Vielleicht fragen Sie sich, wieso diese Überschrift „Ein Pflegekind riechen können“, was hat es denn damit auf sich?

Düfte beeinflussen uns das ganze Leben und das oft unbewusst. Bei jedem Einatmen riechen wir und auch im Schlaf ist unser Geruchssinn immer parat und ständig aktiv. Wussten Sie, dass wir über eine Billion unterschiedliche Gerüche mit unserer Nase wahrnehmen können? Damit wurde die Vermutung, dass es ca. 10000 sind, überdeutlich nach oben korrigiert. Damit können wir mit unserer Nase deutlich vielfältiger und komplexer wahrnehmen, als mit unseren Ohren oder unserem Geschmackssinn.

Und bestimmt fällt es Ihnen auch schwer Düfte in Worte zu fassen. Deshalb kann es sein, dass sie gerade aus diesem Grund heftigere Emotionen auslösen können als visuelle oder akustische Signale.

„Ich kann Dich nicht riechen“

Und wahrscheinlich kennen Sie alle den Satz „Ich kann Dich nicht riechen“. Darin kommt zum Ausdruck, wie bedeutsam Gerüche im Leben von uns sind. Sie helfen bei der Orientierung, sie warnen uns, sie beeinflussen unser Verhalten, wirken auf unsere Stimmungen und Emotionen und sie können Erinnerungen aus der Vergangenheit aktivieren.

Gerüche gelangen hirnbiologisch betrachtet direkt in unser limbisches System im Gehirn und damit unmittelbar in unsere Gefühlswelt. Sie werden nicht von unserem Willen kontrolliert, sondern es werden unwillkürlich und unmittelbar Gefühle wie Freude, Lust, Angst und Mut ausgelöst.

Damit sind Gefühle ein Schlüssel zur Erinnerung

Können Sie sich noch an das Parfüm Ihrer ersten Freundin oder Ihres ersten Freundes erinnern? Im Vorbeigehen an anderen Menschen kann Ihnen im sprichwörtlichen Sinne diese Erinnerung in die Nase steigen und schon sind alle Erinnerungen an die Begegnung wieder aktiviert. Da ist es naheliegend, dass für unsere Partnerwahl die Nase sehr entscheidend ist.

„Körpergeruch spielt bei der Partnerwahl – beim Menschen wie im Tierreich – eine ganz entscheidende Rolle“, sagte Manfred Milinski, Direktor des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie.

Gerüche, die eher negative Erinnerungen oder Assoziationen auslösen, gibt es auch. Stellen Sie sich nur den bei vielen Menschen eher Panik auslösenden Geruch einer Zahnarztpraxis vor. Und Sie können sicher sein, wie exakt dieser Geruch in uns gespeichert ist.

Frauen, die nach Blumen riechen

werden von Männern zwölf Pfund leichter geschätzt, so steht es auf einer Informationstafel im Kurpark von Bad Wörishofen. Und weiter, ein guter Duft lässt Gesichter schöner wirken.

Ausgehend von den beschriebenen Zusammenhängen erscheint die obige Überschrift also wirklich naheliegend. Deshalb sagen wir unseren Pflegeeltern gerne, dass es wichtig ist, ein mögliches Pflegekind wirklich riechen zu können. Der Geruch als Voraussetzung auch schwierigere Situationen miteinander gut meistern zu können. Also woran kann ich im übertragenen Sinn erkennen, dass ein Pflegekind zu passen könnte. Ganz einfach: „Ich kann dich riechen“.

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