oder warum andere, anders sind. Das lernt es erst mit der Zeit. Der Sport hat die Gabe, ein Teil der erlernten Abgrenzung wieder aufzuheben und sich in dem, was man tut, zu vereinen.

Der Ton in der Gesellschaft wird rauer

Und die olympische Idee ist gefühlt meilenweilt von dem entfernt, wie sich Olympia heutzutage präsentiert. Dennoch gibt es sie: die einzigartigen Geschichten, die Olympia schreibt. Sportler, die gemeinsam feiern, Athleten, die über sich hinauswachsen, Menschen die sich gegenseitig wertschätzen, über alle Nationalitäten hinweg. Sich im Rahmen der Gesellschaft und in den Familien und Pflegefamilien auf die grundlegenden Werte zu besinnen, ist immer noch erstrebenswert. Vielleicht erstrebenswerter denn je.

Wir freuen uns, wenn Sie in Ihrer Familie auch etwas von der olympischen Idee mit Pflegekindern leben möchten. Regelmäßig finden bei uns Informationsgespräche statt. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

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Ein Pflegekind aufnehmen

Ein Pflegekind aufnehmen

ist wie ein Aufbruch in unbekannte Galaxien!

Lassen Sie das Bild dieses Magazinbeitrags einen Moment auf sich wirken. Da schaut ein vielleicht 6-jähriger Junge, wir nennen ihn Max, mit weit geöffneten Augen hinaus in das Weltall. Die Weite ist förmlich greifbar. Ein Teil des Mysteriums dieser Ferne, des Unbekannten drückt sich trotz der hell leuchtenden Sterne aus. Sein selbstgebastelter Astronautenhelm erscheint im ersten Augenblick groß, sicher und angemessen für vielleicht bevorstehenden Abenteuer. Doch einige Sekunden und ein paar Gedanken später wissen Sie, dass seine Chancen da draußen im All ohne Sauerstoff gering sein werden.

Stellen Sie sich weiter vor: der kleine Max hat aufgrund von Turbulenzen den Kontakt zu seinem Mutterschiff verloren und irrt durch die Weiten des Universums. Sein Halt, sein Boden unter den Füßen verschwunden und die oft gewünschte Schwerelosigkeit im Leben wird für ihn zur echten Gefahr.

Unzählige Notsignale hat er bereits abgesetzt, eine Antwort ist ausgeblieben. Und dennoch scheint Hoffnung aus seinen Augen zu strahlen und er späht hinaus in die Nacht. Wenn er nur wüsste wie weit dieser hell leuchtenden Stern entfernt wäre, dann könnte er noch einen Versuch wagen, sich auf zu machen in eine neue Welt.

Auf der Suche nach einer Basisstation…ein Pflegekind aufnehmen

Max ist auf der Suche nach einer Basisstation, nach Menschen die ihm jetzt in dieser schwierigen Situation Halt, Sicherheit, Geborgenheit und ein neues Zuhause geben. Fast jeden Tag erhalten wir Anfragen, oft von kleinen Kindern und Ein Pflegekind aufnehmensehr kleinen Kindern, die einen Lebensort in einer Familie suchen. Einen Lebensort bei Pflegeeltern in einer Pflegefamilie.

Ein Pflegekind aufnehmen…haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre einem Kind eine Perspektive in Ihrer Familie zu geben?

  • Wenn ja, dann kommen Sie mit uns ins Gespräch und wir erläutern Ihnen die Möglichkeiten und den Rahmen.
  • Wenn nein, dann informieren wir Sie gerne über diese tolle Aufgabe und begeben uns mit Ihnen in einen Entscheidungsprozess auf Augenhöhe? Dabei besteht auch die Möglichkeit mit anderen Pflegefamilien ins Gespräch zu gehen.

Hier können Sie mit uns Kontaktaufnehmen!

Wir freuen uns auf Sie!

Zu Gast bei Pflegefamilien Hessen

Zu Gast bei Pflegefamilien Hessen

Sich willkommen fühlen: Zu Gast bei Pflegefamilien Hessen

Von Gastautorin Pamela Premm

Ich war zu spät. Fast eine halbe Stunde. Im Winter rollen die Züge nicht so regelmäßig aus dem Bahnhof, wie sie sollten. Der St. Elisabeth-Verein in Marburg hat mich zu einem Kennenlerngespräch eingeladen. Sie planen ihren Content-Bereich auf der Webseite auszubauen und suchen eine passende Redakteurin. Da ich selbst Mama bin, berührt mich das Thema Pflegefamilie sofort.

Das Gebäude des St. Elisabeth-Vereins liegt auf einer Anhöhe vor den Toren Marburgs. Es ist ruhig, beschaulich. Trotz meiner Verspätung werde ich am Eingang von einer Kollegin herzlich in Empfang genommen. Den Kaffee darf ich mir in der kleinen Küche selbst aussuchen. Etwas aufgeregt bin ich schon. Wahrscheinlich geht es mir da wie den zukünftigen Pflegeeltern. Doch meine Nervosität wird mir schnell genommen. Die Kollegen des St. Elisabeth-Vereins, mit denen ich das Gespräch führe, sind freundlich und zugewandt. Die Atmosphäre ist familiär. Ich fühle mich sofort gut aufgehoben.

Ich lerne ein neues Wort: verhaltensoriginellZu Gast bei Pflegefamilien Hessen

Nicht alle Pflegekinder sind umgänglich, erfahre ich. Die meisten haben ein ordentliches Päckchen zu tragen. Feiertage wie Weihnachten oder Muttertag sind per se mit starken Emotionen verknüpft und eine besondere Herausforderung für die Familien. „Einige Kinder sind verhaltensoriginell“, sagt Bertram Kasper, der sich seit nunmehr 25 Jahren um Pflegefamilien kümmert. Das ist nicht abwertend gemeint, sondern beschreibt eher eine Realität, die mit dem romantischen Bild von Familie so gar nichts zu tun hat. „Die Pflegekinder schaffen es ohne Weiteres durch auffälliges Verhalten ein ganzes Familienfest zu sprengen“, ergänzt er. Daher sei es wichtig, ruhige, klare Abläufe und Strukturen an den Feiertagen zu schaffen, an denen sich die Kinder orientieren können.

Als Mutter von zwei eigenen Kindern kann ich nur zustimmend nicken. Selbst meinen beiden werden große Feiern manchmal zu viel. Und statt freudige Kinderaugen gibt es Tränen. Wie soll es da nur den Kindern gehen, die gar nicht genau wissen, wie man Weihnachten und Geburtstage eigentlich feiert? Für die große Ereignisse bisher mit Enttäuschungen verbunden waren? „Es gibt immer wieder diese schwierigen Tage“, sagt Esther Schmitt, die sich unter anderem auch um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins kümmert. „Das sind Tage, an denen die Familie besonders in den Fokus rückt. Die Kinder können den Überschwall an Geborgenheit kaum verkraften. Stattdessen brechen angestaute Emotionen aus.“

Der Verein nimmt zukünftige Pflegeeltern an die Hand

Zum Glück sind die Pflegefamilien nicht allein. Von Beginn an steht ihnen der Verein als Ratgeber zur Seite. Ähnlich wie bei mir gibt es für potenzielle Pflegefamilien ein erstes Kennenlerngespräch. Erst dann folgen schriftliche Informationen. „Wir möchten herausfinden, ob wir zueinander passen. Die Eltern sollen das Gefühl bekommen, dass sie bei uns gut aufgehoben sind“, sagt Esther Schmitt.

Wir sind seit über 30Jahren als Pflegefamilie tätig, davon seit 15 Jahren als Erziehungsstelle beim St. Elisabeth Verein, Pflegefamilien Hessen. Wir stellen immer wieder fest, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Wir sind dankbar durch unsere Fachberaterin gut betreut zu sein. Wir erfahren durch sie eine gute Unterstützung in den verschiedensten Alltagssituationen, aber auch wenn es mal problematisch wird. Durch die diversen Fortbildungsangebote werden wir optimal geschult und die Gemeinschaft innerhalb des Vereins und der Erziehungsstellen empfinden wir als super hilfreich.

Martina und Harry Pflegefamilie aus Leidenschaft für Kindern mit Handicap

„Wir möchten natürlich auch Werbung für uns machen. Schließlich sind wir auf die Unterstützung der Familien angewiesen.“ Dafür bietet der St. Elisabeth-Verein ein Paket mit umfangreichen Weiterbildungsmaßnahmen für die Familien.  „Uns ist es wichtig, dass die Eltern sich ausreichend qualifiziert fühlen für die anstehende Aufgabe“, sagt Jens Rohe, Geschäftsbereichsleiter des Vereins und ebenfalls Pflegevater. Dafür bieten wir entsprechende Seminare und Workshops an und geben Familien regelmäßig die Gelegenheit, sich mit anderen auszutauschen.“ Der Verein ist überdurchschnittlich engagiert. Das spürt man auch im Gespräch.

Gemeinsam entwickeln wir die ersten Themen

Schnell entsteht ein Dialog über die Themen, für die sich Familien und Pflegefamilien gleichermaßen interessieren könnten. Wir sammeln Ideen für den Redaktionsplan: Authentische Geschichten sind wichtig, um Emotionen zu wecken. Informationen, um aufzuklären. Einblicke in den Alltag mit Pflegekindern, um die Freude widerzuspiegeln. All dies hatte ich mir schon auf der Zugfahrt notiert.

Besondere Situationen wie der erste Urlaub oder das erste Osterfest als neue Familie, Erfolgsgeschichten von erwachsenen Pflegekindern: Es gibt so viele Themen, die Eltern und zukünftige Eltern beschäftigt. Ich habe das Gefühl, Gutes zu tun, wenn ich den Verein dabei unterstütze, seine Ziele zu erreichen. Wir umreißen noch kurz, wie wir gemeinsam beginnen können. Dann ist die Zeit auch schon wie im Fluge vergangen.

Einen Matching-Prozess gibt es auch für Pflegefamilien

„Es wird sehr genau geprüft, welches Kind in welche Familie passt“, sagt Betram Kasper, der mich freundlicherweise zurück zum Bahnhof fährt. Ein aufwendiges Profiling bildet dafür die Grundlage. „Quirlige Kinder passen eher in eine Familie, die auch mal Fünfe gerade sein lässt. Zu ruhigen Eltern passt eher ein zurückhaltendes Kind, das viel Zuneigung und Fingerspitzengefühl braucht. Dahinter steht immer das gemeinsame Ziel, den Pflegekindern die Möglichkeit zu bieten, ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden, einen Beruf auszuüben und sich vollständig intergriert zu fühlen“, sagt er abschließend und ergänzt: „Viele Kinder haben seit Gründung des Vereins ihren Weg gefunden und Hürden erfolgreich gemeistert. Es sind die kleinen Erfolgsgeschichten, die uns motivieren und zeigen, dass sich unser Einsatz lohnt.“Zu Gast bei Pflegefamilien Hessen

Ich nehme viel mit aus dem Gespräch

Pflegeeltern sind Sinnstifter, die Wertvolles auf den Weg bringen. Pflegefamilie zu sein, ist eine intensive Zeit, geprägt von Fürsorge und dem nötigen Respekt vor der Aufgabe und füreinander. Im Grunde unterscheidet es sich nicht all zu sehr von einem normalen Familienalltag. Mit dem Unterschied, dass die Höhen ein bisschen höher und die Tiefen ein bisschen tiefer ausfallen. Und dass es im Hintergrund auch noch die echten Eltern gibt. Das Leben mit Kindern verändert alles. Das Leben mit Pflegekindern verändert noch mal mehr. Mit einem warmen Gefühl im Herzen fahre ich zurück nach Kassel. Ich freue mich auf die Arbeit und darauf, im Moment des Schreibens ebenfalls zum Sinnstifter zu werden, wie es die vielen Familien und Paare für ihre Pflegekinder sind.

Den Artikel schließe ich mit einem offenen Plädoyer für den ersten Schritt: Alle, die sich für die Aufnahme eines Pflegekindes interessieren, sollten unbedingt Kontakt zum St. Elisabeth-Verein aufnehmen und sich von den kompetenten und freundlichen Mitarbeitern beraten lassen. Es lohnt sich ganz bestimmt.

Zu Gast bei Pflegefamilien Hessen – Hier finden Sie das Kontaktformular oder rufen Sie einfach an.

Von Gastautorin Pamela Premm

Pflegeeltern und Pflegekinder…der Anfang

Pflegeeltern und Pflegekinder…der Anfang

Pflegeeltern und Pflegekinder – Glücksfindermenschen oder jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Gedanken und Gefühle einer Pflegemutter kurz nach Aufnahme von Pflegekind Max (Name geändert)

Immer wieder derselbe Name in meinem Kopf – Max. Max ist da. Der kleine Knirps mit dem unwiderstehlichen Lachen. Klein, frech und unbefangen kommt er daher. Aus ihm spricht das pure Leben. Strubbelig sein Haar und breit sein Lachen im Gesicht. Manchmal ein wenig traurig sein Mund, wenn er fast unsichtbar seine Mundwinkel nach unten zieht. Wenn ich dann – nur einen Augenblick später –  genau hinschaue sehe ich, wie seine Augen in eine weite Ferne schauen. Glücksferne …

Plötzlich höre ich ihn ganz nah, wie seine Stimme quer durch unser Haus ruft, „Mama, ich muss mal Pipi.“ Max ist da und Max muss mal, na klar, und er geht wie ganz selbstverständlich davon aus, dass alles nach seiner Pfeife tanzt. Und dann tanzt er auch schon wieder davon. Frei, neugierig und immer auf Entdeckungstour. Max, ein Wirbelwind, der quer durch unser Leben fegt. Flink und behänd von einer Attraktion zur nächsten. Manchmal hat es den Anschein, er sucht etwas. Für Außenstehende unergründlich, was er sucht. Sein Suchen fordernd, zielstrebig und immer etwas findend.

Er ist glücklich mit dem, was gerade ist, mit dem was sich jetzt und hier abspielt. Und dann im nächsten Moment kann es etwas völlig anderes sein. Dann kuschelt er sich in meine Arme und die Müdigkeit macht sich zwischen uns beiden breit. Max ist da. Und Max und ich sind glücklich.Pflegeeltern und Pflegekind

Und wieder sein Lachen, ein Lachen, dem sich keiner wirklich entziehen kann. Für mich ist das so, als ob das Glück an meine Tür klopft. Kein Wunder, wenn ich Max, dem Glücksfinder begegne. Alles um mich herum wird zum Glück. Zart, vorsichtig und ein klein wenig verschmitzt, doch mit der Gewissheit auf etwas Bleibendes. Max ist da.

Dieser erste Tag…

dieser erste Tag ist etwas ganz besonders zum Beginn der Pflegschaft zwischen Pflegeeltern und Pflegekind. Wir empfehlen angehenden Pfegeeltern auf ihre innerste Intuition zu achten, wenn sie einem Pflegekind das erste Mal begegnen. Es geht um sich Riechen können, um sich wirklich lieben können, um das Gefühl der Verbindung und der Zugehörigkeit. All dies ist wichtig. Beiden – Pflegeeltern und Pflegekind – steht ein aufregender und abenteuerreicher Weg bevor. Dafür hat diese gemeinsame Verbindung und Zuneigung eine zentrale Bedeutung.

Unsere Fachberatung

unterstützt die Pflegeeltern und das Pflegekind dabei, den Weg des gemeinsamen Lebens gut zu beschreiten. Sie versucht die Pflegeeltern so zu begleiten, dass sie auch in schwierigen Situationen den Blickwinkel ändern können und sich so neue Perspektiven ergeben weitere Schritte zu gehen.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und erleben Sie ein Abenteuer – Max ist da…

 

Wie werden wir Pflegefamilie?

Wie werden wir Pflegefamilie?

Eine zentrale Frage: Wie werden wir Pflegefamilie?

Sie wollen erfahren, wie Sie zu einer Pflegefamilie werden, welche Voraussetzungen für uns als Träger wichtig sind, wie das Verfahren zu Auswahl läuft und wie Sie zu einem Pflegekind kommen?

Grundsätzlich kann jede Familie eine Pflegefamilie werden, ebenso wie Alleinerziehende und gleichgeschlechtliche Paare. Ob Sie eigene Kinder haben oder nicht, spielt grundsätzlich keine Rolle. Außerdem ist eine pädagogische Ausbildung nicht zwingend erforderlich.Sie sollten bei der Aufnahme eines Kindes so alt sein, dass Ihr Pflegekind zwischen 18 -20 Jahren alt ist, wenn Sie das Rentenalter erreicht haben.

Wichtige Voraussetzungen sind:

  • eine emotionale und warmrherzige Atmosphäre
  • Freude am Zusammenleben mit Kindern
  • Kreativität, Flexibilität und Ausdauer
  • ausreichend Platz in Ihrem Zuhause
  • finanzielle Stabilität
  • Bereitschaft zur Fortbildung und zur Supervision

Wie werden wir Pflegefamilie? – Unser Verfahren…

In unserem Verfahren des gegenseitigen Kennenlernens haben Sie als mögliche Pflegefamilie die Chance,

  • alle Fragen zum Thema „Pflegekind“ mit uns zu besprechen
  • sich mit den Rahmenbedingungen vertraut zu machen
  • unsere Unterstützungsangebote kennenzulernen.

Unser Auswahlverfahren für Pflegefamilien besteht insgesamt aus 7 Phasen. Wir beginnen mit einem für beiden Seiten unverbindlichen Informationsgespräch. Sind die Familien an einer Zusammenarbeit interessiert, schicken sie uns einen Fragebogen und weitere Bewerbungsunterlagen zu. Diese werten wir aus, um dann einen Erstbesuch in der Familie durchzuführen. Bei einem zweiten Besuch ebenfalls in der Familie erstellen wir mit der potentiellen Pflegemutter und dem potentiellen Pflegevater je ein Genogramm. Diese werden dann von uns ausgewertet. Danach wird mit jedem Elternteil ein biographisches Interview durchgeführt, das wir gemeinsam im Team besprechen.Wie werden wir Pflegefamilie

Abschließend entscheiden in einer Gesamtauswertung alle beteiligten Kollegen darüber, ob wir die Familie als Pflegefamilie für geeignet halten und mit ihr zusammenarbeiten wollen.

Dazu setzen wir ein Profiling im Rahmen des Verfahrens flexibel ein: manchmal gleich zu Beginn der Überprüfung, mittendrin oder am Ende des Prozesses. Dabei fließt das Profiling zu ca.20 % bis max. 30% in unsere Entscheidung ein. Weitere Informationen erhalten dazu Sie im Magazinbeitrag Pflegeeltern auswählen.

Wenn wir Sie als Pflegefamilie anerkennen fehlt noch das Erweiterte Polizeiliche Führungszeugnis und ein Gesundheitszeugnis vom Gesundheitsamt. Danach vermitteln wir Ihnen in enger Zusammenarbeit mit den uns belegenden Jugendämtern ein Kind.

Möchten Sie bei uns Pflegefamilie werden dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.