Schatzsuche durch die verwunschene Oberstadt

Ein Stadtabenteuer für Pflegefamilien im Juni 2026

Eine bunte Gruppe von rund 35 Personen – Pflegeeltern und Kinder – machte sich am sonnigen Samstagnachmittag im Juni auf den Weg durch die Marburger Oberstadt. Die Route der Schatzsuche führte durch belebte Straßen, ruhige Innenhöfe und versteckte Winkel, stets begleitet von der neugierigen Erwartung aller Teilnehmenden.

Verwunschene Treppe auf dem Waldweg in Richtung Schatz

Ziel des Nachmittags war eine spannende Schatzsuche. Unterwegs lösten die Kinder mit Unterstützung der Pflegeeltern verschiedene Rätsel.

Für jede richtige Lösung erhielten sie einen Buchstaben, der später noch von großer Bedeutung sein sollte. Dabei zeigte sich eine schöne Verbindung aus kindlichem Forscherdrang, Kreativität und erwachsener Geduld.

Ein besonderes Highlight war eine kleine Mutprobe. Dabei ging es nicht darum, etwas Riskantes zu tun, sondern gemeinsam eine Herausforderung anzunehmen, Neues auszuprobieren und als Gruppe über sich hinauszuwachsen.

Einige Kinder entschieden sich dagegen teilzunehmen – und das war völlig in Ordnung. Denn auch „Nein“ zu sagen, wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, erfordert Mut und hilft dabei, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, zu respektieren und deutlich zu machen.

Während der Schatzsuche lernten die Teilnehmenden außerdem viele neue Seiten der Stadt kennen. Sie entdeckten unbekannte Ecken, hörten Geschichten aus vergangenen Zeiten und erfuhren interessante Anekdoten über lokale Bräuche und besondere Orte. Die Stadtführerin Christiane Peters gestaltete den Nachmittag dabei ausgesprochen kindgerecht und einfühlsam. Mit ihrem unglaublichen Wissen über die Stadt, ihrem Humor und ihrer herzlichen Art verstand sie es, Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu begeistern. So wurde deutlich, wie spannend Lernen im Alltag sein kann.

Neugierig blicken Kinder durch ein altes Gatter im Mauerwerk.
Schatzsuche: Ein Cryptex wird geöffnet um die Schatzkarte zu finden

Ein zentrales Element der Schatzsuche war ein sogenanntes Cryptex – ein kleiner Behälter mit drehbaren Buchstabenringen, der erst geöffnet werden kann, wenn das richtige Lösungswort eingestellt wird. Bekannt wurde das Cryptex vor allem durch die Romane von Dan Brown (Da Vinci Code). Die bei den Rätseln gewonnenen Buchstaben dienten dazu, das Lösungswort zu entschlüsseln. Bis zuletzt blieb es spannend, ob sich das Cryptex tatsächlich öffnen lassen würde.

Schließlich war es so weit: Die Kinder stellten die erarbeiteten Buchstaben richtig ein und das Cryptex öffnete sich. Zum Vorschein kam eine kleine Schatzkarte, die den entscheidenden Hinweis auf das Versteck des Schatzes enthielt. Nun konnte die Suche gezielt fortgesetzt werden.

Blick auf das Marburger Schloss mit Oberstadt

Der Schatz wurde schließlich ganz in der Nähe des wunderschönen Marburger Schlosses gefunden – ein Moment voller Freude, Stolz und Erleichterung. Alle waren begeistert von dem gemeinsam Erlebten und den Herausforderungen, die sie als Gruppe gemeistert hatten.

Im Café Vetter fand der gelungene Nachmittag seinen würdigen Abschluss.

Bei leckerem Eis und einem reichhaltigen Kuchenbuffet ließen die Familien die Erlebnisse noch einmal Revue passieren und genossen das gemütliche Beisammensein.

So ging ein Nachmittag voller Entdeckungen, Lachen und gemeinsamer Erinnerungen zu Ende – ein Tag, der allen Beteiligten noch lange in schöner Erinnerung bleiben wird.

Diese Veranstaltung ist nur eine von vielen wichtigen Angeboten, die Familien zusammenbringen und den Austausch fördern, was dem Fachbereich Pflegefamilien sehr wichtig ist.

Sie bietet die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu teilen und wertvolle Kontakte zu knüpfen – sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene.

Kaffee und Kuchenbuffet – eine wohlverdiente Stärkung zum Ausklang

Nicht nur die Erwachsenen lernen sich bei gemeinsamen Treffen wie zum Beispiel der Schatzsuche besser kennen und kommen miteinander ins Gespräch. Auch für die Kinder sind solche Begegnungen sehr wertvoll.

Sie haben die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen, gemeinsam zu spielen und sich im Umgang mit anderen Kindern zu üben.

Für Kinder, für die das soziale Miteinander in einer Gruppe manchmal eher eine Herausforderung ist, bieten solche Gemeinschaftsaktionen eine gute Chance, positive Erfahrungen zu sammeln. Im geschützten und sicheren Rahmen können sie sich ausprobieren, neue Erfahrungen sammeln und Selbstvertrauen im Umgang mit anderen Kindern entwickeln.

Oft wird unterschätzt, welch positiven Einfluss solche Begegnungen haben können. Sie schaffen Verständnis, stärken das Gemeinschaftsgefühl und bieten Unterstützung im Alltag.

Besonders für Familien mit Pflegekindern ist ein gutes Netzwerk von großer Bedeutung, denn durch gegenseitige Hilfe, Austausch und Vernetzung entstehen wertvolle Impulse, die allen Beteiligten – besonders auch den Kindern – zugutekommen.

Text: Corina Rink

Fotos: privat C.Rink / M. Brück

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