Gedicht über ein Pflegekind

Gedicht über ein Pflegekind

Pflegevater Uwe Wüst verfasst ein Gedicht über seine Pflegetochter

Anlässlich unseres Film „Basisstation gesucht“ verfasste Uwe Wüst ein Gedicht über ein Pflegekind mit dem Titel „13 Jahre“.

Wie kam er dazu?

Seine Pflegetochter ist die Hauptdarstellerin in unserem Film („Basisstation gesucht“) zur Gewinnung neuer Pflegefamilien. Er wurde wie schon in einem Blogbeitrag beschrieben, auf unserer Jubiläumstagung zum 25-jährigen Bestehen uraufgeführt. Uwe Wüst dachte sich, da könnte ein Gedicht die Uraufführung abrunden. So war es auch. Sowohl vom vorgetragenen Gedicht, als auch vom Film waren die über 150 Gäste begeistert.

Lesen Sie hier das Gedicht:

 

13 Jahre

Verrate mir doch jemand dies

was hatte mich geritten

Ein Pflegekind ich zu uns ließ

sie saß in unserer Mitten

 

Sie brachte Durcheinander mit

und Angst und viele Fragen

und forderte auf Schritt und Tritt

das Leben neu zu wagen

 

Sie kämpfte hart, sie widersprach

ich hatt‘ manchmal kein Wohlgefühl

was würde werden wenn

hernach die Maßnahme ins Wasser fiel?

 

Verrate mir doch jemand dies

was hatte mich geritten

so schlecht zu denken von dem Kind

sie steht in unserer Mitten

Uwe Wüst im September 2018, „13 Jahre“ – Gedicht über ein Pflegekind

 

Hier können Sie den Film anschauen!

Möchten auch Sie Pflegefamilie werden, dann nehmen Sie hier Kontakt mit uns auf ! Wir freuen uns auf Sie.

Pflegeeltern gesucht – Basisstation gesucht

Pflegeeltern gesucht – Basisstation gesucht

Unser Film für Pflegeeltern von Pflegeeltern und Pflegekindern – Eine Erfolgsgeschichte

Pflegeeltern gesucht – Basisstation gesucht

Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz auf unseren Film um Pflegefamilien zu gewinnen.

7.956 Aufrufe auf Facebook, 98 mal geteilt und unzählige „Gefällt mir“ Klicks. Und sehr schöne Kommentare, an denen wir Sie gerne teilhaben lassen möchten:

Kommentare auf Facebook:

So schreibt z.B. Andrea…

„Der Film macht Mut und zeigt, dass es möglich ist, durch Engagement „Berge zu versetzen“ und Gutes zu bewirken.
Dass der Film nicht die ganze Problematik darstellen kann, ist klar. Ich finde aber schon, dass sie deutlich wird und jeder, der sich daraufhin ins Thema begibt, wird ja Näheres erfahren.

Mut ist doch was Entscheidendes und wie schön, wenn Hoffnungsvolles gezeigt wird.“

Und Madlen  findet folgende Worte:

„Ich finde es total wichtig, auch mal rein positives zu hören und zu sehen. Man liest viel mehr über Schwierigkeiten als über gelingende Pflegeverhältnisse und glückliche Pflegefamilien.
Wir sind nämlich auch so eine Familie, wo es (bisher jedenfalls) alles super und leicht läuft, die Kinder minimale bis keine Folgen ihrer Vergangenheit zeigen und wir eine gefühlt total normale fröhliche Familie sind (mit ein paar Besuchen zwischendurch, die nunmal dazugehören). Als mein Mann und ich uns damals informierten, suchte ich vergeblich nach Erfahrungsberichten, die Einblick geben, aber vor allem Lust machen auf Familie erweitern, Herz öffnen, Kindern Liebe und eine Zukunft geben. Gute Fachbücher gibt es viele. Aber das nicht.
Letztlich habe ich dann unsere Geschichte in einem Buch aufgeschrieben, um damit andere zu ermutigen, einen ähnlichen Weg zu gehen!
Ich wünsche mir mehr von dieser Sichtweise und der Natürlichkeit in dem Film. Von mir Daumen hoch – auch wenn mir klar ist, dass das nicht immer so geradlinig läuft!“

Hier der Hinweis auf das von Madlen angesprochene Buch Herzenwünsche – Wir werden Familie

Kürze Kommentare zu Pflegeeltern gesucht – Basisstation gesucht:

Auch die kürzeren Kommentare haben uns sehr gefreut…

Thomas schreibt: „Einfach ein toller, aussagekräftiger und sehr berührender Film!!!“
Carina kommentiert: „Was für ein emotionaler toller Eindruck.. wow.“
Christina sagt: „Naja sehr romantisch dargestellt …“
Tanja fast es mit einem Wort zusammen: „Gänsehaut
 Möchten auch Sie Pflegefamilie werden, dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!

 

Basisstation gesucht…Pflegefamilien gesucht!

Basisstation gesucht…Pflegefamilien gesucht

Wir sind überglücklich. Unser Film „Basisstation gesucht“ ist fertig. Damit sprechen wir Familien an, die Lust auf ein Abenteuer haben und Herausforderungen lieben. Gestern auf unserer Jahrestagung zum 25-jährigen Jubiläum wurde er uraufgeführt und kam sehr gut an.

Sommerpause bei Pflegefamilien Hessen

Sommerpause bei Pflegefamilien Hessen

Pflegefamilien Hessen – Unser Blog in Sommerpause

Unsere Autoren, Esther Schmitt, Pamela Premm und Bertram Kasper sind im Urlaub. Sommerpause bei Pflegefamilien Hessen.Wir schreiben jetzt seit fast einem Jahr rund um das Thema Pflegefamilie, Pflegeeltern und Pflegekinder. Da ist einiges zusammengekommen und wir bekommen ein positive Resonanz. Das freut uns sehr.

Bisher können wir ja von einem Jahrhundert Sommer sprechen, wobei die Trockenheit der Preis ist. Die Bauer klagen und wir werden es an den Kostensteigerungen spürgen. Das Wetter kann es halt nicht allen Recht machen.

Pflegefamilien Hessen wünscht allen Pflegefamilien einen tollen Sommer…

Wir hoffen sehr, dass alle Pflegefamilien mit ihren Pflegekindern eine spannenden und erlebnisreichen Sommer vor sich oder vielleicht schon hinter sich haben. Frau Pamela Premm hat auf jeden Fall einen schönen Beitrag nach einem Interview mit einer Pflegefamilie dazu geschrieben. Den Link finden Sie hier. Wir wünschen Erholung, tolle neue Erfahrungen und Momente des Innehaltens mit der Familie. Genießen Sie die gemeinsame Zeit.

Pflegefamilien Hessen ist ab 08.08.2018 wieder mit online.

Wenn Sie sich für die Aufgabe als Pflegefamilie interessieren, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Hier geht’s zum Kontakformular.

Beratung von Pflegeeltern

Beratung von Pflegeeltern

Die Beratung von Pflegeeltern trägt zum Gelingen von Pflegeverhältnissen bei…

Der St. Elisabeth-Verein unterhält seit inzwischen 25 Jahren einen Fachbereich für Pflegeeltern. Aktuell sind unter unserer Trägerschaft über 100 Pflegefamilien in denen 182 Kinder  leben. Ein Team von 15 Fachberatungen, einer Projektleitung und 2 Geschäftsbereichsleitungen unterstützen die Familien bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Der heutige Magazinbeitrag stellt den Fachberatungsdienst und das Rückmeldegespräch zwischen Pflegeeltern und Fachberaterin in den Fokus.

Beratung von Pflegeeltern – ein Thema im World Cafe 2015

Auf unserer Jahrestagung 2015 haben wir mit unseren Pflegefamilien ein World Cafe durchgeführt.Dort wurde deutlich wie wichtig unseren Familien die Begleitung durch unsere Fachberatungen ist. Gleichzeitig bestand zum einen der Wunsch der Pflegefamilien mehr über die Aufgaben, die Arbeitsschwerpunkte und die Rolle der Fachberatungen zu erfahren. Zum  anderen wurden Reflexionsgespräche zwischen Pflegefamilie unf Fachberatung gewünscht, mit dem Ziel die gemeinsame Zusammenarbeit regelmäßig zu reflektieren.

Beratung von Pflegeeltern – die Aufgaben und die Rolle der Fachberatung

Die im folgenden dargestellte Struktur für die Aufgaben- und Rollebeschreibung der Fachberatung zeigt im Überblick die Schwerpunkte.

Grundlegende Tätigkeiten der Fachberatung im Rahmen der Sicherstellung der Leistungsvereinbarung (Eine Leistungsbeschreibung und das dazugehörige Entgelt wird zwischen dem St. Elisabeth-Verein und dem Jugendamt in der sogenannten Leistungsvereinbarung vereinbart und beschreibt, welche Leistungen wir als Einrichtung und die Erziehungsstellen für das Entgelt erbringen müssen).

  • Überprüfung neuer Familien
  • Aufnahme- und Anbahnungsverfahren von Kindern
  • Fachaufsicht
  • Sicherstellung des Kindeswohls
  • Eigene Fort- und Weiterbildung
  • Leitung der Regionalgruppen
  • Vorbereitung und Teilnahme an der jährlichen Erziehungsstellentagung
  • Begleitung der Fortbildungsangebote für die Erziehungsstellen
  • Teilnahme an Arbeitsgruppen zur Weiterentwicklung des Fachbereiches
  • Hinsichtlich der Familien: Überprüfung der Teilnahme an den Angeboten des Settings
  • Sicherstellung des Kindeswohls (Präventionskonzept)
  • Herkunftsfamilienarbeit (Biographiearbeit)
  • Umsetzung der Hilfeplanung
  • Einzelgespräche
  • Qualitätsmanagement (Handbuch Fachberatung)

Gliederung der Tätigkeiten:

  1. Beratungsarbeit
  2. (direkt)kindebezogene Tätigkeiten und Inhalte
  3. Herkunftselternarbeit
  4. Krisenbegleitung
  5. Koordination der Hilfe/Kontaktpflege/Netzwerke
  6. Verwaltung und Organisation

Beratung von PflegeelternDie Tätigkeiten 1 – 6 werden dann konkret ausgeführt und im Detail beschrieben. Alle unsere Pflegefamilien haben die komplette Tätigkeitsbeschreibung erhalten und alle neue Familien bekommen sie mit Beginn unserer Zusammenarbeit. Die jeweils zuständige Fachberatung hat die Aufgabe die Stellenbeschreibung mit der Pflegefamilie zu besprechen.

Möchten Sie die Stellenbeschreibung erhalten, schreiben Sie uns bitte ein E-Mail.

Faktoren gelingender Beratung von Pflegeeltern

Zentral für die in den Familien lebenden Pflegekinder ist es, dass das unterstützende Helfersystem gut zusammenarbeitet. Dazu ist zum einen hilfreich die gegenseitigen Erwartungen für die Kooperation zu klären (dazu kann die Tätigkeitsbeschreibung für die Beratung von Pflegeeltern dienen) und zum anderen darauf zu achten, dass die Zusammenarbeit regelmäßig reflektiert wird. So ist es möglich frühzeitig unterschiedliche Sichtweisen, Unstimmigkeiten aber auch gelingende Aspekte anzusprechen. Unser Leitfaden für das Gespräch zur Zusammenarbeit gliedert sich in drei Zeitebenen:

  • Rückblick,Vergangenheit
  • Gegenwart
  • Zukunft

 

Gespräch zur Zusammenarbeit

Dieses Gespräch soll zum einen der Reflektion der Zusammenarbeit zwischen der Fachberatung und der Erziehungsstellenfamilie dienen, zum anderen geht es um die wechselseitige Weiterentwicklung und auch um die zu verändernden Anforderungen an den Fachbereich insgesamt. Dabei kann auch die Zusammenarbeit mit den Herkunftseltern, dem Jugendamt, dem Vormund, Therapeuten, der Schule, der Kindertageseinrichtung und anderen Institutionen reflektiert werden.

Beim dem Reflektionsgespräch nehmen möglichst beide Erziehungsstelleneltern teil. Grundsätzlich geht es bei dem Rückmeldegespräch immer um die Sichtweise der Erziehungsstellenmutter und des Erziehungsstellenvaters und der Fachberatung. Diese können auch unterschiedlich sein.

Die folgenden Hinweise dienen sowohl der Erziehungsstelle, als auch der Fachberatung zur Anregung für Fragestellungen im Gespräch. Der „Leitfaden“ oder Aspekte davon können bei jeder Gelegenheit genutzt werden, wenn es der Erziehungsstelle oder der Fachberatung sinnvoll erscheint die gemeinsame Zusammenarbeit in Blick zu nehmen.

Rückblick/Vergangenheit

(Rückblick auf das vergangene Jahr / Rückblick auf jeweils ein konkretes Beratungsgespräch bzw. Ereignis)

  • Was gibt es zu der Vergangenheit im Allgemeinen zu berichten?Beratung von Pflegeeltern
  • Was haben wir/Sie im vergangen Zeitraum erreicht?
  • Welche guten, aber auch schwierigen Erfahrungen haben wir gemacht? Wie sind wir mit den guten und wie sind wir mit den schwierigen Situationen umgegangen?
  • Welche Stärken haben uns auch in den schwierigen Momenten weitergeholfen?
  • Welche Aspekte in der Zusammenarbeit haben wir als hilfreich, zielführend und entwicklungsfördernd erlebt?
  • Was war eher weniger hilfreich, zielführend und entwicklungsfördernd?

 Gegenwart

  • Gibt es Themen aus Sicht der Erziehungsstelleneltern und aus Sicht der Fachberatung, die aktuell besprochen werden sollen und wie viel Aufmerksamkeit wollen wir diesen Themen geben.
  • Wie stellt sich für die Erziehungsstelleneltern und für die Fachberatung die aktuelle Situation dar und was ist eher förderlich bzw. was ist eher hemmend?
  • Was sind die Stärken der Erziehungsstelleneltern?
  • Was sind die Stärken der Fachberatung?
  • Welche unserer Angebote werden nutzen Sie (Fortbildung, Supervision, Regionalgruppen, Jahrestagung und Curriculum zur Qualifizierung von Erziehungsstellen)

Zukunft

  • Wie wollen wir gemeinsam unsere Zusammenarbeit zukünftig gestalten bzw. verbessern und wollen wir denn auch weiter zusammenarbeiten.
  • Beratung von PflegeelternWelche Wünsche haben Sie zu den Inhalten, Gestaltung und zu den Themen bezüglich unserer Angebote (Fortbildung, Supervision, Regionalgruppen, Jahrestagung und Qualikurs)
  • Welche Entwicklungsthemen sehen Sie als Erziehungsstellenfamilie für sich, welche Entwicklungsthemen würde ich Ihnen als Fachberatung empfehlen.
  • Welche Vereinbarungen wollen wir dazu treffen?
  • Gibt es aktuelle Wünsche an den Fachbereich bzw. an die Geschäftsbereichsleitung?

 

Möchten Sie mehr über unsere Dienstleistungen für Pflegefamilien erfahren könnte auch folgender Beitrag für Sie interessant sein.

Wir arbeiten unter dem Dach des St. Elisabeth-Vereins. Ein Träger für Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe und Altenhilfe.

Lobbyarbeit für Pflegefamilien

Lobbyarbeit für Pflegefamilien

Die Vertrauensgruppe der Pflegefamilien des St. Elisabeth-Vereins* macht Lobbyarbeit für Pflegefamilien und trifft sich mit Landes- und Kommunalpolitikern

Der Einladung der Vertrauensgruppe des St. Elisabeth-Vereins sind am 11.06.2018 Angelika Löber (SPD), Marjana Schott und Jan Schalauske (beide Die Linke) gefolgt. Ziel des fachpolitischen Austauschs war es, die Politiker für die Themen Care Leaver, Pflegekinder mit Behinderung und zum Heranziehungsbeitrag für Jugendliche in Ausbildung zu sensibilisieren.

Die Beteiligten…

Für die Vertrauensgruppe waren Hans Schwarz, Detlef Wirth, Heinz Jürgen Schleich (Sprecher der Vertrauensgruppe), Ernst Prall und Uwe Wüst anwesend. Es fehlten: Wilma Jung, Petra Müller – Namockel und Melanie Kleine – Luttropp.

Alle Beteiligten haben sich besonders darüber gefreut, dass sich Nadine Mocco als betroffenes ehemaliges Pflegekind und Care Leaverin mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen eingebracht hat.

Lobbyarbeit für PflegefamilienNach der Begrüßung von Heinz Jürgen Schleich und der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass bei den fünf Pflegevätern insgesamt 99 Jahre Erfahrung als Pflegefamilie versammelt sind und in ihren Familien insgesamt 27 Pflegekinder gelebt haben oder aktuell noch leben. Allen Mitgliedern der Vertrauensgruppe ist die Lobbyarbeit für Pflegefamilien eine echte Herzensangelegenheit.

Danach berichtete Nadine Mocco von ihrer ganz persönlichen Geschichte. Nach dem Fachabitur stand die Frage an, ob sie einen Antrag auf Verlängerung der Erziehungshilfemaßnahme nach ihrem 18. Lebensjahr stellen soll. Sie entschied sich, dies zu tun, damit sie mit Beginn einer Lehre oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres nicht ohne Unterstützung, auch durch ihre Pflegeeltern, dastehen würde.

Ein ehemaliges Pflegekind erzählt…

Sie sagt dazu: „Das war schon echt komisch, für sich selbst diesen Antrag zu stellen. Und was ganz blöd war, dass ich mich schlechter darstellen musste, als es tatsächlich war, damit ich auch wirklich Hilfe bekomme.“

Die Hilfe wurde ihr für ein Jahr gewährt. Sie entschloss sich, dann doch erst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Marburg zu machen. Sie konnte bei der Diakonie Hessen in eine Wohngemeinschaft ziehen. Sie selbst hätte ca. 430,00 € für ihren Lebensunterhalt vom FSJ – Träger bekommen. Das Jugendamt machte dann deutlich, dass sie davon 75 % als Heranziehungsbeitrag einbehalten würde. Dies hätte eine Summe von 322,50 € bedeutet. Damit fühlte sie sich erpresst, wären ihr doch nur noch 107,50 € geblieben. Davon hätte sie nicht ihren Lebensunterhalt in der WG bestreiten können.

Was sagt der Petitionsausschuß des Bundestages dazu?

Dabei stellt der Heranziehungsbeitrag eine sogenannte „Kann Bestimmung“ im SGB VIII dar und den Jugendämtern bleibt ein Ermessensspielraum. In einem Schreiben (16.12.2013) vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages wurde der Vertrauensgruppe wie folgt geantwortet:

„Nunmehr können Jugendämter seit dem 3. Dezember 2013 im Rahmen ihres Ermessens darüber entscheiden, ob sie bei jungen Menschen in stationären Einrichtungen oder in Pflegefamilien von der Kostenheranziehung aus dem Einkommen absehen oder einen geringeren Kostenbeitrag erheben. Voraussetzung ist, dass die jungen Menschen das Einkommen im Rahmen einer Tätigkeit erworben haben, die im besonderen Maße dem Zweck der Jugendhilfeleistung dient (zum Beispiel der Übernahme von Eigenverantwortung, dem Erwerb sozialer Kompetenzen oder der Verselbständigung). In Bezug genommen sind hier Fälle, in denen die Heranziehung des jungen Menschen zu den Kosten dem Ziel der Hilfe widersprechen und der Zweckbestimmung der pädagogischen Arbeit mit dem jungen Menschen entgegenlaufen würde.”

Bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr werden doch gerade die verfolgten Ziele der Jugendhilfemaßnahme noch gefestigt und der junge Mensch erbringt dazu noch einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag. Das ist dann für einen jungen Menschen nach Einschätzung von Nadine Mocco wirklich schwer nachzuvollbar.

Die Geschichte geht weiter…

Nadine Mocco erzählt weiter, dass mit ihrem zuständigen Jugendamt zu dieser Frage nicht zu verhandeln war und sie sich dann schweren Herzens entschloss, die Hilfe zu beenden.

Lobbyarbeit für PflegefamilienHeute sagt sie mit noch klarerer Überzeugung: “Wäre ich in der Hilfe geblieben, hätte ich finanziell das FSJ nicht machen können, und das ist jetzt, wo ich in Ausbildung bin, noch schlechter nachzuvollziehen, habe ich doch durch das FSJ auch zu arbeiten gelernt. Es war also wirklich eine gute Vorbereitung für die Sicherung meiner weiteren Zukunft.”

Damit war jedoch ihre Reise der Ungewissheiten nicht vorbei. Mit Beginn der Ausbildung musste sie sich eine eigene Wohnung suchen. Klar war, dass das Ausbildungsgeld nicht reichen würde, also beantragte sie Berufsausbildungsbeihilfe (BAB).

“Das war für mich ganz schlimm, dass ich eine Einkommensbescheinigung meiner getrennten Eltern vorlegen sollte, zu denen ich Jahre keinen Kontakt mehr hatte und auch keinen haben wollte. Das Ganze zog sich über ein halbes Jahr hin, in dem ich dann natürlich auch kein Geld bekam. Wären meine Pflegeeltern nicht so kulant gewesen und hätten mir Geld vorgestreckt, hätte ich die Lehre nicht beginnen können. Das verstehe ich alles nicht. Dann ist doch der ganze Einsatz von mir und meinen Pflegeeltern für die Katz, wenn einem solche Hürden in den Weg gelegt werden. Ich würde mir sehr wünschen, dass die Politiker da leichtere Wege für uns Care Leaver schaffen.”

Politiker beeindruckt…

Alle drei Politiker gaben sich fassungslos zu diesem Umgang. Sie fragten interessiert nach, um die Gesamtzusammenhänge noch besser zu verstehen. So sprach Jan Schalauske z.B. davon, dass es möglich wäre, im Einzelfall ihn als Mandatsträger direkt anzusprechen, um für Unterstützung bzw. Aufklärung zu werben. Marjana Schott drückte aus, dass hier einfach auf die enge Bindung zu den Pflegeeltern gesetzt wird. Doch was ist mit den Jugendlichen, denen diese Verbindung nicht zur Verfügung steht? Und Angelika Löber gab den Anwesenden den Tipp, sie bei der nächsten Petition direkt einzubeziehen, damit sie auch gut und richtig bearbeitet wird.

Und Nadine Mocco stellt für sich fest:

“Ohne meine Pflegeeltern hätte ich diesen Übergang nicht geschafft.”

Bezogen auf die Pflegekinder mit Behinderung führt Marjana Schott aus, dass gerade der Gesetzentwurf der hessischen Landesregierung zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes zur Lesung im Landtag eingebracht ist. Sie will versuchen, Heinz Jürgen Schleich als Sprecher der Vertrauensgruppe noch einen Platz für die Anhörung zu reservieren.

Für  alle war es ein sehr wichtiger und inhaltlich fundierter Termin. Die Mitglieder der Vertrauensgruppe dankten Nadine Mocco und allen Politikern für ihr Interesse und für ihren Einsatz.

Nach den Sommerferien stehen noch weitere Gespräche mit Politikern aus dem Landkreis Marburg Biedenkopf und der Stadt Marburg aus.

Möchten Sie selbst Pflegefamilien werden oder sich an der Lobbyarbeit für Pflegefamilien unterstützend beteiligen freuen wir uns über Ihre

Kontaktaufnahme!!!

*Anmerkung: Die Vertrauensgruppe der Pflegefamilien des St. Elisabeth-Vereins wird alle 3 Jahre von den über 100 Pflegefamilien als ihre Interessensvertretung gewählt. Sie nimmt sich jedes Jahr Arbeitsschwerpunkte vor. Das Jahr 2018 steht unter dem Motto: „Lobbyarbeit für Pflegefamilien“. Es stehen insgesamt mehrere Treffen mit Politikern auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene an.

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