Das Pflegekind zieht ein…

Das Pflegekind zieht ein…

Interview – Teil 2: Das Pflegekind zieht ein

„Für Pflegekinder ist die neue Familie wie eine andere Welt – Lichtjahre von der eigenen entfernt.“

Mit dem Einzug des Pflegekindes beginnt für die Familie eine aufregende Zeit. Die Kernfamilie wird ordentlich auf den Kopf gestellt und neu sortiert. Wie können sich Pflegeeltern vorbereiten? Wie halten sie die Balance aus Bindung und Abgrenzung? Welche Schwierigkeiten sind vorprogrammiert? Im zweiten Teil unseres Interviews spricht die Autorin Pamela Premm (PP) mit Bertram Kasper (BK) vom St. Elisabeth-Verein in Marburg über das Zusammenleben mit Pflegekindern. Das Pflegekind zieht ein und das Abenteuer kann beginnen.

PP: Der Einzug des Pflegekinds wird mit großer Freude erwartet. Wie kann man sich vorbereiten?

BK: In gemeinsamen Abstimmungen zwischen Eltern, Jugendamt, Fachberatung und Pflegeeltern wird genau überlegt, welche Anbahnung zwischen dem Kind und der Pflegefamilie sinnvoll ist und wie am besten vorgegangen wird. Unser beratender Fachdienst steht den Familien dabei zur Seite. Es geht wirklich darum für das Kind einen guten Prozess zu gestalten, der sensible die Bedürfnisse des Kindes berücksichtigt.

Das Pflegekind zieht ein: Es geht darum für die Kinder ein Nest zu bauen. Es sollte ein eigenes Zimmer bekommen, dass zwar fürsorglich eingerichtet ist, aber dennoch Platz für persönliche Gegenstände lässt. Das können Bilder von der Herkunftsfamilie, Spielzeug und andere Erinnerungsstücke sein.

Das Pflegekind ziet ein

giraffe breaks the ceiling in the living room. Photography combination concept

  „Pflegeeltern haben ein Gespür dafür, was sie dem Pflegekind zumuten können.“

PP: Gerade am Anfang will man alles richtig machen. Wie gestaltet man die ersten Tage?

BK: In den ersten Tagen ist es besonders wichtig, dass die Hauptbezugsperson präsent ist und das Kind in den Alltag begleitet. Jeder Kontakt zu Verwandten und Freunden sollte erst mal dosiert erfolgen. Für Pflegekinder ist die neue Familie wie eine andere Welt – Lichtjahre von der eigenen entfernt. Sie sollten in Ruhe ankommen dürfen. An erster Stelle steht ein behutsames Kennenlernen und das auf möglichst natürliche Weise. Geschwisterkinder können dabei eine starke Unterstützung sein. Sie leben den Alltag vor und binden die Pflegekinder instinktiv mit ein.  Durch einen reduzierten, reizarmen Rahmen können Kinder ihre Eindrücke besser verarbeiten. Die meisten Kinder kennen keinen geregelten Alltag und keine Grenzen. Diese zu beachten, müssen sie erst lernen. Pflegeeltern haben, das ist unsere Erfahrung, ein sehr genaues Gespür dafür, was sie dem Pflegekind zumuten können. In jedem Fall ist es wichtig, erst einmal Tempo rauszunehmen und dem Kind Zeit zu lassen, sich zu orientieren und anzukommen. Das Pflegekind zieht ein…ein behutsamer Weg.

PP: Das Wechselspiel von Nähe und Distanz ist auch so ein Thema. Wie geht man damit um?

BK: Auch hier gilt es für die Pflegeeltern den Kontakt erst einmal langsam aufzubauen und genau zu beobachten, was das Pflegekind zulässt und wodurch es sich überfordert fühlt. Oft dauert es etwas, bis das Pflegekind Vertrauen und Zuversicht schöpft. Das Pflegekind zieht ein: Geduld ist gefragt.

PP: Pflegekinder bringen ihren Rucksack mit teilweise traumatischen Erfahrungen mit. Wie wirkt sich das aus?

BK: Wir erleben immer wieder, dass sich Pflegekinder zunächst sehr angepasst verhalten. Sobald sie ihren neuen Bezugspersonen vertrauen, beginnen sie zunehmend mehr von sich zu zeigen. In der Familie angekommen, legen sie vielleicht ein völlig verändertes Verhalten an den Tag und reagieren in manchen Situationen scheinbar absolut unangemessen. Solche Überreaktionen können erstmal ein echter Schock für die Pflegeeltern sein.

PP: Was können Pflegeeltern in einer solchen Situation tun?

BK: Pflegeeltern können sich bei ihrem Fachberater Unterstützung holen. Gerade in der Anfangszeit stehen sie in engem Kontakt zueinander. Man sollte ehrliches Verständnis für das Kind aufbringen und sich nicht angegriffen fühlen, auch wenn das erstmal schwerfällt müssen die Erfahrung machen dürfen sich neuen Bezugspersonen anzuvertrauen zu können. Das bedarf Zeit.

PP: Die Trennung ist auch für die leiblichen Eltern schwer zu verarbeiten. Wie werden Besuchszeiten geregelt?

Grundsätzlich ist es so, dass jedes Kind das Recht auf Umgang mit seinen Eltern hat. Das ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Es geht darum persönliche Kontakte zu den  leiblichen Eltern zu pflegen, auch wenn es in einer Pflegefamilie aufwächst. Ganz praktisch können die Kinder und Jugendlichen auch mit den Eltern telefonieren, Briefe oder E-Mails schreiben. Wichtig ist für die einzelnen Pflegekinder in der Ausgestaltung der Umgangskontakte genau zu differenzieren. In § 1626 Abs.3 BGB steht geschrieben:

„Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für dem Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhalten für seine Entwicklung förderlich ist.“

Deshalb ist gerade im Pflegekinderbereich in der Gestaltung der Besuchskontakte die Beziehungssituation des Kindes, seine Sicherheit (Kinderschutz) im Fall von Umgang und die Kontaktfähigkeit der Eltern miteinzubeziehen.

Wir unterstützen unsere Pflegefamilien durch unsere Fachberatung bei diesen vielfältigen und umfangreichen Aspekten zum Umgangsrecht. Zudem bilden wir unsere Pflegefamilien zum Thema Herkunftseltern fort.

„Das Pflegekind sollte wie jedes andere Kind aufwachsen.“

PP: Sobald das Pflegekind eingezogen ist, gibt es einiges zu organisieren und zu entscheiden. Welche Rechte haben die Pflegeeltern?

BK: Die beiden folgenden Grafiken (siehe unten) geben einen guten Überblich und beleuchten auch den Bereich, der mit den Sorgeberechtigten abgesprochen wird. Das Pflegekind zieht ein: der rechtliche Rahmen.

PP: Wie sieht es aus mit grundsätzlichen Fragen wie Impfung oder religiöser Gesinnung?

Dies ist sind juristisches Thema mit einigen Fallstricken. Zu beiden Themen gibt es gute Ausführungen von auf das Pflegekinderwesen spezialisierten Rechtsanwälten. Zur Impfung sagt Rechtswalt Matthias Westerhold folgendes:

„Pflegeeltern, bei denen die Kinder als Dauerpflegekind leben, haben die sogenannte Alltagssorge nach § 1688 BGB. Dazu brauchen sie keine Vollmacht, die haben sie kraft Gesetz.Das Pflegekind zieht ein

Das ist der Teil der elterlichen Sorge, der das alltägliche Miteinander betrifft. Wann das Kind ins Bett geht, mit wem es spielt, welchen Film im Kino es sehen darf, welchen Sport es treibt oder wie lange es abends noch Fernsehen schauen darf.

Impfen gehört zu den Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind:

Die Entscheidung darüber, ob und in welchem Umfang ein Kind geimpft werden soll, betrifft keine Angelegenheit des täglichen Lebens i. S. d. § 1687 Abs. 1 S. 2 BGB, sondern eine Angelegenheit, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist (§ 1628 BGB), weil sie mit der Gefahr von Risiken und Komplikationen verbunden ist.

Eine Differenzierung zwischen der Zustimmung zur Impfung als Angelegenheit des täglichen Lebens und ihrer Verweigerung als Angelegenheit von erheblicher Bedeutung kommt nicht in Betracht.

Bei fehlender Einigung der Eltern kann das Familiengericht gemäß § 1628 BGB zur Herbeiführung der notwendigen Entscheidung einem Elternteil die Entscheidungskompetenz übertragen. Maßgeblich für die Entscheidung ist die gemäß § 1697a BGB die Frage, welcher Elternteil am ehesten geeignet ist, eine am Kindeswohl ausgerichtete Entscheidung zu treffen.“Das Pflegekind zieht ein

Auch zum Thema Religiosität gibt es Ausführungen  von Rechtsanwalt Steffen Siebert. Er hat den Aspekt der Taufe in einem Artikel sehr gut beschrieben. Hier der Link! http://www.pflegeelternrecht.de/pf/vormundschaft.php?detail=31

PP: Die berufliche Situation der Pflegefamilie verändert sich und ein Umzug steht bevor. Was passiert mit dem Pflegekind?

BK: Pflegeeltern haben gewisse Mitteilungspflichten gegenüber den leiblichen Eltern bzw. dem Sorgeberechtigten, dem Jugendamt und uns als Träger. Dazu gehört auch das Pflegeeltern sich zu einem geplanten Umzug abstimmen müssen. Grundsätzlich kann der Personensorgeberechtigte den Aufenthaltsort des Kindes bestimmen. Ohne diese Zustimmung darf ein Pflegekind nicht an einen anderen Ort umziehen.

„Mit der Betreuung von Pflegekindern wird man nicht reich“

PP: Einige Pflegeeltern wurden bereits mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie sich mit dem Pflegekind eine goldene Nase verdienen. Wie geht man damit um?

BK: Mit der Aufnahme eines Pflegekindes erhält man finanzielle Unterstützung. Dazu gehören neben dem Pflegegeld eine Mehrbedarfspauschale und einen erhöhten Erziehungsbeitrag, wenn das Kind eine besondere Förderung bedarf. Die Betreuung eines Pflegekindes ist ein 24-Stunden-Job.  Die Zahlungen tragen zum Familieneinkommen bei, allerdings wird man davon nicht reich.

PP: Was passiert, wenn das Pflegekind stärker beeinträchtigt ist, als vor der Vermittlung vermutet?

BK: Die meisten Pflegekinder sind aufgrund ihrer Lebensbedingungen in den Herkunftsfamilien entwicklungsverzögert. Sie wurden emotional vernachlässigt. Mit der nötigen Förderung und viel Zuwendung haben sie eine Chance, versäumte Entwicklungsschritte nachzuholen holen sie allerdings schnell auf. Schwieriger ist es, wenn sich eine schwere geistige Behinderung herausstellt. Die Pflegefamilien sollten sich in dieser Situation ehrlich hinterfragen, ob sie sich das zutrauen. Es gibt Eltern, die sich ganz bewusst für die Aufnahme behinderter Kinder entscheiden, ihnen eine Chance geben. Aber wir wollen das nicht voraussetzen.

 „Eltern dürfen eine Pflegschaft auch abbrechen.“

PP: Es kommt vor, dass Eltern mit ihrem Pflegekind gar nicht zurechtkommen. Was raten sie diesen?

BK: Es gibt Pflegekinder, die äußerst verhaltensauffällig sind. Schwierig wird es immer dann, wenn die Pflegekinder übergriffig werden und sich so verhalten, dass ein Familienleben kaum möglich ist. Dann schauen wir sehr genau, ob eine weitere Betreuung sinnvoll ist. Wir sagen den Pflegeeltern, dass sie eine Pflegschaft auch abbrechen dürfen, wenn sie nicht mehr können. Wenn es nicht funktioniert, ist es für das Kind und die Familie nicht gut, einfach weiterzumachen. Manchmal sind andere Betreuungsformen wie eine Wohngruppe für das Pflegekind besser geeignet. Wir wissen, dass es Familien unheimlich schwerfällt, sich gegen das Pflegekind zu entscheiden. Wir versuchen sie dabei bestmöglich zu unterstützen und setzen sie nicht unter Druck.

PP: Die Betreuung eines Pflegekinds ist sehr zeitintensiv. Ist es sinnvoll, wenn ein Elternteil komplett zuhause bleibt, um sich um die Familie zu kümmern?

Das Pflegekind zieht einBK: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Bei unseren Pflegefamilien sind alle Modelle vertreten: Mütter oder Väter, die ganz zuhause bleiben, um sich um die Kinder zu kümmern. Frauen, die nur halbtags oder in Teilzeit arbeiten. Alleinerziehende, die selbstständig im Homeoffice tätig sind. Einige Paare steigen wieder Vollzeit in den Beruf ein, sobald die Pflegekinder aus dem Gröbsten heraus sind. Darin unterscheiden sich Pflegefamilien nicht von anderen Familien. Bedenken sollte man aber, dass Pflegekinder häufiger einen größeren Förderbedarf haben, der viel Zeit beansprucht.

PP: Ein Pflegekind bei sich aufzunehmen ist ein Balanceakt zwischen Nähe, emotionaler Bindung und eine nötige Distanz. Wie geht man damit um?

BK: Ein gesundes Bindungsmaß zu finden, ist gerade in der Bereitschaftspflege schwierig. Es gibt Pflegeeltern, die sich damit arrangiert haben, andere benötigen eine intensivere Begleitung. Viele Kinder bleiben auch dauerhaft, wenn klar wird, dass sie in der Pflegefamilie gut aufgehoben sind. Um sich gesund entwickeln zu können, brauchen Pflegekinder ein echtes Bindungsangebot und einen sicheren Ort, an dem sie sich geborgen fühlen.

PP: Mit Volljährigkeit endet die Pflegschaft. Müssen die Pflegekinder dann ausziehen?

BK: Nein. Das Pflegekind kann beim Jugendamt beantragen, dass die Pflegschaft weiterhin erhalten bleibt. In der Regel wird eine weitere Pflegschaft bis im Alter von 21 Jahren gewährt. Viele Pflegeeltern sind eng mit ihren Pflegekindern verbunden, sodass auch nach einem Auszug ein regelmäßiger Kontakt besteht. Ganz so als wären es die leiblichen Kinder.

Das Pflegekind zieht ein…Möchten Sie sich auch dieser Aufgabe stellen, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter

Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter

Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter oder:

Vom Abenteuer des achtsamen Sich – Selbst – Begegnens

von Esther Schmitt (Projektleitung Fort- und Weiterbildung)

23:30 Uhr. Erschöpft. Entmutigt. Kein Tag, der nach Wiederholung schreit. Leer gekämpft bin ich und leer gefühlt. Es ist der Abend, an dem ich Focusing „entdecke“: „Wenn Du Dich nicht an Deinem Leben freust, wer sonst?“[1] Dieser kleine Satz oder besser gesagt diese kleine Frage, markiert den Ausganspunkt einer persönlichen Reise ebenso wie den Beginn einer Entwicklung, deren Schritte sich seit 2017 in Fortbildungsangeboten für Pflegefamilien des St. Elisabeth-Vereins widerspiegeln. Daraus ist auch das Angebot Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter entstanden.

11 Gründe, weiterzulesen: Was Focusing bewirken kann[2]

 Focusing kann Sie unterstützen …

  • innere Stimmigkeit zu erreichen: sich selbst zuhören und bei sich bleiben
  • zu entdecken, was Sie Tag für Tag brauchen und was Ihnen gut tut, damit sich Ihre Lebendigkeit entfalten kann.
  • im „Mich-Selbst-Annehmen“: sich selbst mehr und mehr verstehen und liebevoll annehmen
  • Theorie und Praxis des Veränderungswissens zu erwerben
  • angesichts herausfordernder zwischenmenschlicher Situationen die Fassung zu wahren und den Boden unter den Füßen zu behalten
  • zwischen eigenen und fremden Gefühlen zu unterscheiden: lebendig mit sich selbst und der Umwelt verbunden sein
  • über achtsames Wahrnehmen körperlichen Erlebens persönlich stimmige Lösungsschritte zu entfalten: Denk- und Heilungsschritte zugleich
  • Techniken der inneren Distanzierung, Beruhigung und Begleitung zu erlernen: die eigene Basisstation sein
  • schwierige und konfliktreiche zwischenmenschliche Situationen frischer, versöhnlicher und für beide Seiten zufriedenstellender zu gestalten
  • liebevoll mit „gefühltem Scheitern“ umzugehen und lebensbejahend zu bleiben
  • sich ohne großen Aufwand entspannter und ermutigter zu fühlen

Diese Aspekte verdeutlichen wie wichtig Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter sein kann. Doch was ist Focusing eigentlich genau?

Was ist Focusing? – Der „Entdecker“:

Prof. Eugene Gendlin, geboren 1926 in Wien und seines Zeichens Philosoph, Psychologe und Psychotherapeut, war fasziniert von dem Sich-Einlassen auf das, was schon gespürt, aber noch nicht gewusst wird. Mit seinen Eltern floh er 1938 vor den Nationalsozialisten in die USA, studierte in Chicago Philosophie und wurde im Verlauf seiner Karriere zum Professor für Philosophie und Verhaltenswissenschaften der Universität Chicago berufen.

Für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der Psychotherapie erhielt er höchste Auszeichnungen. Sein erstes Buch FOCUSING (auf das weitere rund 500 Veröffentlichungen folgen sollten) erschien 1978 und wurde in zwölf Sprachen übersetzt. In seiner Arbeit verbinden sich empirische Psychotherapieforschung, psychotherapeutische Praxis und Philosophie zu einem Ganzen. Er ist der Entdecker des „Felt Sense“, einer Erlebniskategorie, die heute das Herzstück des Focusing bildet.[3]

Die Praxis:

Focusing, das ist die gute Nachricht, die wir von Frau Dipl. Psychologin Charlotte Rutz (Referentin) erhalten, ist „für Jederfrau und Jedermann erlernbar“. Focusing für Pflegemütter und PflegeväterFrau/Mann kann sich Focusing als eine Art Werkzeugkoffer voller vieler kleiner, leichter, intuitiver Techniken, Konzepte, Landkarten und Übungsanleitungen vorstellen, die die/den Focusing-Praktiker/in grundsätzlich dabei unterstützen, sich in einer freundschaftlichen und annehmenden Beziehung zu sich selbst zu beheimaten.

Das freundliche Verstehen von sich selbst…

Dieses „freundliche Verstehen“, das uns häufig in Kontakt mit dem befreundeten oder geliebten Gegenüber selbstverständlich ist, sollte von wesentlicher Bedeutung sein auch für die innere Kommunikation mit uns selbst: „Genau wie in einer zwischenmenschlichen Beziehung eröffnet nur die Haltung des liebevollen, akzeptierenden Annehmens und Belassens, wie es gerade ist, den Raum für Veränderung, Wandlung und innere Kreativität. Nur so heilen innere Verwundungen und entsteht in uns überraschend Neues.“, sagt Klaus Renn, approbierter Psychotherapeut und einer der beiden Leiter des Deutschen Ausbildungsinstituts für Focusing und Focusing-Therapie (DAF).[4]

Den Kontakt mit sich selbst nicht zu verlieren, gerade in heiklen Situationen mit lieben Mitmenschen, ist die Voraussetzung dafür, dass auch schwierige Situationen für beide Seiten befriedigender und versöhnlicher gestaltet werden können.

Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter einfach selbst ausprobieren…

„Es ist schwer“, so Frau Dipl. Psychologin Charlotte Rutz, „über Focusing zu schreiben. Ausprobieren ist die Devise!“ Zum Ausprobieren haben die Pflegefamilien des St. Elisabeth-Vereins zum zweiten Mal in diesem Jahr Gelegenheit:

Der zweite „Focusing-Schnuppertag“ findet am Samstag, 21.04.2018 in unseren Seminarräumen in Marburg statt. Begleitet werden die Teilnehmenden auch an diesem Tag von Frau Charlotte Rutz, die in den vergangenen Jahren vielfache Erfahrungen mit Focusing gesammelt hat: Sie selbst hat bei Klaus Renn am DAF als Teilnehmende verschiedene Ausbildungsabschnitte, bis hin zur Focusing-Therapeutin, absolviert. Heute arbeitet sie regelmäßig mit Focusing-Elementen und engagiert sich in der Focusing-Ausbildung.[5]

Basisstation für sich und andere: Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter

Die Frage, die sich stellt…

Wie kann das gehen und welche enormen emotionalen Aufwendungen werden wohl betrieben, um als Pflegemütter und -väter auf oft „ schwerer See“ Tag für Tag Familie leben zu können?

Nach jedem persönlichen Gespräch, nach jeder Fortbildungsveranstaltung, jeder Regionalgruppe wird diese Frage in mir lauter … Die Konstellationen sind besonders – in vielerlei Hinsicht. Pflegekinder sind Kinder, die per definitionem, in schwierigem Gelände zurechtzukommen aufgefordert sind:

Zu allen altersgemäßen Entwicklungsanforderungen, die jedes Kind zu bewältigen hat, kommt – in jedem Fall- die eine ganz spezielle Anforderung hinzu: Als Kind nicht bei den leiblichen Eltern oder zumindest einem leiblichen Elternteil zu leben. Warum auch immer. Etwas ist geschehen. Was auch immer.

Spuren, die sich Bahn brechen…

Was geschehen ist, hinterlässt Spuren. Spuren, die sich in der „neuen“, der „anderen“ Familie Bahn brechen. Verbunden oft mit großen Anstrengungen aller jener, die diese Familie sind.

Wie umgehen, mit verzweifelten, aggressiven Wutanfällen der Kinder, mit ihren manchmal sehr originellen Gewohnheiten, mit Angstzuständen, emotionalem Rückzug, (teils) extremen, nicht eindeutig einzuordnenden Reaktionen auf Kontakte mit leiblichen Eltern, und, und, und … ??

Wie mit all dem umgehen und trotzdem in Beziehung bleiben, versöhnlich sein, Nähe anbieten, gelassen reagieren…? Pflegeeltern sind also auf enorme Weise gefordert: Tag für Tag. Es bleibt deshalb nicht aus und kann auch nicht ausbleiben, dass Kraftreserven geringer werden, negative Gefühle entstehen – dem Kind und sich selbst gegenüber, innere Not erlebt wird, Frau/Mann manchmal einfach nur aufgeben will, weil die Situation ausweglos erscheint.

Gute Rahmenbedingungen für Pflegefamilien…Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter

Pflegefamilien brauchen deshalb Rahmenbedingungen, die sie in ihrer Aufgabe bestmöglich unterstützen. Neben regelmäßiger persönlicher Beratung sowie zusätzlicher Supervision, sind dies beim St. Elisabeth-Verein kostenfreie Fortbildungsangebote, die auf Pflegefamilien zugeschnitten sind. Auch Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter kann da eine Antwort geben.

 

„Im Spielerischen liegt eine andere Möglichkeit des Lebendig – Seins:
eine Bereitschaft, sich auf die schwierigen Probleme mit einem Appetit auf
Leben, einer Fähigkeit, sich an gute Zeiten zu erinnern und einer Freude am
Leben einzulassen.“ Prof. Eugene Gendlin

Selbstfürsorge unterstützen: Focusing für Pflegemütter und Pflegeväter des St. Elisabeth-Vereins e.V. im Fortbildungsangebot 2018

Der Geschäftsbereich bietet in diesem Jahr erneut an, Focusing kennenzulernen und einzuüben: „Focusing-Schnuppertage“ (23.02.2018 oder 21.04.2018) und ab Herbst zusätzlich ein mehrtägiges Focusing-Seminar (Start am 26.10.2018) können hierzu genutzt werden. Mehr zu den Fortbildungen für unsere Pflegemütter und Pflegeväter finden Sie unter „Fortbildungen“.

Das sagen Teilnehmende des ersten „Focusing-Schnupperstages“: 

„In einer ruhigen und gelassenen Atmosphäre konnte mit verschiedenen Übungen/Methoden experimentiert werden – eine ganz andere Art und Weise ein Seminar zu erleben.“

Es war ein wunderbarer Tag ohne Leistungs-oder zumindest Erkenntnisdruck. In ruhiger und ausgesprochen wertschätzender Atmosphäre ist zwischen manchen Teilnehmenden ein sehr persönlicher und vertrauensvoller Austausch möglich gewesen.Kurze Meditationen (stehend, sitzend oder liegend – ganz nach der eigenen Vorliebe) haben zu einer angenehmen Entschleunigung beigetragen.    Ich mache weiter!   Annette Wüst

Wie kann ich eine Situation, ein Gefühl, ein Erlebnis welches  unangenehm und bedrückend mein Leben belastet, anschauen – und annehmen ?In einer von Frau Rutz vorgeschlagenen Partnerübung konnte ich mich in mein inneres Erleben begeben. Es liegt in meiner Verantwortung mich dem unangenehmen Befinden zu nähern, es genauer anzuschauen und zu akzeptieren. Ich  bin der Gestalter. Damit ist noch keine Lösung bewirkt.Durch die vertrauliche Atmosphäre aus Eigenwahrnehmung und Zuhören ist ein Freiraum entstanden, bei dem die Bedrückung durch das unangenehme Befinden an Gewicht verloren hat. Schwierig zu erklären – Einlassen und Ausprobieren…

Interessieren Sie sich für die Arbeit als Pflegefamilie oder möchten Sie einmal in unsere Fortbildungen reinschnuppern, wenden Sie sich bitte über unser Kontaktformular an uns!

[1] Ausgesprochen von einem Zenmeister auf einer Focusing- Sommerschule

[2] Bücher, die die Wirkungsmöglichkeiten von Focusing darstellen sowie Übungsanleitungen enthalten: Klaus Renn: Dein Körper sagt Dir, wer Du werden kannst (2017); Ebd: Magische Momente der Veränderung (2016)

[3] Wenn Sie mehr über die Hintergründe, Haltungen und Axiome von Focusing sowie den Einsatz von Focusing in der Therapie erfahren wollen, dann empfiehlt sich ebenfalls das Buch von Klaus Renn: Magische Momente der Veränderung. (2016)

[4] Vgl. Klaus Renn: Dein Körper sagt dir, wer du werden kannst.(2017), S. 67f.

[5] Mehr über Focusing erfahren Sie auch auf der Internetseite des DAF

Pflegekind Leo – eine Buchvorstellung

Pflegekind Leo – eine Buchvorstellung

Ich, Pflegekind Leo…

Eine Kinderbuchbesprechung.

„Die Autorin und Diplom-Sozialpädagogin Marion Klara Mazzaglia ist mit ganzem Herzen Pflegemutter. Sie beschreibt einfühlsam in einer für Kinder verständlichen Weise, weshalb Leo zwei „Mamas“ und zwei „Papas“ hat. Die Bedeutung „Pflegeeltern, Pflegefamilie und Baucheltern“ wird in sehr einfachen Worten erklärt. Durch die liebevoll gestalteten Farbillustrationen von Kathrin Frank werden die Kinder bildlich besonders angesprochen.

In dem Vorwort erzählt die Autorin über ihre Erfahrungswerte aus der Praxis, die sie aus eigenem Erleben und in Gesprächen mit Pflegefamilien gesammelt hat.“ Zitat aus der Buchankündigung des Best-off-Verlages

Die Autorin Marion Klara Mazzaglia und die Illustratorin Kathrin Frank widmen sich mit ihrem Buch einen zentralen Thema von Pflegekindern, deren leiblichen Eltern und den Pflegeeltern. Es geht zum einen um die „Doppelte Elternschaft“ und zum anderen um die Besuchkontakte von den leiblichen Eltern. Ziel des Kinderbuches ist es, möglichst gut auch gerade jüngeren Pflegekindern diese beiden Aspekte näher zu bringen und Erklärungen zu finden.

Die Sprache ist einfach und klar gewählt. Die Illustrationen laden beim Vorlesen zum Entdecken ein. So ist es Pflegemüttern und Pflegevätern möglich einen konkreten Bezug zu ihrem Pflegekind herzustellen und das Thema je nach Alter zu vertiefen.

Auch für leibliche Eltern deren Kinder in Pflegefamilien leben, wäre es ein geeignetes Vorlesebuch. Dabei berücksichtigt die Autorin auch die Gefühlslage der Pflegekinder bzw. deutet auf sensible Weise an, welche Gefühle ausgelöst werden können.

Pflegekind

Zu besseren Unterscheidung der „Doppelten Elternschaft“ für das Pflegekind Leo wählt die Autorin neben den Bezeichnungen Pflegemama und Pflegepapa, den Begriff der Bauchmama. „Mama Ina ist die Bauchmama von Leo. Bevor er zur Welt kam, har er in Mama Inas Bauch gewohnt.“ schreibt Marion Klara Mazzaglia super verständlich und mit genug Raum und Möglichkeiten das Gespräch darüber noch zu vertiefen. Besonders gut gefällt mir als Leser auch, dass Mama Ina die gleichen tollen roten Haare hat wie das Pflegekind Leo. Überhaupt sind die Illustrationen gelungen und spiegeln in den Gesichtern die Gefühle der Beteiligten wieder. Für mich vermittelt dieses schöne Kinderbuch ganz nebenbei, wie wertvoll es ist den Pflegekindern den Kontakt zu ihren leiblichen Eltern zu ermöglichen. Und das es sich lohnt etwas in den guten Kontakt mit den leiblichen Eltern zu investieren.

Dabei können wir als Fachdienst vom St. Elisabeth-Verein die Pflegeeltern bei den Besuchkontakten unterstützen. Außerdem bieten wir in unserern Räumlichkeiten kindgerechte Möglichkeiten für Besuchskontakte an.

Wollen Sie auch Pflegeeltern werden? Hier können Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Das Kinderbuch „Ich, Pflegekind Leo“ können Sie hier bestellen.

Ein Pflegekind aufnehmen

Ein Pflegekind aufnehmen

ist wie ein Aufbruch in unbekannte Galaxien!

Lassen Sie das Bild dieses Magazinbeitrags einen Moment auf sich wirken. Da schaut ein vielleicht 6-jähriger Junge, wir nennen ihn Max, mit weit geöffneten Augen hinaus in das Weltall. Die Weite ist förmlich greifbar. Ein Teil des Mysteriums dieser Ferne, des Unbekannten drückt sich trotz der hell leuchtenden Sterne aus. Sein selbstgebastelter Astronautenhelm erscheint im ersten Augenblick groß, sicher und angemessen für vielleicht bevorstehenden Abenteuer. Doch einige Sekunden und ein paar Gedanken später wissen Sie, dass seine Chancen da draußen im All ohne Sauerstoff gering sein werden.

Stellen Sie sich weiter vor: der kleine Max hat aufgrund von Turbulenzen den Kontakt zu seinem Mutterschiff verloren und irrt durch die Weiten des Universums. Sein Halt, sein Boden unter den Füßen verschwunden und die oft gewünschte Schwerelosigkeit im Leben wird für ihn zur echten Gefahr.

Unzählige Notsignale hat er bereits abgesetzt, eine Antwort ist ausgeblieben. Und dennoch scheint Hoffnung aus seinen Augen zu strahlen und er späht hinaus in die Nacht. Wenn er nur wüsste wie weit dieser hell leuchtenden Stern entfernt wäre, dann könnte er noch einen Versuch wagen, sich auf zu machen in eine neue Welt.

Auf der Suche nach einer Basisstation…ein Pflegekind aufnehmen

Max ist auf der Suche nach einer Basisstation, nach Menschen die ihm jetzt in dieser schwierigen Situation Halt, Sicherheit, Geborgenheit und ein neues Zuhause geben. Fast jeden Tag erhalten wir Anfragen, oft von kleinen Kindern und Ein Pflegekind aufnehmensehr kleinen Kindern, die einen Lebensort in einer Familie suchen. Einen Lebensort bei Pflegeeltern in einer Pflegefamilie.

Ein Pflegekind aufnehmen…haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, wie es wäre einem Kind eine Perspektive in Ihrer Familie zu geben?

  • Wenn ja, dann kommen Sie mit uns ins Gespräch und wir erläutern Ihnen die Möglichkeiten und den Rahmen.
  • Wenn nein, dann informieren wir Sie gerne über diese tolle Aufgabe und begeben uns mit Ihnen in einen Entscheidungsprozess auf Augenhöhe? Dabei besteht auch die Möglichkeit mit anderen Pflegefamilien ins Gespräch zu gehen.

Hier können Sie mit uns Kontaktaufnehmen!

Wir freuen uns auf Sie!

Pflegeeltern und Pflegekinder…der Anfang

Pflegeeltern und Pflegekinder…der Anfang

Pflegeeltern und Pflegekinder – Glücksfindermenschen oder jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Gedanken und Gefühle einer Pflegemutter kurz nach Aufnahme von Pflegekind Max (Name geändert)

Immer wieder derselbe Name in meinem Kopf – Max. Max ist da. Der kleine Knirps mit dem unwiderstehlichen Lachen. Klein, frech und unbefangen kommt er daher. Aus ihm spricht das pure Leben. Strubbelig sein Haar und breit sein Lachen im Gesicht. Manchmal ein wenig traurig sein Mund, wenn er fast unsichtbar seine Mundwinkel nach unten zieht. Wenn ich dann – nur einen Augenblick später –  genau hinschaue sehe ich, wie seine Augen in eine weite Ferne schauen. Glücksferne …

Plötzlich höre ich ihn ganz nah, wie seine Stimme quer durch unser Haus ruft, „Mama, ich muss mal Pipi.“ Max ist da und Max muss mal, na klar, und er geht wie ganz selbstverständlich davon aus, dass alles nach seiner Pfeife tanzt. Und dann tanzt er auch schon wieder davon. Frei, neugierig und immer auf Entdeckungstour. Max, ein Wirbelwind, der quer durch unser Leben fegt. Flink und behänd von einer Attraktion zur nächsten. Manchmal hat es den Anschein, er sucht etwas. Für Außenstehende unergründlich, was er sucht. Sein Suchen fordernd, zielstrebig und immer etwas findend.

Er ist glücklich mit dem, was gerade ist, mit dem was sich jetzt und hier abspielt. Und dann im nächsten Moment kann es etwas völlig anderes sein. Dann kuschelt er sich in meine Arme und die Müdigkeit macht sich zwischen uns beiden breit. Max ist da. Und Max und ich sind glücklich.Pflegeeltern und Pflegekind

Und wieder sein Lachen, ein Lachen, dem sich keiner wirklich entziehen kann. Für mich ist das so, als ob das Glück an meine Tür klopft. Kein Wunder, wenn ich Max, dem Glücksfinder begegne. Alles um mich herum wird zum Glück. Zart, vorsichtig und ein klein wenig verschmitzt, doch mit der Gewissheit auf etwas Bleibendes. Max ist da.

Dieser erste Tag…

dieser erste Tag ist etwas ganz besonders zum Beginn der Pflegschaft zwischen Pflegeeltern und Pflegekind. Wir empfehlen angehenden Pfegeeltern auf ihre innerste Intuition zu achten, wenn sie einem Pflegekind das erste Mal begegnen. Es geht um sich Riechen können, um sich wirklich lieben können, um das Gefühl der Verbindung und der Zugehörigkeit. All dies ist wichtig. Beiden – Pflegeeltern und Pflegekind – steht ein aufregender und abenteuerreicher Weg bevor. Dafür hat diese gemeinsame Verbindung und Zuneigung eine zentrale Bedeutung.

Unsere Fachberatung

unterstützt die Pflegeeltern und das Pflegekind dabei, den Weg des gemeinsamen Lebens gut zu beschreiten. Sie versucht die Pflegeeltern so zu begleiten, dass sie auch in schwierigen Situationen den Blickwinkel ändern können und sich so neue Perspektiven ergeben weitere Schritte zu gehen.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und erleben Sie ein Abenteuer – Max ist da…

 

Pflegefamilien in Deutschland

Pflegefamilien in Deutschland

Familien in Deutschland – so bunt wie das Leben

Wenn wir einen genaueren Blick auf das Thema Familien in Deutschland werfen, dann sprechen wir indirekt auch über das Thema Pflegefamilien in Deutschland. Pflegefamilien repräsentieren eben auch einen Querschnitt durch die Gesellschaft. Vielleicht entdecken Sie bei dieser kleinen Lesereise einige erstaunliche Fakten zum Thema Familien in Deutschland.Wir wünschen Ihnen viel Freude…

Wissen Sie wie viele Kinder aktuell in deutschen Familien leben?

Zur Zeit gibt es in Deutschland 13 Millionen Kinder. Ein Viertel dieser Kinder sind Einzelkinder, also 3,25 Millionnen. Und 35 % aller Kinder haben unverheiratete Eltern und der Anteil der Alleinerziehenden beträgt 20 Prozent. Davon sind 8,1 Millionen unter 18 Jahren, also noch minderjährig. 33 % der Kinder sind unter 3 Jahren und werden in Kindertageseinrichtungen betreut.

Und in Pflegefamilien?

In Pflegefamilien leben aktuell über 70000 Kinder. Das sind fast ein Prozent aller minderjährigen Kinder. Vor 8 Jahren waren es noch über 10000 Kinder weniger. Das heißt auch, dass es mehr Eltern eben zeitweise oder dauerhaft eher nicht gelingt die eigenen Kindern entsprechend zu versorgen können. Deshalb haben Pflegefamilien in Deutschland einen wichtige soziale Bedeutung und leisten einen erheblichen gesellschaftlichen Beitrag für die Zukunft unserer Kinder.

Wie alt sind junge Eltern?

Pflegefamilien in DeutschlandDas Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes beträgt heute 30 Jahre und das der Männer schon 35 Jahre. Dies war sicher vor 20 Jahren wesentlich niedriger. Wahrscheinlich lässt sich das aus der eigenen Erfahrung heraus bestätigen.Pflegefamilien in Deutschland sind bei der Aufnahme ihres Pflegekindes nach unseren Erfahrungen eher älter, da viele von ihnen eigene Kinder haben. Wir würden schätzen, dass das Durchschnittsalter bei der Aufnahme eines Pflegekindes zwischen 38 und 42 Jahren liegen wird. Unabhängig vom geschätzen Durchschnittsalter sind bei uns jüngere Familien als auch ältere Familien willkommen, die gerne Pflegefamilie werden möchten.

Als Anhaltspunkt ist dient: Sie sollten bei der Belegung eines Kindes so alt sein, dass Ihr Pflegekind zwischen 18 – 20 Jahren alt ist, wenn Sie in das Rentenalter kommen.

We are Family bedeutet auch das…

  • Geschwisterkinder ca. 3,5 mal pro Stunde streiten
  • deutsche Jugendliche im Durchschnitt 23,7 Jahre im Hotel Mama verbringen
  • 70 % aller Morde in Familien verübt werden
  • in nur 0,5 % aller Haushalte drei Generationen zusammen leben.
  • Sterberisiko bei Senioren mit wenig Familienkontakt doppelt so hoch ist.

Unsere Pflegefamilien in Deutschland…

  • leben eher im ländlichen Raum in Häusern mit Platz für Kinder
  • haben ihre Eltern oft mit im Haus oder ganz in der Nähe.

Und: Leben in den Pflegefamilien Pflegegeschwister haben diese beste Voraussetzungen „Streitschlichter“ zu werden.

Und die Quintessenz:

Unsere Pflegefamilien sind so bunt wie das Leben und wir freuen uns auf weitere Menschen, die Lust auf Kinder haben. So wird das ganze Familienleben ein einziger Abenteuerurlaub. Auch eine schöne Vorstellung. 

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf…