Podcast Pflegefamilien Deutschland

Podcast Pflegefamilien Deutschland

Im folgenden Beitrag können Sie etwas darüber erfahren, wie der Fachbereich Pflegefamilien Hessen vom St. Elisabeth-Verein e.V. in Marburg zur der Idee gekommen ist, einen Podcast Pflegefamilien Deutschland zu veröffentlichen.

Bertram Kasper (Geschäftsbereichsleiter Pflegefamilien Hessen) – als der Initiator des Podcastes – würde wohl folgendes dazu erzählen:

Podcast interessieren mich schon seit zehn Jahren. So lange höre ich ein paar ausgewählte, manchmal auch von den Inhalten wechselnde Podcasts. Und vor dem Hintergrund, dass viele Radiosender diese Format by the way anbieten und ich mir so mein eigenes Radioprogramm sozusagen selbst zusammenstellen kann, sind Podcast sehr attraktiv. Einer meiner Lieblingspodcasts ist z.B. „Das philosophische Radio“ auf WDR 5. Und dann gibt es seit ein paar Jahren den Trend, dass es immer mehr Menschen gibt, die Freude daran haben hochwertigen Inhalte zu Verfügung zu stellen. So ist eine richtige Podcasterszene entstanden mit allen Folgewirkungen, die damit verbunden sind: Vielfältige Podcasts, Buchveröffentlichungen zum Podcasten, unzählige Blogs etc.

Eigener Podcast „Zeitmanagement“

Meine ersten eigenen Produktionserfahrungen mit einem Podcast habe ich ebenfalls vor 10 Jahren bei einem Skiurlaub mit meiner Familien in Damüls gemacht. Damals konnte ich aufgrund einer Verletzung kein Skifahren und hatte dann tagsüber viel Zeit mich mit dem Thema zu beschäftigen. Einzige Aufgabe war es um die Mittagszeit meinen Lieben eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu zaubern.

Ich hatte zwei Bücher über Podcasten dabei, ein einfaches Aufnahmegerät, meinen Laptop mit audacity (ein opensource Schneideprogramm) und einige Ideen für Themen. Zeitmanagement ist es dann geworden, war ich doch zu dieser Zeit Geschäftsführer der GISA, einer gemeinnützigen Weiterbildungs-GmbH und Tochterunternehmen vom St. Elisabeth-Verein. Von dieser Zeit an wollte ich immer einen eigenen echten Podcast produzieren.

Podcast „Lernen macht Spass“ Thema „Zeitmanagement„

Woher kam dieser innere Antrieb?

Würde mich jemand dazu fragen, was denn mein Antrieb dafür ist, hätte ich eine ganz einfache Erklärung. Schon immer wollte ich irgendwie Spuren hinterlassen. Als Pubertierender fing es mit Gedichte schreiben an, später war es dann das Schreiben überhaupt, als Krönung ein Schreibseminar bei Bodo Kirchhoff (Träger des Deutschen Buchpreises) verbunden mit dem Wunsch selbst einen Roman zu schreiben. Heute schreibe ich an 3 Blogs regelmäßig und zwischendurch je nach Inspiration Gedichte oder immer noch an meinem Roman.

Durch Beziehung wirksam sein

Und als Dipl. Supervisor bin ich auch Entwicklungsbegleiter oder neudeutsch change agent von Menschen, die sich in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln wollen. Und auch für Pflegefamilien ist es mir eine Herzensangelegenheit Kontextbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen Entwicklungen auszulösen, die wirklich eine Verbesserung, eine Veränderung begünstigen. Und aus meiner Erfahrung stellt dabei die erlebte Beziehung zwischen den Menschen einen entscheidenen Faktor für das Gelingen dar. Dies ist auch wissenschaftlich durch verschiedene Studien im Bereich der Psychotherapie belegt.

Und das lässt sich nachvollziehbar auf das „Pflegefamilien sein“ übertragen. Setze ich mich als Pflegemutter oder Pflegevater in einen echte Beziehung zu dem Pflegekind, werde ich Spuren hinterlassen, manchmal gleich und manchmal erst Jahre später sichtbar. Doch ich bin ein wenig abgekommen. Es ging doch eigentlich um Podcasten und richtig um Spuren hinterlassen, also Spuren hinterlassen durch Beziehung. Und so schwenke ich jetzt ein wenig um auf die berufliche Ebene.

Mix aus Stärkung für Pflegefamilien und Pflegekindern

Der Podcast Pflegefamilien Deutschland gehört zu einer Gesamtstrategie für die Unterstützung von Pflegekindern und Pflegefamilien.

Wir wollen also echte Lobbyarbeit für diese wertvolle Lebensperspektive für jungen Menschen in Familien auf den Weg bringen. Dazu haben wir zusammen mit Pflegeeltern im März 2019 den „Förderverein zur Unterstützung von Pflegekindern Deutschland e.V.“ gegründet, der Spenden für Pflegekinder und deren nicht durch die öffentliche Hand finanzierten Bedarfe akquiriert.

Podcast Pflegefamilien Deutschland
Logo „Förderverein zur Unterstützung von Pflegekindern Deutschland e.V.

Und wir haben eine Akademie für Pflegefamilien und deren Pflegekinder auf den Weg gebracht, die ab Januar 2020 bundesweit Fortbildungen und Qualifizierungen anbietet.

Podcast – das richtige Format

Und wir wollten ein leicht zu realisierendes und gerade gefragtes Format realisieren, um über das Leben in Pflegefamilien zu berichten. Also sozusagen einen „Radiosender“ von Pflegefamilien für Pflegefamilien. Fachliches, berührendes und spannendes soll dort einen Hörraum haben. Also ein echter Podcast Pflegefamilien Deutschland.

Natürlich verbinden wir damit auch den Wunsch Familien neugierig auf diese ganz besondere und sinnstiftende Lebensform machen. Ist es doch gerade für kleine Kinder besonders wichtig einen familiären Lebensort mit echten Beziehungen anzubieten. Wollen Sie einmal in einen unserer aktuelle Podcasts reinhören, in ein Interview mit zwei Pflegemüttern, die über ihr Leben in der jetzigen Coronakrisenzeit erzählen, dann klicken Sie auf diesen Link.

Unseren Podcast Pflegefamilien Deutschland

wird sich auch durch Ihre Anregungen weiterentwickeln. Wir freuen uns über Rückmeldungen, Themenvorschläge und wenn Sie uns helfen unseren Podcast weiter populär zu machen, sind wir Ihnen sehr dankbar.

Die ersten Rückmeldungen stimmen uns positiv und ermutigen uns. In der ersten Woche nach dem Start unseres Podcast Pflegefamilien Deutschland wurde er über 300 Mal angehört. Dieses tolle Ergebnis hätten wir nicht erwartet. Also…

Wollen Sie auch Pflegefamilie werden, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Und jetzt hätten wir fast das Wichtigste vergessen: Unseren Podcast Pflegefamilien Deutschland finden Sie unter folgendem Link: Pflegefamilien Akademie Podcast

Weihnachtszeit mit Pflegekindern

Weihnachtszeit mit Pflegekindern

Nach Weihnachten ist bekanntlich vor Weihnachten. Deshalb möchten wir heute gerne etwas über eine Idee, die uns Frau Julia Seibert, eine Pflegemutter bei Pflegefamilien Hessen aufgeschrieben und geschickt hat. Sie hilft die Weihnachtszeit mit Pflegekindern vielleicht einmal anders zu gestallten. So haben Sie genug Zeit, diese Anregung für die nächste Weihnachtzeit umzusetzen.

Warme Dusche im Advent

Es ist der 30. November 2019. Ich bin in den letzten Zügen meiner Vorbereitungen für die Adventskalender meiner drei Töchter.

Dieses Jahr stand schon früh fest, dass es kein materieller Kalender sein würde, sondern ein „Warme Dusche“ – Kalender.

Inspiriert wurde ich dabei durch die Klassenlehrerin meiner ältesten Tochter. In regelmäßigen Abständen bekommen die Kinder in der Schule eine „warme Dusche“. Die Klasse setzt sich hierfür in einen Stuhlkreis. Ein Kind darf in die Mitte. Reihum sagt dann jedes Kind einen netten Satz zu dem Kind in der Mitte, macht ihm ein Kompliment. Meine Tochter liebt diese Momente!

Mir hat der Gedanke gut gefallen, dies in Form eines Adventskalenders für unsere Familie umzuwandeln. Mit Stift und Block bewaffnet bin ich von Familienmitglied zu Familienmitglied gegangen und habe notiert, was jedem so an schönen und wohltuenden Worten für die Schwestern, den Papa, die Mama, die Töchter alles eingefallen ist. Jeden Tag im Dezember wird nun ein Kompliment für jeden auf dem Frühstücksteller liegen.

Ich war berührt, wieviel dabei zusammen gekommen ist, toll!

Es hat mich sehr berührt, wieviel dabei zusammen gekommen ist und wie bewusst jeder seine Worte für den Anderen formuliert hat.

Nun sitze ich hier und habe mir alles noch einmal durchgelesen und durch meine eigenen wertschätzenden Gedanken für meine Töchter ergänzt.

Und wie ich das alles hier so vor Augen habe kommt mir folgendes in den Sinn: Erst letzten Monat wurde ich beim Erstgespräch für die Ergotherapie einer meiner Töchter gebeten die Stärken meines Kindes zu benennen.

Ich habe einiges aufgezählt und die Therapeutin war ganz begeistert. Sie meinte zu mir:

„Es kommt häufig vor, dass Eltern hier sitzen und lange nachdenken müssen bis ihnen etwas einfällt und manche sagen direkt, dass ihnen dazu nichts einfallen würde“.

Es macht mich sehr betroffen! Ich frage mich, was diese Kinder wohl für ein Bild von sich selbst haben werden.

Ich denke wieder an die Lehrerin meiner Tochter. Wie wunderbar, dass es solche Menschen gibt. Es gelingt ihr in jedem etwas Kostbares und Gutes zu entdecken und die anderen zu sensibilisieren, ebenfalls genau hin zuschauen. 

Dann reiht sich fast wie von selbst ein warmer Strahl an den anderen!

Und wenn man erst einmal mit der warmen Dusche angefangen hat, dann reiht sich oft ein warmer Strahl an den anderen.

„Was hast Du schöne Augen!“ „Wow, kannst Du toll singen!“ „Du rennst so schnell wie eine Rakete!“ „Deine Bilder sind so kreativ und die Farben die du ausgesucht hast machen mich richtig fröhlich!“ „Danke, für Deine Umarmung. Die hat mir sehr gut getan!“

Es ist ein wahres Vergnügen zu erleben wie sich ein Leuchten auf dem Gesicht des Gegenübers ausbreitet!

Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen dass ich selbst zu Leuchten beginne wenn plötzlich der Wasserstrahl auf mich selbst gerichtet wird. „Mama, du duftest so gut wie eine Blume!“ 

Für uns war die Adventszeit eine echte Warme Duschen Zeit und hat uns sehr bereichert. Vielleicht bekommt der eine oder andere ja Lust die warme Dusche auch in seiner Familie auf seine Art umzusetzen. A

Herzlichen Dank an Julia Seibert vom Team Pflegefamilien Hessen.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Wir haben im März 2019 einen Förderverein zur Unterstützung für Pflegekinder Deutschland e.V. gegründet. Wenn auch Sie Fördermitglied werden wollen, dann finden Sie weitere Informationen unter Förderverein Pflegekinder Deutschland.

Ich selbst war als Pflegemutter auch Gründungsmitglied, weil wir immer häufiger erleben, das Pflegekinder neben der öffentlichen Unterstützung auch weitere Hilfen, vor allem auch in finanzieller Weise benötigen.

Förderverein für Pflegekinder
Entspannte Pflegefamilien durch Phantasiereisen für Kinder

Entspannte Pflegefamilien durch Phantasiereisen für Kinder

Von Pamela Premm

Eintauchen in eine Welt voller Zuckerwatte, gemütlich durch die Luft schweben oder gleich bis zum Mond fliegen – Phantasiereisen für Kinder sorgen für Entspannung. Pflegekinder, die im Spagat zwischen der Herkunfts- und Pflegefamilie leben, können durch Phantasiereisen ihr inneres Gleichgewicht zurückfinden und gezielt Stress abbauen. Über Imaginationen können sich Pflegefamilien auch bewusst mit Alltagsthemen auseinandersetzen. Das ermöglicht Pflegeeltern mit ihren Pflegekindern ins Gespräch zu kommen. Pflegefamilien-Hessen gibt Tipps, worauf Familie bei Phantasiereisen für Kinder achten sollten.

Phantasiereisen mit Kindern aktiv gestalten

Monika Schilling ist Pflegemutter von vier Pflegekindern und berichtet gern von den Gedankenausflügen mit ihren Kindern. Für sie und ihre Kinder sind Phantasiereisen ein vertrautes, liebgewonnenes Ritual, das den gegenseitigen Austausch und den Familienzusammenhalt fördert. „Wir stellen uns z. B. vor, wie der nächste gemeinsame Urlaub aussehen könnte. Dabei lassen wir unsere Gedanken frei. Jeder darf seinen Urlaub so beschreiben, wie er ihn gerne hätte – egal, ob die Reise ans Meer, an den See oder auf den Camping-Platz führt. Meistens mischen sich vergangene Urlaubserlebnisse mit neuen Ideen“, erklärt die diplomierte Sozialpädagogin.

„Wenn wir all unsere Vorstellungen gesammelt haben, entwickeln wir daraus einen Aktionsplan, den wir dann in die Realität umsetzen.“

Für die Kinderbuchautorin war es wichtig, mit ihren Pflegekindern regelmäßig in den Austausch zu treten, die Sprachentwicklung und die Beziehungsebene zu fördern. „Über Phantasiereisen setzen wir uns mit Alltags- und Gesellschaftsthemen auseinander. Wir arbeiten auch kritische Themen auf und versuchen uns dabei, in die Lage und Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen. Das hilft den Pflegekindern, die eigene Situation besser zu verstehen.“ In den täglichen Abendrunden werden unter anderem Gewaltthemen besprochen. „Gewaltvorstellungen gehören zum Päckchen, das Pflegekinder mit sich tragen. Phantasiereisen helfen uns dabei, diese traumatischen Erfahrungen aufzuarbeiten.“ Themen bearbeiten, Geschichten besprechen, sich etwas vorstellen: Familie Schilling setzt Phantasiereisen gezielt ein, um den Familienalltag aktiv zu gestalten. Sie können aber auch passiver Natur sein.

Phantasiereisen für entspannte Pflegefamilien

Während Familie Schilling Phantasiereisen nutzt, um Empathie, Sprache und Kreativität zu fördern, können sie auch als Entspannungstechnik eingesetzt werden. Als Basis dient eine beruhigende Geschichte, die Eltern ihren Kindern vorlesen. Bei einer Phantasiereise tauchen die Kinder meist in eine ruhige Phantasiewelt ab, in der sich enge Regeln und Grenzen auflösen. Die Geschichte arbeitet mit anschaulichen Bildern und Visualisierungen und nimmt die Kinder mit auf eine Reise in eine andere Welt. Wer sich auf Phantasiereisen begibt, folgt den Bildern, die vor dem geistigen Auge entstehen. Die Geschichten sind so aufgebaut, dass sie alle Sinne ansprechen: Die Kinder können das Beschriebene hören, fühlen, schmecken, riechen und sehen. Auf diese Weise können selbst aufgedrehte Pflegekinder leichter entspannen, loslassen, Stress und Ängste abbauen sowie die eigene Konzentrationsfähigkeit stärken.

Besuchskontakte von Pflegekindern zu den leiblichen Eltern
© Konstantin Yuganov-mozZz – Fotolia.com

Tipps für Phantasiereisen mit Pflegekindern

Phantasiereisen sollten immer gleich ablaufen, damit sich Pflegekinder darauf einstellen können, dass jetzt eine Phase der Entspannung beginnt. Dabei lassen sich Phantasiereisen für Kinder in drei Phasen einteilen.

1) Die Vorbereitungsphase: eine angenehme Atmosphäre schaffen

Der Alltag ist häufig stressig, laut und hektisch. Um sich entspannt auf Phantasiereise begeben zu können, sollten Pflegeeltern eine ruhige Atmosphäre schaffen. Die Konzentration gehört ganz der Geschichte, die erzählt wird. Handys, Fernseher und andere Geräuschquellen werden solang abgestellt. Pflegeeltern sollten Gegenstände, die ablenken und die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich ziehen, in dieser Zeit wegräumen. Vor Beginn der Phantasiereisen kommen alle Beteiligten zur Ruhe. Eltern sollten ihre Kinder dazu animieren, ruhig zu atmen, sich bequem hinzulegen und die Augen zu schließen.

2) Die Entspannungsphase: der Geschichte lauschen

Während der Phantasiereisen mit Kindern bleibt der Alltag draußen. Die Pflegeeltern sollten sich ganz bewusst der Geschichte widmen und sich für die gemeinsame Traumreise Zeit nehmen. Alle anderen Aufgaben müssen und dürfen in dieser Zeit liegen bleiben. Wenn Eltern die Traumgeschichte selbst vorlesen, sollten sie dabei langsam und ruhig vorgehen. Wenn sie langsam vorlesen und die Visualisierungen betonen, können Kinder mit ihren Gedanken besser an den Ort der Geschichte reisen, Gefühle spüren und Bilder entwickeln.

3) Die Rückkehrphase: den Gefühlen auf der Spur

Nach der Phantasiereise müssen Kinder wieder in die Realität zurückgeholt werden – körperlich und geistig. Sie dürfen sich räkeln und strecken und die Energie zurückkehren lassen. Anstelle des Abenteuers in die bunte Phantasiewelt tritt fester Boden. Dabei eignen sich Phantasiereisen als Ausgangspunkt, um mit den Kindern anschließend über Gefühle und Erlebnisse zu sprechen. Durch kreative Arbeit wie Kneten oder Malen können sich Kinder kreativ mit den gefühlten Emotionen auseinandersetzen.

Mehr Empathie durch Phantasiereisen

Übrigens: Im Pflegekind-Bereich werden Phantasiereisen noch zu einem ganz anderen Zweck eingesetzt. So kann es sein, dass sich zukünftige Pflegeeltern selbst auf Phantasiereise begeben, um sich vorzustellen, aus welcher Situation heraus, sie ihre Kinder in Obhut geben würden. Was müsste passieren, dass sie für ihre Kinder nicht mehr Sorgen könnten? Was würden sie von der zukünftigen Pflegefamilie erwarten? Wie stellen sie sich den Kontakt zur Pflegefamilie vor? Dadurch, dass sich zukünftige Pflegeeltern in die Notlage der leiblichen Eltern hineinversetzen, können sie leichter Verständnis für die Reaktionen der Herkunftsfamilie aufbringen.

Drei Empfehlungen für kindgerechte Phantasie- und Traumreisen

Phantasiereisen für Kinder gibt es zum Vorlesen oder als Hörspiel. Hier finden Sie einige Empfehlungen:

Babuba und die Mondlinge – Phantasiereisen zum Entspannen und Einschlafen

Fantasiereisen für Frühling, Sommer, Herbst und Winter von Anne Katrin Müller – für Kinder von 4 bis 7 Jahren

Fantasiereisen für Kinder. Entspannung für Tag und Nacht

Wollen Sie Pflegefamilie werden, dann genügt die Kontaktaufnahme unter folgendem Link:http://www.pflegefamilien-hessen.de/kontakt


Basisstation gesucht…Pflegefamilien gesucht!

Basisstation gesucht…Pflegefamilien gesucht

Wir sind überglücklich. Unser Film „Basisstation gesucht“ ist fertig. Damit sprechen wir Familien an, die Lust auf ein Abenteuer haben und Herausforderungen lieben. Gestern auf unserer Jahrestagung zum 25-jährigen Jubiläum wurde er uraufgeführt und kam sehr gut an.

Ein Buchtipp für Pflegefamilien: Der Findefuchs

Ein Buchtipp für Pflegefamilien: Der Findefuchs

„Der Findefuchs: Wie der kleine Fuchs eine Mutter bekam“ ist unser aktueller Buchtipp für Pflegefamilien

Eine Rezension von Pamela Premm...

Der Findefuchs gehört zu den Klassikern der Erstlesebücher und ist ein empfehlenswerter Buchtipp für Pflegefamilien. Mein Sohn hat ihn in der zweiten Klasse durchgenommen. Die kurze, aber prägnante Geschichte wird von Irina Korschunow erzählt. Sie beschreibt eine Füchsin, die einen verlassenen, kleinen Fuchs bei sich aufnimmt und ihn instinktiv umsorgt als wäre es ihr eigenes Kind. Die tragische und liebevolle Geschichte zieht immer wieder Parallelen zu den Alltagserfahrungen von Pflegefamilien. Sie kann Pflegekindern und leiblichen Kindern ab drei Jahren dabei helfen, die Situation besser zu begreifen und Erlebtes zu verarbeiten.

Der Findefuchs handelt von Nächstenliebe und Fürsorge

Der kleine Fuchs ist allein im Wald. Buchtipp für PflegefamilienEr wimmert und weint. Seine Mutter wurde von einem Wilderer erschossen und seitdem kümmert sich niemand mehr um den kleinen Fuchs. Er ist hungrig und halb erfroren, als die Füchsin ihn findet. Instinktiv nimmt sie sich seiner an und versorgt sie ihn mit allem, was der kleine Fuchs braucht. Sie schenkt ihm Nahrung, Wärme und Geborgenheit. Ganz so, als wäre es ihr eigenes Kind. Der kleine Fuchs fühlt sich angenommen, geliebt und genährt und findet schnell seinen Platz in der neuen Familie mit den drei Geschwistern. Die Füchsin macht keinen Unterschied zwischen dem Findefuchs und ihren eigenen Kindern. Die Geschwister-Füchse machen auch keinen Unterschied und tollen und spielen mit ihm als wäre er schon immer da gewesen. Im Gegenzug schenkt der kleine Fuchs seiner neuen Familie sein Vertrauen und seine Liebe.  

Der Findefuchs gibt Pflegekindern Hoffnung

Nicht immer sind Eltern in ihrer eigenen Not in der Lage, ein Kind bei sich zu behalten. Tragische Ereignisse können gar zum Verlust der Eltern führen. Kleine Kinder verstehen oftmals gar nicht, was mit ihnen in einer solchen Situation geschieht. Auf gefühlvolle Weise vermittelt der Findefuchs, dass es eine Bauchmama und eben auch eine Pflegemama gibt, die es mindestens genauso liebt und versorgt. Vielen Pflegekindern schenkt der Findefuchs Hoffnung. Es vermittelt: „Hab keine Angst. Vieles ist fremd und neu für Dich und vielleicht hattest Du nicht den besten Start ins Leben. Aber wir kümmern uns um Dich, bis Du auf eigenen Beinen stehst und machen dabei keinen Unterschied zu unseren eigenen Kindern. Wir lieben Dich und nehmen Dich an, so wie Du bist und halten ein warmes Nest für Dich bereit.“

Dabei kann ein Pflegevater oder eine Pflegemutter den gleichen Stellenwert einnehmen, wie eine liebende und fürsorgliche, leibliche Mutter. Ebenso wie ein Pflegekind einen gleichberechtigten Platz in der Familie einnimmt.

„Wer drei Kinder hat, braucht keinen Findefuchs!“

Der Weg zur Pflegefamilie ist holprig und mit einigen Unwägbarkeiten verbunden. Nicht selten werden Pflegeeltern Steine in den Weg gelegt. Als die Füchsin sich entschließt, den Findefuchs mit nach Hause zu nehmen, kann sie noch nicht wissen, welche Herausforderungen auf sie warten. Da gibt es den Jagdhund des Wilderers, der es auf die Füchsin und ihrem Findelkind abgesehen hat und der Dachs, der darin einen ordentlichen Happen zum Abendessen sieht. Doch mutig besteht die Füchsin alle Proben. Selbst als die Nachbarin die Füchsin kopfschüttelnd und mit deutlichen Worten zurechtweist, stellt sie sich vor ihr viertes Kind. Auch Pflegeeltern stoßen nicht immer bei jedem auf Nächstenliebe. Nicht selten haben Bekannte und Nachbarn Vorbehalte, wenn Familien ein Pflegekind aufnehmen wollen. Dann müssen Pflegeeltern stark sein und für die Familie und das zukünftige Pflegekind einstehen.

Der kleine Fuchs hat eine Pflegemutter

…und am Ende kann die Füchsin nicht einmal mehr den Findefuchs von ihren anderen Fuchskindern unterscheiden. Der Findefuchs ist kein Füchslein zweiter Klasse, sondern gehört ebenso dazu, wie Pflegekinder von Anfang an zur Familie gehören sollten. Pflegemütter haben große Herzen und darin auch Platz für ihre Pflegekinder. Buchtipp für PflegefamilienDer Findefuchs zeigt dem Neuankömmling, dass er von nun an ganz zur Familie gehört, egal wo er seine ursprünglichen Wurzeln hat. Kleine Kinder verstehen eine Situation meist viel besser, wenn sie eine Geschichte mit starker Symbolik dazu hören, die sie immer und immer wieder vorgelesen bekommen. Auch in der Schulzeit kann das Buch helfen, den Mitschülern auf verständliche Art nahezubringen, was es bedeutet, ein Pflegekind zu sein. Kein Wunder also, dass Jugendämter, Beratungsstellen und auch der St. Elisabeth-Verein in Marburg den Findefuchs als Buchtipp für Pflegefamilien, Pflegekinder und leibliche Kinder empfehlen.

Sie haben auch ein großes Herz und können sich vorstellen einem Pflegekind eine Chance auf ein geborgenes Leben zu geben? Dann kontaktieren Sie uns gerne.

Irina Korschunow: https://de.wikipedia.org/wiki/Irina_Korschunow

Urlaub mit Pflegekindern

Urlaub mit Pflegekindern

Urlaub mit Pflegekindern – wie es stressfrei gelingt

Mit dem Start der Sommerferien steigen auch die Erwartungen an die geplante Reise. Wie der Urlaub mit Pflegekindern entspannt verläuft, dazu haben wir uns bei Pflegefamilie Peters* aus Marburg umgehört.

Der Pool glitzert in der Abendsonne. Die Familie sitzt gemeinsam auf der Terrasse und lässt einen wunderschönen Urlaubstag beim Brettspiel ausklingen. Ferien wie aus dem Bilderbuch sehen in der Realität meist ganz anders aus: Schlafmangel, quengelnde Kinder und gestresste Eltern statt Friede, Freude, Urlaubsstimmung. Dabei können Familienreisen durchaus gelingen. Vorausgesetzt es darf auch mal chaotisch zugehen und man schraubt seine eigenen Erwartungen drastisch zurück. So wie Familie Peters aus Mittelhessen. Wenn die Pflegefamilie den Van vollpackt, ist es mit der Idylle schnell vorbei. Utensilien, Bekleidung und Proviant für sechs Personen müssen verstaut werden. Ob es an die niederländische Nordseeküste, nach Südfrankreich oder Istrien geht: Jedes Kofferpacken gleicht einem Umzug. Die Pflegefamilie aus Hessen reist gerne und viel. Und das im Großformat mit zwei leiblichen Söhnen und zwei neun und elf Jahre alten Pflegetöchtern. Wie der Urlaub mit Pflegekind stressfrei funktionieren kann, verrät Vater Jörg.

Urlaub mit Pflegekind ist wie eine Reise zum Mars

Urlaub mit PflegekindernDer Alltag von Familie Peters ist klar strukturiert. Außerhalb der Ferien gehen die Pflegetöchter pünktlich um 20.00 Uhr ins Bett. Die Mutter kümmert sich um den Haushalt und die Familie. Der immergleiche Alltag hilft den Mädchen dabei, sich zu orientieren. Beim Reisen werden genau diese festen Abläufe aufgebrochen. „In den Ferien sehen wir das gelassener, da dürfen die Kinder auch schon mal länger aufbleiben“, sagt Pflegevater Jörg. Was für jede andere Familie ganz normal klingt, kann für Familie Peters schon sehr herausfordernd sein. „Wenn unsere Pflegekinder den Alltag nicht mehr haben, bringt sie das ziemlich durcheinander“, so der Sozialpädagoge. „Wenn nur eine Kleinigkeit anders ist, ist es für sie wie auf dem Mars – eine andere Welt.“ Dann werden Regeln vergessen, getroffene Vereinbarungen umgangen und heftige Trotzanfälle ausgelebt. „Da hilft es nur, locker zu bleiben und mit dem umzugehen, was gerade passiert“, sagt der Pflegevater.

Pflegekinder verhalten sich im Urlaub oft auffällig

Gerade im Urlaub können sich bestimmte Verhaltensmuster intensivieren. Viele Pflegekinder zeigen in einer ungewohnten Umgebung ein auffälliges Verhalten. Distanzlosigkeit zu anderen Menschen ist eines davon. „Unsere Mädchen gehen direkt auf wildfremde Menschen zu, suchen körperlichen Kontakt, der in der Situation völlig unangebracht ist. Da müssen wir schon sehr aufpassen“, sagt der 45-jährige. Zugrunde liegen meistens Bindungsstörungen. Zuverlässige Beziehungen haben viele Pflegekinder nie kennengelernt. Ganz im Gegenteil: Sie haben die Erfahrung machen müssen, dass man sich auf andere Menschen nicht verlassen kann. Der Drang nach Aufmerksamkeit und körperliche Nähe zu Fremden ist nur ein Anzeichen dafür, dass in der frühen Kindheit etwas gefehlt hat. Doch nicht nur das, erklärt der Familienvater: „Als unsere Pflegekinder noch jünger waren, durfte man sie nicht aus den Augen lassen. Blitzschnell waren sie abgelenkt und verschwunden. Das kann auch gefährlich werden.“

Ruhe und Wasser sind das A und O

Stressfrei in den Urlaub mit Pflegekindern? Da ist Planung gefragt. Damit die Familie trotz fremder Umgebung viel Ruhe und Privatsphäre genießen kann, bucht sie meistens ein Ferienhaus oder einen Campingurlaub. „Wichtig ist, dass wir uns auch mal zurückziehen können. Unsere Pflegetöchter brauchen gerade nachts viel Ruhe, damit sie überhaupt in den Schlaf finden.“ Eine ländliche Umgebung und ein abgeschlossenes Grundstück sind perfekte Voraussetzungen für einen erholsamen Urlaub mit der Großfamilie. „Und Wasser! Ohne Wasser geht nichts.“ Ob sich dies in einem Pool oder See befindet, sei indes egal. „Während die Kinder im Wasser unbeschwert toben oder sich auf der Luftmatratze treiben lassen, können wir auch als Eltern entspannen.“ Neben den entschleunigten Tagen gibt es immer mal wieder Unternehmungen. „Dann fahren wir in das nächste Hafenstädtchen, erkunden die Gassen und gehen mit der ganzen Familie essen“, so der Familienvater. „Auch unsere Pflegetöchter merken schnell, dass solch ein Restaurantbesuch etwas ganz Besonderes ist und genießen die gemeinsame Zeit.“

Erwartungen zurückschrauben und Fünfe gerade sein lassen

Urlaub mit PflegekindernJedes Pflegekind ist einzigartig, hat seine eigene Biografie. Was man ihnen im Einzelfall zumuten kann, hängt von jedem Kind individuell ab und von den Nerven der Eltern. „Die Eltern sollten sich einig sein, wenn sie eine Reise planen. Und auch mal Fünfe gerade sein lassen, damit es keinen Stress gibt“, bestätigt Jörg. „Außerdem sollte man nicht zu hohe Erwartungen haben.“ Die können schon mal nach hinten losgehen, wie der Familienvater aus eigener Erfahrung weiß. Eine Reise nach Venedig entpuppte sich vor einigen Jahren als Nervenprobe. „Als Kind war ich selbst oft in Norditalien und Venedig. Also entwickelte ich den ambitionierten Plan, meiner Familie die Lieblingsorte meiner Kindheit zu zeigen. Unsere kleine Pflegetochter wollte zu dieser Zeit allerdings nie an der Hand gehen. Sie am Ufer der Wasserstraßen allein spazieren zu lassen, war viel zu gefährlich. Also lief ich mit einem schreienden Kind auf dem Arm durch Venedig. An Sightseeing war nicht mehr zu denken.“

Urlaub mit Pflegekindern

Trotz solcher Erfahrungen möchte die Familie die gemeinsamen Urlaube nicht missen. Ob es nun Skifahren in Südtirol oder Ferienhausurlaub in Kroatien ist: „Es ist anstrengend als Großfamilie in einer Konstellation mit Pflegekindern zu reisen, aber es schweißt auch zusammen. Und wenn wir in alten Alben blättern, schwelgen alle in den liebenswerten Erinnerungen.“ Und noch ein Effekt hat der Urlaub für die Kinder: „Wir staunen immer wieder, wie positiv sich eine gemeinsame Reise auf die Entwicklung der Pflegekinder auswirkt. Nach jedem Urlaub sind sie körperlich und seelisch gewachsen.“

Urlaub mit Pflegekindern ist übrigens in den meisten Fällen problemlos möglich. Alle Reisen werden mit den leiblichen Eltern oder dem Vormund abgesprochen. Zusätzlich können sich Pflegeeltern eine Vollmacht ausstellen lassen. Nur selten gibt es Fälle, in denen etwas dagegenspricht. Für Pflegekinder ist es in jedem Fall ein großes Abenteuer. Und für die Eltern? Die müssen vielleicht das ein oder andere Mal tiefer durchatmen und darauf bauen, dass auch der schönste Urlaubsstress irgendwann zu Ende geht.

Möchten Sie auch einen Urlaub mit Pflegekindern verbringen, dann freuen wir uns darauf Sie als Familie kennenzulernen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

*Namen der Redaktion geändert