Podcast „Pflegefamilien Deutschland“ spricht mit Kerstin Held

Podcast „Pflegefamilien Deutschland“ spricht mit Kerstin Held

Krisenzeiten können Entwicklungen auslösen. Wer weiß das besser als Pflegefamilien von Pflegekindern mit und ohne Behinderung. Auch beim St. Elisabeth-Verein e. V. in Marburg im Fachbereich Pflegefamilien Hessen hat die Coronakrise dazu geführt, dass wir ein neues Format für Pflegefamilien etabliert haben, den Podcast „Pflegefamilien Deutschland“.

Podcast „Pflegefamilien Deutschland“ ein Audioformat für Pflegefamilien

Damit wollen wir alle Pflegefamilien in Deutschland ansprechen. Wenn man so will, sozusagen ein „Radiosender“ von Pflegefamilien für Pflegefamilien. Fachliches, Berührendes und Spannendes soll dort einen „Hörraum“ haben. Und natürlich verbinden wir damit auch den Wunsch, Familien neugierig auf diese ganz besondere und sinnstiftende Lebensform zu machen. Ist es doch gerade für kleine Kinder mit und ohne Behinderung besonders wichtig, einen familiären Lebensort mit echten Beziehungen anzubieten. Dafür wollen wir eintreten.

Kerstin Held – Vorsitzende vom Bundesverband für Pflegekinder mit Behinderung

Ende Juni haben wir Frau Kerstin Held, die Bundesvorsitzende vom Bundesverband für Pflegekinder mit Behinderung in unsere Episode 15 eingeladen. Sie können sie unter folgendem Link hören.

Schon im Vorgespräch waren wir uns einig, dass wir einen echten Lobbypodcast aufnehmen wollen. Dabei sollen nicht nur die gesellschaftlichen und verwaltungsrestriktiven Hürden angesprochen werden, sondern Pflegeeltern soll Mut gemacht werden, sich weiter für die Belange der bei ihnen lebenden Pflegekindern mit Behinderung einzusetzen.

Frau Kerstin Held gelingt es mit ihrer metaphernreichen Sprache präzise auf die Bedürfnisse von Kindern hinzuweisen. Sie macht deutlich, dass wir von einer wirklich inklusiven Gesellschaft noch meilenweit entfernt sind und fragt sich ganz offen, ob sie dies in ihrem Leben noch erleben wird. Und doch kann sie mit der gleichen Überzeugung die kleinen, manchmal mit viel Einsatz, erzielten Erfolge ihrer Pflegekinder würdigen und ist sich wieder ganz sicher, wieso sie sich als Inklusionsaktivistin stark macht.

Familiäres Lebensumfeld für Pflegekinder mit Behinderung

Und es ist gut, dass es Frauen wie Kerstin Held gibt, die sich für Kinder mit Handicap einsetzen und ihnen vor allem ein familiäres Lebensumfeld zur Verfügung stellen. Und es ist gut, dass es den Bundesverband für Pflegekinder mit Behinderung mit seinem Beratungsangebot gibt. Dort finden viele Pflegefamilien ganz praktische Unterstützung bei ihren unzähligen Fragen und inhaltlichen Anliegen.

Wir als freier Träger mit dem Fachbereich Pflegefamilien beraten und begleiten aktuell 120 Pflegefamilien, in denen fast 190 Kindern mit und ohne Behinderung leben. Wir können dabei auf eine 30-jährige Erfahrung zurückblicken. Auch für Pflegefamilien, die gerne mit einem Kind mit Behinderung leben möchten, bieten wir eine Heimat und setzen und dafür ein, dass der Kontext und die Rahmenbedingungen verbessert werden. So haben wir uns z. B. durch unsere Vertrauensgruppe (Interessensvertretung unserer Pflegefamilien) an der Anhörung des hessischen Ausführungsgesetzes zum BTHG beteiligt. Ebenso sprechen die Pflegemütter und Pflegeväter der Vertrauensgruppe regelmäßig mit Politiker/innen auf Kommunaler-, Landes- und Bundesebene, um über das Leben mit Pflegekindern aufzuklären und echte Lobbyarbeit zu betreiben.

Zentrum für FASD

Aktuell sind wir dabei, in Mittelhessen ein Zentrum für FASD aufzubauen. Dies wird notwendig, da immer mehr Pflegekinder, oft im Baby- bzw. Kleinkindalter, mit einer pränatalen Alkoholschädigung durch die Jugendämter zur Unterbringung in einer Pflegefamilie angefragt werden. Dabei unterstützt uns Frau Gisela Michalowski als Bundesvorsitzende von FASD Deutschland. Auch hier möchten wir uns für die Vision einer inklusiven Gesellschaft einsetzen und Aufklärungs- bzw. Unterstützungsarbeit leisten.

Darüber hinaus haben Pflegefamilien und Fachkräfte des St. Elisabeth-Vereins einen unabhängigen Förderverein zur Unterstützung von Pflegekindern Deutschland e. V. gegründet. Damit wollen wir ebenfalls einen inklusiven Beitrag für Pflegekinder mit und ohne Behinderung leisten. Wir akquirieren Spenden, um finanzielle Förderung bei Leistungen sicherzustellen, die nicht von den öffentlichen Trägern bzw. Krankenkassen übernommen werden.

Im Internet finden Sie unsere Aktivitäten auf folgenden Seiten:

www.pflegefamilien-akademie.de

https://pflegefamilien-akademie.de/podcast/

www.foerderverein-pflegekinder-deutschland.de

Wollen Sie vielleicht auch Pflegefamilie werden, dann können Sie sich hier unverbindlich informieren!

Zur Kontaktaufnahme!

Covid-19 und die Beratung von Pflegefamilien

Covid-19 und die Beratung von Pflegefamilien

von Autorin Corina Rink.

Covid -19 heißt die Bedrohung, die von außen auf uns zu kommt, niemand kann genau sagen, wie und was da passieren wird, aber es klingt sehr bedrohlich und verunsichernd.

Waren wir noch vor ein paar Tagen recht unbeschwert mit Freund*innen im Restaurant, oder haben mit anderen gemeinsam im Fitnessstudio trainiert, im Chor gesungen oder mit den Nachbarn und deren Kindern den Spielplatz besucht, so sollen wir nun ganz plötzlich alle zu Hause bleiben und uns vor unseren Mitmenschen schützen.

Privat bedeutet das, dass wir zunächst mal keine Freund*innen mehr treffen, dass wir gut überlegen, welche Einkäufe wirklich unbedingt notwendig sind und möglicherweise auch, wer sie für uns besorgen kann. Vieles können wir heutzutage online erledigen oder möglicherweise haben wir ohnehin schon vorher auf alternative Angebote zugegriffen und bekommen unser Gemüse sogar vom Bio-Bauernhof vor die Tür geliefert.

Wer Kinder hat weiß, was es bedeutet von nun an rund um die Uhr zu Hause zu sein, die Schulaufgaben gemeinsam mit den Kindern zu Hause zu erledigen, die kleineren ganztags zu betreuen, keine Oma im Hintergrund, die entlasten kann, …weil auch die sich schützen muss. Keine Shoppingtour, kein Kino, kein entspannter Grillabend mit Freund*innen. Nein, alles scheint still zu stehen -oder zumindest langsamer zu drehen.

Ohne Virus wäre es an manchen Stellen beinahe auch ein wenig erholsam, dass endlich die Menschen alle etwas langsamer und achtsamer werden, aber mit einer derartigen Bedrohung im Nacken, ist es wahrlich keine Freude.

Für alle eine enorme Herausforderung, denn niemand hat je zuvor mit sowas zu tun gehabt.

Und die Bedrohung ist unsichtbar und die Situation befremdlich und für uns nicht einordbar. Haben wir doch einen Auftrag zu erledigen, bei dem es nicht so ganz einfach erscheint, Kontakte zu vermeiden. Und beruflich wissen wir deswegen nun zunächst auch nicht, wie wir das alles leisten sollen.Wir sollen beraten und helfen, nicht selten, nein meistens haben wir auch den Auftrag zu überprüfen und zu kontrollieren, dass kein Kind zu Schaden kommt.

Das heißt für alle „Ambulanten Erziehungshilfen“, dass sie regelmäßig auch in die Haushalte der entsprechenden Familien gehen müssen, um sich von der Situation vor Ort ein Bild zu machen und um den Unterstützungsbedarf frühzeitig erkennen zu können.

Covid-19 und die Beratung von Pflegefamilien

Die Beratung von Pflegeeltern und Kindern für die ich zuständig bin, konnte ich in den letzten Wochen recht gut erledigen. Ich habe regelmäßig und in kurzen Abständen, wegen des Lockdown, telefonische Beratungen durchgeführt und immer wieder waren auch Video-Konferenzen möglich. Wenn es unbedingt erforderlich war konnte man mit Mindestabstand und Maske einen Spaziergang im Freien machen oder im Garten sein und wichtige Gespräche führen.

Die für viele Pflegekinder üblichen „Begleiteten Umgänge“ wurden vorübergehend ausgesetzt und die meisten Eltern und Kinder haben das ganz gut akzeptieren können und konnten sich mit den Pflegeeltern auch auf andere Kontaktmöglichkeiten (Zoom, Skype, Telefon) einigen.Es war in meiner Arbeit in den letzten Wochen eher selten krisenhaft, (was nicht heißt, dass es nichts zu tun gab), die überwiegende Zeit ausgesprochen erfreulich, wie die Familien mit der herausfordernden Situation umgegangen sind und mit wieviel Engagement und Kreativität sie diese die Aufgabe angenommen haben.

Covid 19 und die Beratung von Pflegefamilien
Covid-19 und die Beratung von Pflegefamilien

Es sind meine persönlichen Erfahrungen, die ganz sicher nicht allen und allem gerecht werden, es gab bestimmt auch ganz andere Ereignisse.

Ich persönlich war oft richtig gehend gerührt, was mir sowohl die Kinder als auch die Pflegeeltern in der ganzen letzten Zeit berichtet haben. Da wurden Salatbeete angelegt und Hühnerställe gebaut, Masken genäht, Fahrräder repariert, Osterfeuer(-chen) im Garten angezündet und Zelte in der Wohnung aufgebaut. Ich war und bin wirklich sehr beeindruckt, auch von den Entwicklungsschritten, die manches Kind aufgrund der Ruhe und der Nähe zur Familie gemacht hat, weil die Angebote von außen weniger waren und man sich intensiver miteinander beschäftigen konnte.

Die Familien mit denen ich zu tun hatte waren sehr dankbar für den häufigen Austausch mit mir als Fachberatung und die Nähe, trotz der Distanz. Es tat ihnen gut, zu wissen, dass da jemand am anderen Ende der Leitung ist und sich interessiert für die aktuelle Verfassung der Familie. Viele Gespräche waren lange und intensiv, weil es viele Fragen und tiefe Themen zu besprechen gab, hin und wieder reichte auch ein nur kurzes Telefonat aus, aber das Wissen darum, dass der Anruf erfolgen wird, war oft schon eine große Erleichterung. So wurde deutlich das Covid-19 und die Beratung von Pflegefamilien gelingen kann.

Ja und natürlich war nicht nur alles dauernd und ständig ganz toll, es gab selbstverständlich Höhen und Tiefen. Und sicher braucht es für alle einen langen Atem und mehr als reichlich an Geduld. Und auch zeitlich sollte dieser Ausnahme-Zustand wirklich unbedingt begrenzt sein, denn nach und nach geht dem ein oder anderen dann doch allmählich die Puste aus.

Natürlich muss man auch differenzieren, die Arbeit in den Pflegefamilien gestaltet sich in der Regel ganz anders als die Arbeit z.B. der „Sozialpädagogischen Familienhilfe“ oder anderer ambulanten Hilfen.

Die Pflegeeltern beispielsweise wohnen häufig im eigenen Haus oder Wohnung mit Garten und haben insgesamt -nicht nur materiell- ganz anderen Voraussetzungen, als sozial schwache (benachteiligte)  Familien, die mit geringem Einkommen oder gar Hartz IV, mit mehreren Personen, in einer kleinen Wohnung, ohne Balkon und Garten leben. Da gibt es natürlich noch ganz andere Probleme zu bewältigen.

Für alle die diese Arbeit tun, eine wirklich schwierige Angelegenheit während der Pandemie und abgesehen, von der realen Gefahr sich zu infizieren und selbst krank zu werden, ist auch die psychische Belastung der Mitarbeitenden , sprich die Angst und die Sorge um das eigene Wohl und das der ihnen und uns anvertrauten Kinder nicht zu unterschätzen.

Was die Unterstützung der Behörden, in dem Fall der zuständigen Jugendämtern angeht, habe ich sehr unterschiedliche Beobachtungen gemacht.

Angefangen bei einigen Mitarbeitern*innen, die sich „gefühlt“ ab Mitte März scheinbar in Luft aufgelöst haben, was man natürlich als hoch kritisch ansehen muss, weil viele wichtige Dinge weder geregelt, noch abgesprochen werden konnten und sich kein wirklich zuständiger Ansprechpartner finden lassen wollte, bis hin zu absolut engagierten Sozialarbeiter*innen, die sehr regelmäßig, auch aus dem Homeoffice anrufen haben, um sich zu erkundigen, was die Kinder und Eltern so machen und ob es Unterstützungsbedarf gibt, war alles dabei.

Insgesamt eine breite Palette an Erlebnissen und Erfahrungen, die ich gemacht habe – so könnte jeder/jede von uns sicher zahlreich berichten, was er/ sie so erlebt hat und immer noch erlebt. Meine Zeilen sind da sicher maximal ein kleiner, sehr unvollständiger Ausschnitt. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass durch unser aller Einsatz manchem, manches erspart blieb und die Hoffnung, dass die Situation sich mehr und mehr stabilisieren und wieder etwas „normaler“ werden wird.

Für alle Kolleginnen und Kollegen mit denen ich zu tun hatte und habe, darf ich sagen, dass sie meinem Empfinden nach, die schwierigen Anforderungen und Aufträge (wie immer und hier besonders) verantwortungsbewusst, verbindlich und kreativ …mit hohem Sachverstand, mit guten Ideen und mit viel Liebe umgesetzt und gemeistert haben.

Das war und ist immer noch sehr besonders und nicht immer selbstverständlich.

Ich sage auch im Namen der MAV (Mitarbeitervertretung im St. Elisabeth-Verein) allen Danke, auch dem Vorstand, besonders Herrn Kling Böhm, für die motivierenden Worte und die netten E-Mails überhaupt, … ihr Dankeschön an alle Mitarbeitenden, war und ist sehr verdient!

Und am Ende sage ich auch ganz persönlich nochmal Danke an meine Fachbereichs-Leitung, die schnell wie immer und sehr wertschätzend für die notwendigen Schutzmaßnahmen gesorgt hat und alle Berater*innen u.a. mit nötigen Hygiene-/Desinfektionsartikeln versorgt hat

Ich habe mich dabei wahrgenommen, gut versorgt und sicher gefühlt.

Autorin: Corina Rink

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Und wir haben zu Covid 19 auch mit 2 Pflegemüttern gesprochen. Wie meistern Pflegefamilien die Zeit der Kontaktbeschränkungen und des Homeschooling. Hier ein Podcast dazu. Sehr hörenswert!

Weihnachtszeit mit Pflegekindern

Weihnachtszeit mit Pflegekindern

Nach Weihnachten ist bekanntlich vor Weihnachten. Deshalb möchten wir heute gerne etwas über eine Idee, die uns Frau Julia Seibert, eine Pflegemutter bei Pflegefamilien Hessen aufgeschrieben und geschickt hat. Sie hilft die Weihnachtszeit mit Pflegekindern vielleicht einmal anders zu gestallten. So haben Sie genug Zeit, diese Anregung für die nächste Weihnachtzeit umzusetzen.

Warme Dusche im Advent

Es ist der 30. November 2019. Ich bin in den letzten Zügen meiner Vorbereitungen für die Adventskalender meiner drei Töchter.

Dieses Jahr stand schon früh fest, dass es kein materieller Kalender sein würde, sondern ein „Warme Dusche“ – Kalender.

Inspiriert wurde ich dabei durch die Klassenlehrerin meiner ältesten Tochter. In regelmäßigen Abständen bekommen die Kinder in der Schule eine „warme Dusche“. Die Klasse setzt sich hierfür in einen Stuhlkreis. Ein Kind darf in die Mitte. Reihum sagt dann jedes Kind einen netten Satz zu dem Kind in der Mitte, macht ihm ein Kompliment. Meine Tochter liebt diese Momente!

Mir hat der Gedanke gut gefallen, dies in Form eines Adventskalenders für unsere Familie umzuwandeln. Mit Stift und Block bewaffnet bin ich von Familienmitglied zu Familienmitglied gegangen und habe notiert, was jedem so an schönen und wohltuenden Worten für die Schwestern, den Papa, die Mama, die Töchter alles eingefallen ist. Jeden Tag im Dezember wird nun ein Kompliment für jeden auf dem Frühstücksteller liegen.

Ich war berührt, wieviel dabei zusammen gekommen ist, toll!

Es hat mich sehr berührt, wieviel dabei zusammen gekommen ist und wie bewusst jeder seine Worte für den Anderen formuliert hat.

Nun sitze ich hier und habe mir alles noch einmal durchgelesen und durch meine eigenen wertschätzenden Gedanken für meine Töchter ergänzt.

Und wie ich das alles hier so vor Augen habe kommt mir folgendes in den Sinn: Erst letzten Monat wurde ich beim Erstgespräch für die Ergotherapie einer meiner Töchter gebeten die Stärken meines Kindes zu benennen.

Ich habe einiges aufgezählt und die Therapeutin war ganz begeistert. Sie meinte zu mir:

„Es kommt häufig vor, dass Eltern hier sitzen und lange nachdenken müssen bis ihnen etwas einfällt und manche sagen direkt, dass ihnen dazu nichts einfallen würde“.

Es macht mich sehr betroffen! Ich frage mich, was diese Kinder wohl für ein Bild von sich selbst haben werden.

Ich denke wieder an die Lehrerin meiner Tochter. Wie wunderbar, dass es solche Menschen gibt. Es gelingt ihr in jedem etwas Kostbares und Gutes zu entdecken und die anderen zu sensibilisieren, ebenfalls genau hin zuschauen. 

Dann reiht sich fast wie von selbst ein warmer Strahl an den anderen!

Und wenn man erst einmal mit der warmen Dusche angefangen hat, dann reiht sich oft ein warmer Strahl an den anderen.

„Was hast Du schöne Augen!“ „Wow, kannst Du toll singen!“ „Du rennst so schnell wie eine Rakete!“ „Deine Bilder sind so kreativ und die Farben die du ausgesucht hast machen mich richtig fröhlich!“ „Danke, für Deine Umarmung. Die hat mir sehr gut getan!“

Es ist ein wahres Vergnügen zu erleben wie sich ein Leuchten auf dem Gesicht des Gegenübers ausbreitet!

Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen dass ich selbst zu Leuchten beginne wenn plötzlich der Wasserstrahl auf mich selbst gerichtet wird. „Mama, du duftest so gut wie eine Blume!“ 

Für uns war die Adventszeit eine echte Warme Duschen Zeit und hat uns sehr bereichert. Vielleicht bekommt der eine oder andere ja Lust die warme Dusche auch in seiner Familie auf seine Art umzusetzen. A

Herzlichen Dank an Julia Seibert vom Team Pflegefamilien Hessen.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Wir haben im März 2019 einen Förderverein zur Unterstützung für Pflegekinder Deutschland e.V. gegründet. Wenn auch Sie Fördermitglied werden wollen, dann finden Sie weitere Informationen unter Förderverein Pflegekinder Deutschland.

Ich selbst war als Pflegemutter auch Gründungsmitglied, weil wir immer häufiger erleben, das Pflegekinder neben der öffentlichen Unterstützung auch weitere Hilfen, vor allem auch in finanzieller Weise benötigen.

Förderverein für Pflegekinder
Gegen Pflegemütter ist kein Kraut gewachsen

Gegen Pflegemütter ist kein Kraut gewachsen

Das 14. Mütterwochenende – wie jedes Jahr auch in 2019 ein echtes Highlight für alle Pflegemütter

Ein Frauenwochenende um gemeinsam mit anderen Müttern / Frauen in den Austausch zu kommen und von gemeinsamen Gesprächen zu profitieren. Klingt es zunächst vielleicht etwas banal, steckt aber doch so unglaublich viel Wertvolles und Wichtiges hinter diesem „Auszeitwochenende“. Seit vielen Jahren ist es Tradition, dass sich Frauen an einem Wochenende Ende Januar in einem schönen Hotel, seit nunmehr zwei Jahren in Bad Wildungen, zusammenfinden.  Diese Frauen/ Mütter haben  mindestens einen gemeinsamen Schwerpunkt in ihrem Leben, nämlich das Leben und den Alltag mit, und die Verantwortung für Pflegekinder.

In diesem Jahr haben 30 Mütter dieses Angebot angenommen. Sie alle haben sich mit ihren Familien irgendwann einmal dazu entschieden, ein oder mehrere Kinder in ihrer Familie aufzunehmen um ihnen ein neues Zuhause und auch neue Chancen zu bieten. Das macht viel Freude und alle sind mit Herz und Engagement dabei. Aber es ist auch nicht selten anstrengend und kostet viel Kraft.Für Erholung und Ausgleich muss regelmäßig gesorgt werden und „gut auf sich achten“ wird im Fachbereich der Erziehungsstellen des Elisabeth Vereins auch im Rahmen der Selbstfürsorge groß geschrieben, damit die strapazierten, manchmal leeren Akkus auch wieder aufgeladen werden. Einmal im Jahr gibt es unter anderem deswegen ein Mütter-Wochenende, an dem sich die Frauen mal so richtig ausruhen dürfen (ein Väter-Wochenende für die Männer gibt es natürlich auch).

In diesem Jahr stand das Wochenende unter dem Motto: GegenPflegemütter ist kein Kraut gewachsen und ja, bei all der Frauenpower ist das sicher eine klare und wahre Aussage. Erziehungsstellen-Mütter lassen sich nicht so schnell  erschrecken, verunsichern oder verärgern. Wer das glaubt liegt falsch. Der Alltag mit den Kids trainiert  die Nerven und es kann einen sozusagen nichts so schnell „wegwehen“.

Kennenlernrunde am Freitagabend

Beginnend mit einer Kennenlernrunde am Freitagsabend, die auch immer wieder besonders wichtig für die neuen  Mütter in der Runde ist, denn so kommt man gut in Kontakt mit „alten Hasen“ – in diesem Fall „Häsinnen“, wurde zum Thema Kräuter und deren oftmals „unglaublichen“ Wirkungen das Wochenende eingeleitet. Das Team der Fachberaterinnen (dem übrigens zur großen Freude am Ende der Veranstaltung von einer Mutter sogar der Titel „Dreamteam“  ausgesprochen wurde:-)), hatte sich wie jedes Jahr ein kurzweiliges, unterhaltsames und auch lehrreiches Programm überlegt und begrüßte alle herzlich. Es wurde viel gelacht, gemeinsam gesungen und geplaudert.

Fortsetzung am Samstagmorgen

Gegen Pflegemütter ist kein Kraut gewachsen

Stone-painting: mit viel Liebe zum Detail wurde aus einem zuvor grauen Stein ein kleines Kunstwerk.

Der Samstag begann nach dem Frühstück mit einer Entspannungseinheit und es folgte ein Kreativangebot „Stone-painting“. Hier wurden Steine zu wahren Wunderwerken bemalt und die ursprünglich für zwei Stunden geplante Aktion kam so gut an, dass manche Frauen noch bis spät in den Abend hinein gemeinsam kreativ waren.Der Entspannungscharakter dieser kreativen Tätigkeit war für manche Frauen deutlich zu spüren und die Methode kann auch sehr gut zu Hause umgesetzt werden.

Am Samstagnachmittag fand eine Stadtführung zum Thema „Kräuter, Kump und Hexenwerk“ durch die Altstadt Bad Wildungens statt, wo es viel Spannendes zum Thema Kräuter und auch zum Thema Frauen im Mittelalter zu erfahren gab.Die Frauen begaben sich mit der Bad Wildunger „Kräuterhexe“, die in mittelalterlicher Gewandung zu geschichtsträchtigen Orten und Plätzen führte, auf eine interessante Reise in die Vergangenheit. Es gab viel Wissenswertes über Bad Wildungens malerische Altstadt, über so manches Kraut, seine Heilwirkung und seine Verwendung sowie auch über die dramatische Zeit der Hexenverfolgung zu erfahren. Es war kalt, aber spannend und toll, ein kleiner Kräutertrunk half kurzfristig den Wind besser zu ertragen. Am Ende war allen bewusst: Gegen Pflegemütter ist kein Kraut gewachsen.

Manche Frauen hielten sich mit den Angeboten am Wochenende aber auch eher zurück und genossen die Ruhe im Hotel, das Schwimmbad, die Sauna oder vielleicht den Spaziergang und das Gespräch mit anderen Müttern.

Wie in jedem Jahr gab es abends ein Filmangebot. Beeindruckt sowie beschwingt von den darin vorkommenden Songs wurde der Restabend gemeinsam mit den anderen Müttern mit  lustigen Geschichten bei einem leckeren Getränk in der Bar fortgesetzt und irgendwann – bei der einen früher, bei der anderen etwas später – auch beendet.

Wie schnell der Sonntag kam…

Gegen Pflegemütter ist kein Kraut gewachsen

Einladendes und wohlriechendes Kräuterbeet verschönert mit bunten, veredelten Steinen der Pflegemütter

Beim gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen wurden Anekdoten berichtet. Wie seit einigen Jahren üblich, war auch in diesem Jahr die Geschäftsbereichsleitung, Bertram Kasper und Jens Rohe zu Besuch gekommen,  konnte sich von der allgemein guten Stimmung überzeugen und stand den Frauen zum Gespräch und für Fragen zur Verfügung. Begrüßt wurden die beiden von den Frauen mit einem wirklich leidenschaftlich, im vierstimmigen Kanon vorgetragenen  „Kräutersong“ und so wehte Ihnen der Flair des Mottos mit voller Wucht entgegen: Gegen Pflegemütter ist kein Kraut gewachsen.

Nach einer Abschlussrunde in der das Wochenende rückerinnert und reichlich Wert geschätzt wurde, folgte passend zum Leitthema: „Gegen uns ist kein Kraut gewachsen“ noch eine kurze und letzte Entspannungsreise: „Ins Kräuterbeet“.

Zur Stärkung gab es abschließend noch einen kleinen Mittagsimbiss und so ging es auch in diesem Jahr nach (nur) zweieinhalb wunderbaren, gemeinsamen Tagen zurück in Richtung Heimat, obwohl natürlich viele Frauen wie üblich den absolut nachvollziehbaren Wunsch äußerten, das Mütterwochenende sollte doch viel länger oder am liebsten dauernd so weitergehen. Aber das geht natürlich nicht und man freut sich ja doch auch auf zu Hause, auf die Kinder und die Familie und auch die Mütter wurden dort sicher sehnsüchtig erwartet.

Was bleibt ist der „reiche Schatz“ an gemeinsam Erlebtem – ja das Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein, die tiefen, guten Gespräche sowie die Erholung und vielleicht die ein oder andere wertvolle neue Bekanntschaft / Freundschaft, die entstanden ist und vielleicht auch über das Wochenende hinaus andauern wird.

Für das Vorbereitungsteam: (Steffi Fuchs, Martina von Keitz, Petra Plag Zimmermann, Bettina Simon Schönau). Autorin: Corina Rink

Möchten auch Sie Pflegemutter oder Pflegevater werden, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Hier der Link.

Leben mit Pflegekindern

Leben mit Pflegekindern

Aus der Interview-Reihe: Pflegeeltern werden

Teil 2: Von Vorbehalten und Bedenken über ein Leben mit Pflegekindern

 Von Pamela Premm

Wenn man Caroline und Thomas Wagner heute mit den drei Pflegemädchen Carlotta (8), Miriam (7) und Melina (3) beobachtet, kann man kaum glauben, dass es Zeiten der Zweifel gab. Nachdem der langersehente Kinderwunsch unerfüllt blieb, entschloss sich das Paar den Weg als Pflegefamilie zu gehen. Und hatte mit einigen Bedenken und Vorbehalten zu kämpfen.

 „Ich wusste durch meine Arbeit im Heim, dass die Menschen durchaus Vorurteile gegenüber Pflege- und Heimkindern hegen, die als zu oft von der Gesellschaft als verhaltensauffällig und verwahrlost abgestempelt werden“, sagt die gelernte Erzieherin. Dabei sollte man gerade diesen Kindern eine Chance geben. „Kinder, die in Obhut gegeben werden, haben erstmal schlechtere Grundvoraussetzungen. Wenn man ihnen aber die Möglichkeit gibt, sich im eigenen Tempo zu entwickeln und eigene Potenziale zu entfalten, erkennt man schnell, dass es ganz zauberhafte Wesen sind wie alle Menschenkinder. Für mich war klar, dass wir einem solchen Kind die Möglichkeit geben sollten, geborgen zu wachsen.“

Ein Leben mit Pflegekindern kann sich Pflegevater Thomas erstmal nicht vorstellen

Leben mit Pflegekindern

Positiv denken

Der selbstverständliche Wunsch seiner Frau, Pflegekinder aufzunehmen, war für Pflegevater Thomas erstmal schwer nachzuvollziehen. „Ein Leben mit Pflegekindern konnte ich mir erstmal nicht vorstellen.“ Gerade zu Beginn überwiegten die Zweifel, sagt das Paar heute zurückblickend. „Wir kauten immer wieder auf diese eine Frage herum: Was wäre, wenn…“, räumt Caroline ein. Was passiert, wenn man sich an das Kind gewöhnt hat und es zur leiblichen Familie zurückgeführt wird? Wie fühlt sich das an, wenn noch eine andere Familie im Hintergrund mitmischt? Welche Päckchen bringen die Kinder mit? Für ihren Mann, der sich bis dato kaum mit diesem Thema beschäftigte, kam ein bedeutender Aspekt hinzu: die Institution Jugendamt. Eng mit dem Jugendamt zusammenzuarbeiten, war für ihn schier unvorstellbar. „Für mich waren Jugendämter Institute der Obrigkeit, mit denen man besser nicht in Kontakt kommt.“

Ein langer Prozess bis zu einer Entscheidung

Erst später lernte der heute 38-jährige, dass man mit Jugendämtern auch kooperativ auf Augenhöhe zusammenarbeiten kann. „Im Laufe der Zeit ist das Jugendamt und unsere Sachbearbeiterin eine wichtige Anlaufstelle für uns geworden, die uns unterstützt und bei der wir uns Rat einholen können.“ Die Entscheidung Pflegekinder aufzunehmen, hat das Paar nicht leichtfertig getroffen. Damit einher ging ein jahrelanger Prozess. Schließlich gewannen das Herz und der Mut, sich auf unkalkulierbares Terrain zu begeben. „Man kann sowieso nicht von vorneherein alles Unvorhersehbare ausschließen. Auch bei leiblichen Kindern lässt sich nicht absehen, welche Charakterzüge und Verhaltensweisen sie mitbringen, ob sie gesund oder mit Handicap auf die Welt kommen. Alle Eltern sollten ihre Kinder daher so annehmen, wie sie sind. Wir bringen unseren Pflegkindern bedingungslose Wertschätzung und Liebe entgegen“, resümiert die Pflegemutter.

Als Familie eng zusammengewachsen

Mittlerweile ist die Familie eng zusammengewachsen. Die Mädchen entwickeln sich gut, spielen zusammen, sind in der Schule und im Kindergarten integriert. In bestimmten Situationen reagieren sie über, manchmal verhalten sie sich distanzlos gegenüber anderen Menschen. Das sei aber auch in anderen Familien nicht unbedingt ungewöhnlich. „Überall gibt es solche und solche Kinder. Leben mit PflegekindernWenn ich andere Kinder auf dem Spielplatz sehe und Familien im Freundeskreis beobachte, weiß ich, dass sich das Leben mit Pflegekindern gar nicht so stark von dem mit leiblichen Kindern unterscheidet,“ sagt die dreifache Pflegemutter. „Es sind die typischen Alltagskonflikte, die es in jeder Familie gibt. Vielleicht brauchen unsere Kinder mehr Begleitung und Unterstützung. Aber das kann man auch bei leiblichen Kindern im Vorfeld nicht abschätzen.“

„Wir werden immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert“

Auch wenn das Familienglück für die Wagners nahezu perfekt scheint, hat die Familie heute noch mit Vorbehalten von außen zu kämpfen. „Wir werden immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert“, sagt Pflegevater Thomas. Selbst die eigene Familie schließt sich da nicht aus. Gratulationen zum Geburtstag oder ein Geschenk zu Weihnachten für die Mädchen von nahen Verwandten – Fehlanzeige. Das macht das Paar schon traurig. „Unsere Pflegekinder gehören zu uns und genauso wertschätzend sollten sie auch behandelt werden,“ ergänzt Caroline. Fast ähnlich befremdlich empfindet sie übermäßiges Lob für ihr gesellschaftliches Engagement. „Wir sind eine ganz normale Familie. Ich koche, wasche, kümmere mich um die Kinder und gehe mit ihnen auf den Spielplatz. Wie Millionen andere Familien in Deutschland auch. Und genauso möchten wir behandelt werden.“ Abschließend möchte sie allen kinderlosen Paaren Mut zusprechen, Bedenken und Zweifel abzulegen und den Weg als Pflegefamilie zu gehen. „Wir können Paare nur bestärken, sich zu informieren und sich frohen Mutes auf ein Leben mit Pflegekindern einzulassen.

Sie möchten Pflegekindern ein Zuhause schenken? Dann melden Sie sich gerne bei uns.

Und hier der Link zu unserem Film „Basisstation gesucht“, der Sie motivieren soll das Abenteuer Pflegefamilie zu wagen. Herzlichen Dank an Christoph Schuchardt von kameramann 24.

(Namen wurden von der Redaktion geändert)

Pflegekinder statt Kinderwunschklinik

Pflegekinder statt Kinderwunschklinik

Aus der Interview-Reihe: Pflegeeltern werden

Teil 1: Pflegekinder statt Kinderwunschklinik: Ein Paar mit unerfülltem Kinderwunsch berichtet

Von Pamela Premm

Caroline Wagner aus Mittelhessen träumte schon immer von einer großen Familie wie aus dem Bilderbuch – mit einem Bauernhof und mindestens vier Kindern. Zwei davon sollten Pflegekinder sein. Das stand für die gelernte Erzieherin schnell fest. Ihr Mann Thomas war dagegen nicht so leicht zu überzeugen. In einer dreiteiligen Interview-Reihe haben wir das Pflegeeltern-Paar befragt, wie sie ihre Entscheidung getroffen haben, welche Bedenken sie hatten und wie sie mit Krisen umgehen.

Schon als kleines Mädchen träumte Caroline Wagner von ihrer eigenen Familie mit zwei leiblichen und zwei Pflegekindern. In ihrer Ausbildung als Erzieherin und bei ihrer Arbeit im Kinderheim kam Sie zum ersten Mal mit Kindern in Berührung, die nicht in ihren Familien bleiben konnten.

„Die einzelnen Schicksale der wunderbaren kleinen Wesen haben mich sehr berührt,“ erinnert sich die 35-jährige. Schnell war für Caroline klar, dass sie später in jedem Fall zwei Pflegekinder aufnehmen würde. Ihrem heutigen Mann Thomas setzte sie damals schon die Pistole auf die Brust.

Kinderwunsch gewinnt an Bedeutung

Für ihren Mann allerdings waren Kinder und vor allem Pflegekinder erstmal kein Thema. „Er hatte nicht wirklich Bezug dazu, für ihn stand die Karriere und unser Leben als Paar an erster Stelle.“ Mit der Hochzeit flackerte bei Caroline der Wunsch erneut auf, eine Familie zu gründen. „Ich wollte endlich mein Baby im Arm halten und habe mir immer vorgestellt, wie es sein wird, einem Kind das Leben zu schenken.“ Doch aus diesem Gefühl wurde nichts. „Wir haben es immer wieder versucht, Monat für Monat gebangt und gehofft, um schließlich doch wieder ein negatives Ergebnis in den Händen zu halten.“ Pflegekinder statt KinderwunschklinikÜber Jahre zog sich das Wechselbad der Gefühle, bis bei Caroline eine Schilddrüsenerkrankung festgestellt wurde. Die Chance, ein Kind auf natürlichem Wege zu bekommen, rückte damit in weite Ferne. Für die junge Frau brach eine Welt zusammen. Es begann eine Zeit des Abschiedsnehmens, der Trauer und des Schmerzes. „Ich war am Boden zerstört. Dabei hatte ich das Gefühl, alle Frauen um mich herum, waren plötzlich schwanger. Ich fiel in ein tiefes Loch, fühlte mich depressiv. Alles, was ich mir je erträumt hatte, schien für immer verloren.“

Pflegekinder statt Kinderwunschklinik? Ein Schlüsselerlebnis bringt Klarheit

Eine Kinderwunschklinik kam für das Paar nicht infrage. Die körperliche und seelische Belastung wäre einfach zu groß geworden. „Jeder gescheiterte Versuch in der Kinderwunschklinik hätte die Situation noch schlimmer für mich gemacht“, erzählt Caroline. Eine Adoption war ebenfalls kein Thema: Viel zu lang seien die Wartelisten für Adoptivkinder. Immer wieder bringt Caroline das Thema Pflegekinder zur Sprache. Pflegekinder statt Kinderwunschklinik? Ihr Mann Thomas hatte seine Zweifel, bis es zu einem Schlüsselerlebnis kommt. Das Paar trifft sich mit einer bekannten Pflegefamilie, stellt Fragen und sucht den Austausch. „Mir hat es sehr geholfen, an diesem Abend mit den Pflegeeltern über rechtliche Themen und den formellen Rahmen zu sprechen“, sagt Thomas heute. „Im Gegensatz zu meiner Frau, bin ich eher ein sachlicher Mensch. Ich treffe Entscheidungen weniger aus dem Bauch heraus. Daher war es gut, mehr über die Abläufe zu erfahren. Die Berichte aus erster Hand haben uns darin bestärkt, eine Pflegefamilie zu werden.“ Bis das Paar letztendlich die Entscheidung trifft, ein Pflegekind aufzunehmen, vergehen weitere Monate. „Irgendwann hat mein Mann unser Vorhaben abgenickt und ich durfte endlich den langersehnten Termin im Jugendamt vereinbaren.“

Die Freude war unglaublich…

Pflegekinder statt KinderwunschklinikIm April 2012 folgt das erste Gespräch mit der zuständigen Sachbearbeiterin. Im November besucht das Paar ein Pflegekinderseminar. Für Caroline kein einfacher Weg. „Es lag so viel Emotion in meinem Kinderwunsch, dass es für mich schwierig war, das Thema sachlich anzugehen. Mein Mann hat mich dabei immer unterstützt.“ Eine OP im Dezember gab der jungen Frau Zeit, Dinge für sich zu ordnen und zur Ruhe zu kommen. Kurz darauf folgte der erlösende Anruf. „Ich erinnere mich noch genau an den 27.12.2012. Wir saßen gerade beim Frühstück. Ein 13-monatiges Mädchen liege im Krankenhaus, könne nicht mehr zu den Eltern zurückkehren und benötige dringend eine Pflegestelle. „Wir hatten genau fünf Minuten Zeit, um uns zu entscheiden.“ Das Paar entschied sich für die kleine Miriam. „Wir mussten so viel organisieren, vom Babyfläschchen bis zum Kinderbett. Die Freude war unglaublich.“

Wenige Stunden später war sie da

Wenige Stunden später zog das Baby bei den Wagners ein. „Wir haben auf dem Balkon gestanden und auf sie erwartet. Es war Liebe auf den ersten Blick.“ Auch bei ihrem Mann Thomas, war schnell klar, dass er dieses kleine Geschöpf sofort ins Herz geschlossen hatte. „Sie saß auf meinem Schoß, streichelte meinen Arm und sagte Ei, Ei. Da wussten wir, dass alles gut werden würde.“

Mittlerweile hat das Paar drei Pflegekinder im Alter von drei, sieben und acht Jahren, alles Mädchen.

„Wir sind einfach nur superglücklich als Familie“, betont Caroline. „Ich habe meine Herzensaufgabe gefunden und mich mit meinem Schicksal ausgesöhnt. Wir können nur allen kinderlosen Paaren Mut machen, sich mit dem Thema Pflegekinder zu befassen. Man bekommt so unglaublich viel zurück. Und keine der drei Pflegetöchter würde ich eintauschen für ein leibliches Kind.“

Sie sind kinderlos und möchten sich über Pflegekinder informieren? Dann sprechen Sie uns gerne an.

[Metadescription: Pflegekinder statt Kinderwunschklinik: Für ungewollt kinderlose Paare eine Option. Ein Paar erzählt von seinem Weg zur Pflegefamilie.]

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