Nelson Müller ein Vorbild für Pflegekinder

Nelson Müller ein Vorbild für Pflegekinder

Nelson Müller – mach Dein Ding…

Nelson Müller – erfrischend anders, seine dunkle Hautfarbe, seine Geschichte als Pflegekind mit ghanaischen Wurzeln, sein Erfolg als Sternekoch, Fernsehstar und seine zweite Karriere als Musiker. Seinen Pflegeeltern hat er ein eigenes Lied gewidmet: Euer Lied. Heute ist er für viele eine Identifikationsfigur, kulturell und sozial.

Wie kann Nelson Müller ein Vorbild für Pflegekinder und Pflegeeltern sein?

Pflegekinder haben zwei Familien. Manchmal kommt – wie bei Nelson Müller – noch ein kulturell origineller Hintergrund dazu, der die Identitätsfindung nicht leichter macht und von einem jungen Menschen, der mit 4 Jahren nach Deutschland gekommen ist, einiges abverlangt. Für eine gelingende Identitätsentwicklung sind drei Aspekte besonders unterstützend:

Nelson Müller ein Vorbild für Pflegekinder

  • eine stabile Pflegefamilie mit klaren Werten, Einstellungen und einem vernetzten sozialen Umfeld
  • die Bereitschaft der Pflegefamilie, die Herkunftsfamilie des Pflegekindes als wichtigen Faktor in der Geschichte des Kindes anzuerkennen
  • und die Fähigkeiten des Pflegekindes, selbst die beiden persönlichen Wurzeln miteinander sinnvoll zu verbinden
  • Nelson Müller scheint dies mit Unterstützung seiner Pflegeeltern gelungen zu sein.

Nelson Müller – erkenne Deine Möglichkeiten…

Was ist das Geheimnis von Nelson Müller?  Was sind die Faktoren in seiner Biographie, die ihn dabei unterstützten, seinen Weg zu gehen?

Ulrike Frenkel von der Stuttgarter Zeitung gibt in ihrem Artikel vom 13.11.2011 einige spannende Hinweise, die auch für Pflegefamilien und Pflegekinder interessant sein können. Auch in dem schon oben erwähnte Lied für seine Pflegefamilie finden sich einige Anhaltspunkte.

Nelson Müller ein Vorbild für Pflegekinder

So textet Nelson Müller in seinem Song: „In Euch fand ich Familie und durch Euch fand ich Phantasie“ und ein paar Zeilen später „Ihr habt mich mit Liebe angesehen“. Dieses Gefühl des ‚Angenommen Werdens‘ scheint für Nelson Müller ganz zentral und prägend für seinen weiteren Lebensweg zu sein. Daraus schöpft er Kraft und Klarheit, wie er es im Interview mit Ulrike Frenkel nennt.

Die kleinen positiven Dinge im Alltag des Lebens…

und der herzliche leichte Blick darauf sind für Kinder mit zwei Familien ganz besonders elementar – eine wichtige Quelle für die Wahrnehmung der Schönheit der Welt. Dadurch wird zudem das Gefühl gestärkt: es ist gut auf der Welt zu sein.

Dazu kommt die Klarheit der vermittelten Werte. Wofür stehen wir als Familie, was sind die Leitplanken des Lebens, für die wir einstehen? Nelson Müller nennt Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein. Zielorientiert etwas verfolgen und dabei dennoch offen zu sein für die vielfältigen Inspirationen, die das Leben bietet. Da ist die Kochkunst und die Musik ein ideales Feld, um sich auszutoben, um kreativ zu sein. Nelson Müller scheint seine Berufung gefunden zu haben.

Klarheit im Leben und Kreativität im Sein

Sicher auch deshalb engagiert sich Nelson Müller als Schirmherr für die sozialen Projekte ‚Menschenmögliches‘ und ‚FLIZmobil‘. Etwas weiter geben von dem erfahrenen Geschenk in einer behüteten und stabilen Umgebung aufgewachsen zu sein und dennoch genug Freiraum für die eigene Entwicklung gespürt zu haben.

Unsere Hinweise für Sie:

  • Pflegefamilie zu sein ist eine wundervolle Aufgabe und Sie leisten mit Ihrem Engagement einen generationsübergreifenden Beitrag
  • Viele Pflegekinder profitieren von dem liebevollen und stabilen Rahmen in einer Pflegefamilie
  • Der Blick auf die kleinen positiven Dinge im Leben ist elementar Nelson Müller ein Vorbild für Pflegekinder
  • Die Klarheit in den vermittelten Werten verbunden mit genug Freiraum für die eigene Entwicklung ist für Pflegekinder eine tolle Kombination

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme für ein unverbindliches Informationsgespräch, um Pflegefamilie zu werden!!!

Wer mehr über die Biographie von Nelson Müller erfahren will…Vielleicht finden Sie noch weitere Hinweise, wieso Nelson Müller ein Vorbild für Pflegekinder sein kann.

Eines seiner aktuellen Kochbücher finden Sie unter…

Die ausgewählten Fotos wurden uns dankenwerter Weise von Mario Andreya zur Verfügung gestellt

Pflegefamilien und Minimalismus

Pflegefamilien und Minimalismus

Minimalismus – eine Chance für mehr Leichtigkeit in Pflegefamilien

Sobald die Kinder einziehen, geht es los. Schon im Babyalter wird man mit einem Übermaß an Angeboten konfrontiert. Die multifunktionale Wippe, die von selbst schaukelt, während das Kind darin liegt. Das drehende, musikspielende Mobile für das Babybett. Wenn die Hochglanz-Prospekte ins Haus flattern, fällt es schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Dabei kann es so guttun, erst einmal in sich hineinzuhorchen. Was braucht das Baby wirklich? Körpernähe, Nahrung, Liebe und ganz viel Zeit. Und wenn die Kinder älter werden? Muss es die angesagte Nerf oder die zehnte Monster High Barbie sein? Nicht unbedingt. Denn Verzicht hat viele Vorteile und kann die Bindung in der Familie fördern. Pflegefamilien und Minimalismus…was hat es damit auf sich?

Minimalismus gibt uns die Chance in Beziehung zueinander zu treten

Erinnern wir uns an die eigene Kindheit. Wie schön es war, mit den wenigen Dingen zu spielen, die bei den Großeltern zur Verfügung standen. Oder die unser eigenes Kinderzimmer bestückten. Es gab einfach auch noch nicht so viel Spielzeug. Ein einfaches Legobauset und die Kiste mit Bauklötzen konnten uns stundenlang fesseln. Damals gab es Zeit im Überfluss, die uns den Raum gab, nach draußen zu gehen und die Welt zu entdecken. Wir konnten uns kreativ und kognitiv entfalten und in Beziehung zueinander treten.

Geben wir unseren Kindern doch auch diese Chance. Viele Familien haben dem übermäßigen Konsum den Rücken gekehrt und verfolgen einen minimalistischen Ansatz. Für Pflegefamilien kann Minimalismus eine große Chance sein. Wenn es darum geht, den Pflegekindern eine sichere Familienstruktur zu bieten.

Doch was heißt Minimalismus?

Laut Wikipedia bezeichnet Minimalismus auch Downshifting genannt, einen „Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen.“ Siehe auch unter „Einfaches Leben“.

Ordnung bedeutet Klarheit und Sicherheit

Der Trend zum Minimalismus geht mit der Frage einher, wie viel ein Mensch wirklich braucht. Wenn wir ehrlich sind, ist das erstmal nicht viel. Ganz im Gegenteil. Ein Zuviel von allem beschwert uns, führt eher zu Unzufriedenheit. Viele Jugendliche und Erwachsene, aber auch schon ganz kleine Kinder fühlen sich depressiv verstimmt. Sie sind überfordert vom schulischen und außerschulischen Überangebot und der Vielzahl an Spiel- und digitalen Freizeitangeboten. Es ist an der Zeit, das Zuviel herunterzufahren und den entstehenden Platz mit Leben zu füllen.

Pflegefamilien und Minimalismus

Für Pflegekinder ist diese Rückkehr zu den natürlichen Wurzeln besonders wichtig, da sie meistens in chaotischen Verhältnissen zur Welt kamen und viel Ersatzbefriedigung durch Medienkonsum erfahren haben. Durch Ordnung und Routinen erfahren sie Sicherheit. Und auch ihre Gedankenwelt darf sich ordnen und den Platz für positive Erlebnisse freigeben. So wird aus Pflegefamilien und Minimalismus ein echter Zusammenhang.

Bewusste Lebenszeit statt digitale Reize

Bis zu einhundert Mal am Tag schaut jeder von uns im Schnitt auf sein Handy. Eltern, die auf Handys starren, statt den Kindern in die Augen zu blicken, ist zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. Viele Jugendliche leiden jetzt schon an den Folgen eines übertriebenen Konsums der sozialen Medien. 100.000 sind bereits abhängig und weisen depressive Symptome auf. Zu einem minimalistischen Leben gehört auch dazu Vorbild zu sein. Wie oft erwischen wir uns dabei, dass wir schon wieder auf das Handy schauen, um die letzte WhatsApp-Nachricht zu checken.

Warum sollte es unseren Kindern anders gehen. Erst wenn wir uns einschränken, können auch unsere Kinder und Jugendlichen einen entspannten Umgang mit den digitalen Medien erlernen. Digitaler Medienkonsum sollte nicht als Ersatzbefriedigung für echte soziale Beziehungen dienen. Viele Pflegekinder haben aber genau das nicht anders kennen gelernt. Gerade bei Familien in Schräglage steht der Medienkonsum häufig an erster Stelle. Umso wichtiger ist es für die Pflegekinder, wieder bewusst in ihren Bedürfnissen wahrgenommen zu werden.

Die Leichtigkeit des Urlaubs in den Alltag transportieren

Warum ist eigentlich so vieles einfacher, wenn wir reisen? Weil wir leichtes Gepäck dabeihaben und die Unterkunft sehr oft spartanisch ausgestattet ist. Auf 40 Quadratmetern rücken wir automatisch zusammen. Die Kinder haben nur ein kleines Spielzeug dabei. Pflegefamilien und MinimalismusAnstelle des Konsums tritt die gemeinsame Aktivität. Wir sprechen mehr miteinander und sind aufmerksamer für die Dinge, die uns unterwegs begegnen. Wir fühlen und spüren das Leben und sind dabei aufgeschlossen für Neues.

Wir sollten versuchen, diese Leichtigkeit auch in den Alltag zu transportieren und immer wieder genau jene Situationen herbeiführen, in denen wir uns im Urlaub am wohlsten führen. Das kann ein regelmäßiger Spaziergang durch den Wald sein oder Füße verbuddeln am Badesee-Strand.  Schaffen wir uns auch im Alltag kleine Glücksmomente und besinnen wir uns auf die Werte, die wirklich zählen: Zeit haben, bewusst leben, tief durchatmen.

Das Frühjahr ist die perfekte Jahreszeit, um sich Luft zu machen

Schaffen wir Platz für neues Leben, für die Leichtigkeit des Sommers, indem wir alten Ballast abwerfen. Dann werden die zu klein geratenen Kindersachen für den Flohmarkt zusammengepackt. Der Keller wird ausgemistet und der Sperrmüll gerufen. Und mit jedem Teil, was wir nicht mehr brauchen und welches verschwindet, fühlen wir uns leichter. Es tut eben gut, sich von Dingen, die uns belasten, zu befreien. Man braucht hierbei nicht rigoros einen Minimalismus-Ansatz verfolgen. Es reicht, mit kleinen Schritten zu beginnen und für sich das richtige Maß zu finden.

Zehn Tipps für ein reduzierteres, bewussteres und erfülltes Leben:

  1. Sich Platz schaffen für mehr Leichtigkeit: Es lohnt sich, erst einmal mit einer Schublade zu beginnen, dann kommt der Kleiderschrank, dann der Keller. Alles, was lang nicht getragen oder genutzt wurde, kommt in die Kiste und wird gespendet oder auf dem (Online-)Flohmarkt verkauft.
  2. Kaufentscheidungen abwägen: Kurz vor Ostern wird man wieder mit Konsumangeboten überrollt. Geschenkideen zu Ostern, Deko-Tipps, Rezepte für das opulente Festmahl. Mittlerweile gibt es viele Anlässe, an denen Anreize zum Kauf geschaffen werden: Halloween, Valentinstag oder Weltfrauentag. Denken wir einfach zweimal nach, bevor wir etwas anschaffen. Das schont den Geldbeutel und den Platz.
  3. Einmal pro Woche in den Biomarkt: Denn hier gibt es noch Pflegefamilien und MinimalismusObst ohne Plastikmüll und sonstigen Umverpackungen. Für Kinder ein super Lerneffekt, damit sie auch sehen, dass es anders geht. Wenn man sich den Müll gar nicht erst ins Haus holt, muss man ihn auch nicht entsorgen.
  4. Entschleunigen und genießen: Wenn wir regelmäßig gemeinsam kochen, Gemüse schnippeln und uns um den Familientisch versammeln, nehmen wir die Zeit bewusst war. Das entschleunigt unseren Alltag und füllt ihn mit sinnstiftenden Momenten.
  5. Gemeinsames Erleben statt Konsum von Dingen: Wie schön war doch gleich der gemeinsame Ausflug in den Wildpark, der sich über eine kleine Futterspende finanziert. Davon zehren wir und das ist so viel wichtiger als von unzähligen Besitztümern umgeben zu sein.
  6. Digitale Zeit beschränken: Kinder dürfen Computer spielen, allerdings nicht stundenlang. Eltern dürfen auch das Handy nutzen, allerdings muss es auch Zeiten geben, in denen es in der Tasche bleibt. Ein Geheimtipp: Das Handy häufiger auf „grau“ stellen. Forscher wollen festgestellt haben, dass die leuchtenden Farben der Apps besonders anziehend wirken und uns geradezu veranlassen, nach neuen Angeboten zu suchen. Ein Handy in Graustufen bietet viel weniger Anreiz. Abends ist medienfreie Zeit, die für Gespräche und zum Spielen genutzt wird.
  7. Kindern und Minimalismus? Das ist in der Tat schwierig. Aber man kann sie dafür sensibilisieren. Einmal im Jahr wird beispielsweise schon längst vergessenes Spielzeug gespendet. Wenn sich ein Kind für zwei Spielzeuge interessiert, soll es sich für eines entscheiden und vielleicht auch das Taschengeld investieren. Außerdem darf es ruhig mal auf einen bestimmten Anlass wie den Geburtstag warten.
  8. Regelmäßig aufräumen: und das nicht als Last empfinden, sondern eher als Chance, es sich wieder so richtig hübsch zu machen. Ganz bewusst, Dinge in die Hand zu nehmen und sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Nur so, wie sich alle in der Familie damit wohlfühlen.
  9. Jedes Ding hat seinen Platz: Und wenn es noch nicht so ist, sollten wir genau jetzt damit beginnen und überlegen, wo etwas hingehört. Denn wenn etwas seinen festen Platz hat und wir nicht immer neu überlegen müssen, dann sparen wir zukünftig Zeit und haben wieder den Kopf frei für Dinge, die uns wichtig sind.
  10. Literatur zum Thema lesen: Es gibt wunderbare Bücher, die sich mit dem Thema „Aufräumen“ beschäftigen. Zum Beispiel: Minimalismus wohnen: Besser aufräumen, freier leben von Fräulein Ordnung. Sie betreibt auch einen Blog zum Thema und ist eine wahre Ordnungsexpertin: Fräulein Ordnung

Wollen Sie mehr zum Thema Pflegefamilien und Pflegeeltern sein erfahren, dann machen Sie einen Termin mit uns aus. Gerne informieren wir Sie…

Trusted Blogs Magazin Pflegefamilien

Trusted Blogs Magazin Pflegefamilien

Magazin Pflegefamilien auf trusted-blogs

Auf der Internetseite von www.trusted-blogs.com ist folgende Zitat zu finden: 

„Unser Blog-Magazin ist einzigartig: wir präsentieren Inhalte aus tausenden Blogs, und verzichten dabei auf eine Gruppierung in Kategorien. Stattdessen werden alle Blogposts auf Basis der vorhandenen Schlagworte gruppiert und angezeigt. Dadurch ist das Magazin die perfekte Blog-Suchmaschine!“

Wir freuen uns, dass wir jetzt dort auch zu finden sind. – trusted blogs Magazin Pflegefamilien – Aktuell sind dort 4544 Blogs mit 623068 Beiträge zu finden. Eine wahre Fundgrube für hochwertigen Beiträge.

Wir beabsichtigen uns noch in weiteren Bloglisten einzutragen, um die Idee Pflegefamilie zu werden und Pflegefamilie zu sein, noch weiter in die Welt zu tragen. Wir freuen uns über Rückmeldungen von Ihnen.

Interessieren Sie sich für die sinnstiftende Aufgabe als Pflegefamilie informieren wir Sie gerne und unverbindlich.

Pflegekinder in der Pubertät

Pflegekinder in der Pubertät

Gedanken über die Zeit zwischen Anschmiegen und Opposition in Pflegefamilien

Pflegekinder in der Pubertät..

Eine kleine Anekdote eines pubertierenden Mädchens:

„Als ich klein war, hab ich mich über mein neues Fahrrad gefreut. Meine Eltern rannten neben mir her. Und dann bin ich losgefahren. Ich wußte, dass am Rand Stützräder waren und mich hielten. Jetzt bin ich 15. Ich brauche meine Eltern nicht mehr so nah bei mir. Aber mir tun die Jugendlichen leid, deren Eltern überhaupt nicht in der Nähe sind. Ich möchte die Stützräder nicht ganz und gar abhaben, ich möchte sie nur nicht andauernd spüren müssen.“

Die Pubertät ist eine Zeit des Übergangs, in welcher der Jugendliche nicht mehr die Rolle des Kindes und noch nicht die Rolle des Erwachsenen innehat. Sie ist für alle Beteiligen, sowohl für die Jugendlichen, als auch für die Mütter und Väter eine anstrengende Zeit. Anstrengend deshalb, weil bisher Vertrautes in der Beziehung zwischen Eltern und den Heranwachsenden nicht mehr klappt. Diese Entwicklung bringt neue Verhaltensweisen der Jugendlichen hervor und verlangt neue Formen des Umgangs miteinander. Sowohl die Jugendlichen, als auch deren Eltern sind verunsichert.

Vielfältige Entwicklungsaufgaben…

In dieser Zeit müssen von den Jugendlichen vielfältige Entwicklungsaufgaben wahrgenommen werden. Entwicklungsaufgaben entstehen aus drei unterschiedlichen Bedingungen heraus: Aufgrund der körperlichen Reife eines Menschen, der Erwartungen der Gesellschaft, sowie auf Grund von persönlichen Zielsetzungen und Wertvorstellungen einer Person.

Entwicklungsaufgaben im Jugendalter sind zum einen biologisch bedingt, d. h. durch das wirksam erden bestimmter Hormone entstehen körperliche Veränderungen, wird die Sexualität aktiviert und die Fähigkeit zur Fortpflanzung entdeckt. Zum anderen gibt es kulturell bzw. gesellschaftlich bedingte Entwicklungsaufgaben. Im Einzelnen werden benannt:

  • Akzeptanz des eigenen Körpers und der eigenen körperlichen Erscheinung (Annahme der körperlichen Veränderung)
  • Aneignung der Geschlechterolle, d.h. der Verhaltensmuster, die in unserer Gesellschaft von Frauen und Männern erwartet werden.
  • Aufbau von Freundschaften und verantwortungsbewußteren Beziehungen zu Gleichaltrigen (=peer-group)
  • Emotionale Ablösung von den Eltern und von anderen Erwachsenen. Ziel ist von beiden Elternteilen emotional unabhängiger zu werden.
  • Aufnahme von intimeren Partnerbeziehungen (zum Freund und/oder zur Freundin), d. h. Eingehen von neuen Bindungen außerhalb des Elternhauses.

Damit verbunden ist die Entwicklung von Vorstellungen über Ehe, Familie und intimes Zusammenleben, d.h. die Vorbereitung auf die Gründung einer Ehe und Familie.

  • Aufbau von Wissen darüber, was man werden will und was man dafür können und lernen muß.
  • Aufbau eines realistischen Selbstbildes, d.h. wissen wer man ist und was man möchte.
  • Entwicklung einer eigenen Weltanschauung, d.h. Aufbau von Wertorientierungen die als Richtschnur für das eigene Verhalten akzeptiert werden.
  • Aufbau von auf die Zukunft gerichteten Erwartungen und Perspektiven, d.h. Bildung von Zielen, von denen man glaubt sie erreichen zu können.

Der Weg zur eigenen Identität…

Es wird deutlich, dass die zentrale Aufgabe die Suche nach der eigenen Identität ist. Der Psychoanalytiker Eric Ericson hat dies besonders in den Mittelpunkt seiner Forschungen gestellt. Das Jugendalter ist die Zeitspanne, in der vieles ausprobiert wird, um zu einer eigenen Identität oder einem eigenen Selbstkonzept zu finden. Ericsson sieht in diesem Ausprobieren den entscheidendsten und wichtigsten Schritt hin zu einer eigenen und eigenständigen Identität. Wenn Sie sich noch einmal die beschriebenen Entwicklungsaufgaben vergegenwärtigen, steht die Suche nach der Identität, die Selbstfindung, im Mittelpunkt der Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen. In der Psychologie wird der Begriff Identität nicht einheitlich verwendet. Übereinstimmend steht jedoch fest, dass Identität das ist, was jemand „wirklich“ ist und durch folgende Komponenten näher gekennzeichnet ist:

  • Die Person für die man sich selbst hält.
  • Die Person, die man gerne sein und werden möchte und wie sie zu werden glaubt.
  • Die Person, für die einen andere halten und wie diese einen selbst haben möchten.

D.h. Identität meint die Beschaffenheit des Selbst als eine einmalige und unverwechselbare Person durch die soziale Umgebung und durch das Individuum selbst.

Wie waren die eigenen Erfahrungen in der Pubertät

Pubertät stellt eine Herausforderung für die ganze Familie dar. Ebenso verschieden wie die Jugendlichen selbst, sind ihre Mütter und Väter. Sie als Eltern fühlen sich möglicherweise an die eigene Pubertät erinnert. Heute jedoch sind Sie in der Rolle der Eltern. Im Erleben mit den eigenen Kindern oder mit Pflegekindern können schöne und schmerzhafte Erfahrungen aus der eigenen Jugend wach werden. Sie können auch in ihrem eigenen Verhalten überrascht oder auch betroffen das Verhalten Ihrer Eltern wiedererkennen. Wer von uns kennt nicht die Situation, wie er in Auseinandersetzungen mit seinen Kindern ähnliche Worte oder einen ähnlichen Tonfall wie der eigene Vater benutzt. Dabei können unsere Vorerfahrungen einen unbefangenen Umgang mit unseren pubertierenden Kindern erschweren, oder auch helfen, sie zu verstehen.

Für eine Familie als flexibles Beziehungsnetz bedeutet das Heranwachsen der Kinder stets Veränderung. Dies wird in folgendem Schaubild zur Krisentheorie und zur Veränderung in Familien deutlich. Die Phase der Pubertät stellt für Familien immer auch eine mögliche Krise dar. Sie wird in der Theorie als sogenannte Entwicklungskrise beschrieben, d.h. eine Krise, die vorhersehbar ist und mit der man sich im Vorfeld beschäftigen kann.

Wie können Sie Ihr Kind bzw. Pflegekind unterstützen?

Es stellt sich also die Frage: „Wie können Sie Pflegekinder in der Pubertät unterstützten“. Wie gut die Balance zwischen dem Wunsch nach Freiheit und der Übernahme von Verantwortung gelingt, hängt von der Persönlichkeit der Jugendlichen und den früheren, wie auch den gegenwärtigen Beziehungen zwischen den Eltern und den Jugendlichen ab. Eine gute Unterstützung ist es, wenn die Eltern Selbständigkeit bieten, so dass das Kind eine Chance hat, sich damit zu identifizieren. Hilfreich ist ein Vorbild, das in einem ausgewogenen Maße Orientierung gibt und zugleich altersgerechte Gelegenheiten zu unabhängigen und eigenverantwortlichen Handlungserprobungen gewährt. Wie Sie alle wissen, ist dies leichter gesagt als getan. Dies gilt besonders auch für Pflegekinder, zu denen man in der Regel ein anderes Verantwortungsbewußtsein als gegenüber den eigenen Kindern verspürt.

Sowohl die Erfahrung, als auch die Experten lehren, dass Eltern, die einerseits ihre Führungsrolle übernehmen und andererseits ihre Verhaltensregeln und Erwartungen häufig erläutern, die Entwicklung Ihrer Kinder zu verantwortungsbewußten und selbständigen Menschen begünstigen. Sie zeigen sich selbst als interessierte, sinnvoll lenkende und mit dem Kind kommunizierende Eltern und geben ihm vermehrt Gelegenheit zu selbständigem Handeln. Gleichzeitig bestärken sie durch die von ihnen erwiesene Zuneigung und Achtung ihrer Kinder darin, sich mit ihnen zu identifizieren. Durch ihr Verhalten bieten sie sich als Modell für vernünftige Selbständigkeit an. Dem gegenüber sind nachlässig oder zu autoritäre Eltern kein Vorbild für verantwortungsbewußte, kooperative Selbständigkeit. Diese Erziehungsstile werden in extremen Ausprägungen von Kindern als Ablehnung erlebt und behindern damit eine positive Identifikation mit den Eltern.

Die Familie als Zwischenglied…

In der Zeit der Pubertät kommt der Familie in ihrer Funktion als Zwischenglied für den Jugendlichen und der Gesellschaft eine besondere Bedeutung zu. Die wechselnden Bedürfnisse der Gesellschaft müssen von den Eltern übersetzt und vermittelt werden. Dabei ist es wichtig, als Familie flexibel und kompromißfähig zu sein, um die wachsenden Bedürfnisse der Kinder nach Freiraum zu berücksichtigen. Nur mit dieser Durchlässigkeit der Familie – Umwelt – Grenze, wird dem Jugendlichen erlaubt, einen Vergleich zwischen der eigenen und anderen Familien zu ziehen.

Pflegekinder in der Pubertät…

Grundsätzlich ist jedoch davon auszugehen, dass es neben den spezifischen Problemen ähnliche Auseinandersetzungen wie bei den eigenen Kindern geben wird. Diese Auseinandersetzungen gehen um Kleidung, Rauchen, evtl. Alkoholkonsum, Schminken, laute Musik, Mithilfe im Haushalt und über den Freundeskreis oder vieles andere mehr.

Bei gelungener Identifizierung in der Pflegefamilie im Kindesalter, hat das Kind die Werte und Normen der Eltern als seine eigenen übernommen. Vor dem Hintergrund des psychoanalytischen Gedankenbildes bildet sich ein Gewissen und das Kind hat gelernt, sich an den elterlichen Idealen zu orientieren. Wie oben beschrieben, ist es in der Pubertät notwendig, dass die Jugendlichen ihre Identifikation mit den Eltern lockern und aufgeben können. Die Lockerung bedeutet aber auch, dass damit die Normen, Werte und Ideale, die sich am Vorbild der Eltern gebildet haben, in Frage gestellt werden. Dies ist für die Jugendlichen nicht nur eine Befreiung, sondern auch ein Verlust an Orientierung. Pointiert gesagt drückt sich dies in dem Satz aus:

„Die Pubertierenden beherrschen nichts und sie wollen doch alles beherrschen“.

Indem die Jugendlichen sich von den Eltern abzuwenden beginnen und die Identifikation mit Ihnen fragwürdig wird, werden zwangsläufig auch die elterlichen Ideale unsicher bzw. sie werden sogar bekämpft. Das hat eine erhebliche Selbstunsicherheit zur Folge, die sich hinter herablassender Verachtung und Überheblichkeit Autoritäten gegenüber verbirgt. Wenn man die Eltern als inneres Vorbild und Ideal verliert, verliert man auch einen Teil von sich selbst und aufgrund dieser Verunsicherung wird für die Jugendlichen nichts wichtiger als neue Ideale außerhalb der Familie zu finden, denen sie sich häufig ebenso blindlings unterwerfen, wie zuvor der elterlichen Autorität.

Pflegekinder und Pubertät

Pflegekinder in der Pubertät

Diese Entwicklung hat natürlich auch Auswirkungen auf die Eltern. Beziehungen zwischen Kindern und Eltern verändern sich grundlegend. Wenn sich der Sohn nicht mehr an seinem Vater orientiert und dessen Wünsche als etwas ansieht, was ihn nicht mehr betrifft, sehen viele Eltern die Beziehung zu ihren Kindern als grundlegend gefährdet.

Durch solche zwangsläufig eintretenden Entfremdungen werden Pflegeeltern noch mehr beunruhigt als leibliche Eltern, weil sie sich oft nicht auf sichere Beziehungen in der frühen Kindheit stützen können. So werden die Abgrenzungsversuche bei den Jugendlichen schnell so interpretiert, dass das Kind nie ihr Kind geworden sei. Alle Schwierigkeiten, die mit der Ablösung verbunden sind, verstehen sie leicht als Ergebnis von Erbanlagen und frühkindlichen Erziehung, auf die sie keinen Einfluß hatten. Damit stellen die Eltern die Beziehung zum Pflegekind von sich aus in Frage und reagieren auf Schwierigkeiten unter Umständen mit Ausstoßungstendenzen. Dadurch, dass sie den pubertären Ablösungsprozeß als grundlegende Infragestellung der Beziehung erleben, sind sie tief betroffen über das Ergebnis ihrer Fürsorge.

Die Ablösungsprozesse zielführend gestalten

Wenn Pflegeeltern die Ablösungskrise als eine Krise ihrer bisherigen und gegenwärtigen Beziehung zum Kind wahrnehmen, werden sie selbst in ihrer Elternrolle stark verunsichert. Dabei geht es in diesem Entwicklungsabschnitt nur darum, dass sowohl die Eltern, als auch das Kind ihre Beziehung zueinander neu festlegen müssen. Aber das merken die Eltern oft nicht, sie merken nur, dass ihr Einfluß auf das Kind geringer wird, dass sie das Kind nicht mehr steuern können, wie sie es früher tun konnten. Sie setzten auf Grund ihrer Auffassung von den eigenen elterlichen Aufgaben, den Selbstbestimmungstendenzen des Kindes Widerstand entgegen, so dass es zwischen Eltern und Kind zu Machtkämpfen kommt. Dies erschwert für beide Seiten den Ablösungsprozeß.

Hinzu kommt, dass in diesen Situationen womöglich das Kind seine leiblichen Eltern idealisiert und sie als nicht einschränkend phantasiert. Dadurch wird die Situation in den Pflegefamilien in der Regel verschärft, weil die leiblichen Eltern in einer bisher ungewohnten Weise vom Pflegekind in das Pflegeelternsystem hineingezogen werden. Aber auch die leiblichen Eltern drängen sich dann oft mehr auf, weil sie bisher keine Gelegenheit hatten, sich mit ihrem schlechten Gewissen, bezogen auf die Herausnahme auseinanderzusetzen. Sie wollen dann wieder zur Verfügung stehen und etwas gutmachen. In der Folge kommt es zu Auseinandersetzungen und Konkurrenzsituationen zwischen Pflegeeltern und leiblichen Eltern.

Ablösungsbemühungen in der Eltern – Kind Beziehung sind immer auch von aggressiven Gefühlen bestimmt. Trennung und Trauer gehen notwendigerweise mit Aggressionen einher. Die Aggression dient im psychologischen Sinne der Distanzierung. Gelingt es Pflegeeltern die menschliche Aggression nicht als vermeintliche Bosheit mißzuverstehen, sondern als wertvolles, stammesgeschichtliches Erbe anzusehen, welches zum Ziel die Distanzierung und dadurch die Fortentwicklung hat, können Empfindungen persönlicher Kränkung und Wertminderung in dieser Entwicklungsphase eher vermieden werden.

Welche Wege können nun aus dieser Krise und den möglichen Schwierigkeiten führen?

Die Ablösungskrise kann nur überwunden werden, wenn nicht nur das Kind, sondern auch Sie als Pflegeeltern die Beziehung im Sinne einer zunehmenden Distanz verändern können. Wenn Sie die Beziehung zu den Jugendlichen nicht verlieren wollen, geht es darum die Ambivalenz, das Hin- und Herschwanken zwischen Abstoßung und Anklammerung zu ertragen. Hilfreich kann es sein, die Jugendlichen bei deren Ablösungsbemühungen zu unterstützen. Pflegekinder in der PubertätDabei ist es wichtig, dass Sie sich klarmachen, dass Sie trotz der täglichen Konflikte nicht aufgeben, dem Jugendlichen weiter orientierend zur Verfügung stehen. Ihr Jugendlicher wird bestimmt keine geradlinige Entwicklung nehmen. Immer wieder versuchen sie sich der Leistung, die sie erbringen sollen zu entziehen. Sie halten ihr Pensum nicht durch und müssen öfter als andere ihre Lehrstelle wechseln. In der Familie fällt es den Kindern und Jugendlichen schwer, ihre altersgemäßen Pflichten zu übernehmen. Sie halten sich nicht an Absprachen und kommen immer wieder zu spät nach Hause. Sie leben nach dem Prinzip „Bedürfnisbefriedigung jetzt“. Sie können ihr Geld nicht einteilen. Manche sind suchtgefährdet. Andere geraten mit dem Gesetz in Konflikt. Andere Pflegekinder laufen immer wieder weg. Dennoch benötigen diese jungen Menschen Erwachsene, die trotzdem zu ihnen halten, sie mitsamt ihrer Problematik annehmen. Wenn ein Erwachsener zu einem Jugendlichen der gestohlen hat, sagen kann – „Was du getan hast, finde ich nicht gut, aber ich achte dich trotzdem“ – dann hat er eine Chance, diesen Teufelskreis zu unterbrechen.

Pflegekinder in der Pubertät – einige Anregungen zum Umgang

Mir ist wichtig, dass Sie die folgenden Ausführungen nicht einfach als Pflichtprogramm hinnehmen, sondern sie als Wegweiser betrachten können, der Ihnen Anregungen geben soll, dass eine oder andere auszuprobieren. Wichtig ist, dass Sie sich jedoch in Ihrer Haut wohl fühlen, denn Ihre eigene Lebenskraft und Ihre Lebenslust wirken unmittelbar positiv auf Ihre Kinder.

  • Für die Jugendlichen ist es sehr unterstützend, wenn Sie einfach da sind, ohne sich ihnen aufzudrängen. Es gilt, sagen Sie nichts, hören Sie einfach Ihrem Kind zu. Haben Sie ein offenes Ohr für die Gedanken und Gefühle Ihrer Pflegekinder.
  • Geduld im Ertragen der widersprüchlichen Gefühle von Zuneigung und Abneigung bei den Jugendlichen und bei Ihnen selbst. Einfühlung und vielleicht auch die Erinnerung an eigene Krisen können dabei helfen. Erlauben Sie sich und Ihrem Kind Schmerzen zu leiden, Konsequenzen zu halten und Rückschläge zu ertragen.
  • Sinnvoll ist es auch, die eigene Lebenserfahrung nicht als die einzig Mögliche hinzustellen, nicht als den einzig richtigen, perfekten Lebensstil anzubieten, sondern auch kritisierbar zu sein.
  • Sie sollten den Jugendlichen ermöglichen, dass sie und Ihre Geschichte kennenlernen, auch mit ihren Schattenseiten.
  • Dies verlangt von den Eltern Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber.
  • Sie sollten kein schlechtes Gewissen haben, weil Sie auf der Einhaltung der von Ihnen aufgestellten Regeln und Grenzen bestehen. Wichtig ist jedoch, auch innerlich offen für Verhandlungen zu sein, um nicht in einem einzigen Machtkampf zu enden.Pflegekinder in der Pubertät
  • Eltern sein heißt sich in Beziehung setzen. Wenn es nur darum geht, Kontrolle zu halten, dann werden Sie sicherlich nicht den erwarteten Erfolg erzielen.
  • Stellen Sie gemeinsam Regeln auf. Wichtig dabei ist, sie klar und knapp zu formulieren und deutlich wird, dass Sie das letzte Wort haben. Die Sache mit den Grenzen ist bei Jugendlichen nicht anders als bei Kindern anderer Altersgruppen. Jugendliche sind bloß schlauer. Sie können einen eher einschüchtern oder überreden.
  • Halten Sie zusammen. Lassen Sie nicht zu, dass Sie die Jugendlichen gegeneinander ausspielen.
  • Zügeln Sie Ihren Zorn.
  • Bleiben Sie da. Selbst wenn Sie das Gefühl haben, schreiend aus dem Zimmer rennen zu wollen.
  • Sie können ruhig verletzlich sein. Jugendliche sind verletzlich und Eltern sind auch verletzlich. Wenn Sie Ihre eigene Verletzlichkeit zum Ausdruck bringen, kann das für Jugendliche der Anstoß sein, über ihre eigene Verletzlichkeit zu sprechen. Zu einer guten Beziehung gehört auch, dass man sich auch in die Karten gucken läßt.
  • Lassen Sie sie gehen, aber verlassen Sie sie nicht. Sie haben sie verwurzelt, jetzt müssen Sie sie beflügeln. Ablösung und Bindung sind eng miteinander verknüpft. In welcher Phase der Ablösung sich Ihr Kind auch befinden mag, es braucht Ihre Hilfe. Denken Sie an das Mädchen, das die Stützräder nicht ganz und gar abhaben will, aber sie auch nicht andauernd spüren wollte und wenn die Stützräder eben noch spürbar sind, protestiert es.
  • Lassen Sie sich Zeit. Jugendliche verlangen nicht, dass Sie für sie irgendetwas Besonderes oder etwas Erfüllendes organisieren, sie wollen Sie und Ihre Zeit.
  • Mahlzeiten sind Chancen für Gespräche.
  • Erziehung findet oft ganz nebenbei statt.
  • Nisten Sie sich im Hinterkopf Ihres Kindes als kleine Stimme des Gewissens ein.
  • Entspannen Sie sich.

Ich hoffe, es wurde deutlich, wie komplex das Thema „Pubertät“ und „Pubertät in Pflegefamilien“ ist. Vielleicht haben Sie dennoch einen Eindruck bekommen, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, sich dieser Ablösungskrise zu stellen und sie erfolgreich zu bewältigen. Ich bin sicher, die Prognose ist gut, auch wenn das Engagement von Ihnen als Pflegeeltern vielleicht erst Früchte trägt, wenn der junge Mensch 30 Jahre alt ist. Lassen Sie sich nicht entmutigen, sondern sagen Sie zu Ihren Kindern und Jugendlichen, „Wenn nicht jetzt, irgendwann wirst Du einen guten Weg für Dich gehen“.

Enden möchte ich mit dem Zitat von Aischylos:

„In Zeiten der Dunkelheit ist es Zeit zu lieben, kann ein Akt der Liebe die Balance herstellen.“

Unsere Fachberatungen begleiten unsere Pflegefamilien in dieser abenteuerlichen Zeit und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Wir organisieren Fortbildungen zum Thema „Pubertät in Pflegefamilien“ und wir stellen Supervision zur Verfügung. Unsere Pflegefamilien werden intensiv unterstützt.

Möchten auch Sie Pflegeeltern werden freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

 

 

 

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien

Von Gastautorin Pamela Premm.

Die ersten Dopingfälle sind bereits aufgetreten. Wettkämpfe finden vor halbleeren Rängen statt. Die Annährung von Nord- und Südkorea bei der Eröffnung wird voraussichtlich eine Werbeschau bleiben. Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang haben es schwer. Zu stark sind die medialen Interessen. Der Preis, der für die Umsetzung bezahlt wird, ist mittlerweile hoch: Kommerzialisierung und Ressourcenverschwendung finden auf Kosten von Athleten und der Bevölkerung statt. Dazu kommt eine zunehmende Abkehr vieler Menschen von den Superlativen: höher, weiter, schneller. Schließlich befinden wir uns alltäglich in unserem eigenen Hamsterrad.

Doch trotz heftiger Diskussion ist der Grundgedanke von Olympia ehrenhaft. Die olympische Idee von Pierre de Coubertin, dem Initiator der modernen Olympischen Spiele, hat pädagogische Wurzeln. Sie beruht auf fünf Grundprinzipien, die in der heutigen Zeit an Kraft und Relevanz nicht verloren haben. Im Ursprungsgedanken spielen Rücksichtnahme, Gemeinschaftsgefühl und Selbstgestaltung eine wichtige Rolle: Werte, die gerade für Familien und Pflegefamilien von besonderer Bedeutung sind. Also: Die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien ganz konkret:

1. Sport macht uns zu Verbündeten

Coubertin vertritt einen ganzheitlichen Erziehungsansatz des Sports und verknüpft die athletische Komponente mit der Klarheit der Gedanken und der Fairness im Handeln. Jeder, der selbst einmal Sport betrieben hat, kann das nachvollziehen. Im Moment der körperlichen Anstrengung ist man ganz bei sich. Die Gedanken sind fokussiert. Dabei nimmt man Rücksicht auf andere und geht respektvoll mit seinen Kontrahenten um. Sport fördert nach Coubertin die gesamte Harmonie des Menschen.

Heute kommt dieser ausgleichenden Wirkung noch eine stärkere Bedeutung zu. Denn je mehr Stress wir haben, desto wichtiger ist es, sich genau diese aktiven Auszeiten zu nehmen und durch Bewegung neue Kraft zu schöpfen. Auch in Familien und Pflegefamilien ist die gemeinsame Bewegung eine wichtige Energiequelle. Ob wir nun durch den Wald toben oder Zeit im Schwimmbad verbringen – die gemeinsame Aktivität wirkt sich positiv auf unser Gemeinschaftsgefühl aus. Sport stärkt unsere Familienkultur und beeinflusst, wie wir im Alltag miteinander umgehen. Im gemeinsamen, sportlichen Erleben werden wir zu Verbündeten und das schweißt dauerhaft zusammen.

2. Spielräume schaffen, um sich selbst zu erproben

Klar geht es bei Olympia in erster Linie um den sportlichen Erfolg und um Rekorde. Das sind die Begleiterscheinungen der Kommerzialisierung. Aber Coubertins Ansatz von Olympia greift weiter. Es geht um Selbstgestaltung und die Fragestellung, wozu jeder Einzelne von uns eigentlich in der Lage ist. Der Sportwissenschaftler Ommo Grupe bezeichnet den Sport als „Medium der Selbsterprobung.“ Während der Spiele gibt es immer wieder diese Lichtgestalten, die genau dieses Spielfeld für sich nutzen.

Die olympische Idee und der Wert für PflegefamilienWer erinnert sich nicht all‘ zu gern an den Briten Eddie the Eagle, der bei Olympia 1988 in Calgary direkt von der Schanze in die Herzen der Menschen sprang. Oder an Eric Moussambani aus Äquatorialguinea, der bei den Schwimmwettbewerben in Sidney für stehende Ovationen sorgte, obwohl er nur mit viel Mühe überhaupt das Ziel erreichte.

Was wir daraus lernen können? Wir sollten unseren Pflegekindern und Kindern den Spielraum geben, sich zu erproben und auszutesten, an Grenzen zu gehen und diese auch mal zu überschreiten. Auf diese Weise können sie Erfolgserlebnisse sammeln, die sie brauchen, um selbstbewusst durchs Leben zu ziehen und offen für Neues zu sein.

3. Gib Dein Bestes, dann ist es gut genug

„Das Wesentliche ist nicht, ‚gesiegt‘, sondern sich wacker geschlagen zu haben.“ So heißt es in einem Zitat von Coubertin. Ihm geht es um die Amateurgesinnung. Es zählt nicht das Gewinnen, sondern die Auslotung der eigenen Fähigkeiten. Damit grenzt er die olympische Idee von dem Gedanken der Kommerzialisierung ab. Die persönliche Bestleistung ist für viele Sportler in ihren Disziplinen noch heute das erklärte Ziel.

Das Bewusstsein, über sich hinauswachsen und sich selbst steigern zu können, wenn man nur genug übt, sind die Basis für ein gesundes Selbstvertrauen. Disziplin, gekoppelt mit Willensstärke erlauben uns, dass wir im Rahmen unserer körperlichen und persönlichen Grenzen besser werden. Doch wir lernen nicht nur, dass wir mit der nötigen Anstrengung einiges erreichen können. Wir lernen auch, anzuerkennen, dass irgendwann die eigene Grenze erreicht und ein anderer besser ist. Auch hier drückt sich die olympische Idee und der Wert für Pflegefamilien ganz konkret aus. Kennen doch viele Pflegefamilien aus ihrer eigenen Erfahrung mit den Pflegekindern genau diesen Prozeß des langsamen Entwickelns von Leistungsfähigkeit, um dann wieder im nächsten Moment die Grenzen der Entwicklung anzuerkennen. Eine wirklich starke Leistung genau hier eine zielführende Balance zu halten.

4. Lasst uns fair miteinander umgehen

Der olympische Sport bzw. Sport im Allgemeinen ist mehr als nur das Training und Ausübung einer Disziplin. Es geht auch darum, Regeln einzuhalten und dem Gegner fair gegenüberzustehen. Dadurch wird der Sport in seiner Bedeutung erhöht. Die Erfahrungen, die Kinder beim Sport machen, bringen sie in vielen Alltagssituationen weiter. Wir kümmern uns, wenn sich jemand verletzt hat und am Boden liegt. Wir halten Frust und Niederlage aus und lernen dabei, unsere Gefühle im Zaum zu halten, auch wenn das erstmal weh tut. Nach einer schmerzhaften Niederlage strecken wir dem Gegner die Hand hin und zollen ihm Respekt. Im Sport haben wir Achtung voreinander.

Die olympische Idee und der Wert für PflegefamilienKinder haben sehr feine Antennen, wenn es um Gerechtigkeit geht. Gerade wenn mehrere Kinder im Familienverbund aufwachsen sind faire, klare und verständliche Regeln wichtig. Dazu gehört, auch mal Frust auszuhalten, wenn eine Regel nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Auf diese Weise können Kinder und Pflegekinder zu starken Persönlichkeiten heranwachsen. Der Sport kann ihnen dabei ein wichtiger Begleiter sein.

5. Frieden und Toleranz über alle Nationalitäten hinweg

Ob sich Völker annähern ist in erster Linie eine politische Frage. Aber der Grundgedanke dabei ist nicht zu unterschätzen. Wenn bei Olympia die Nationen einlaufen und hinterher gemeinsam feiern und hunderte Menschen gemeinsam eine Friedenstaube formen, hat das weite Strahlkraft. Wenn sich eine Schwedin und eine Slowakin nach einem langen, erfolgreichen Biathlon-Lauf in den Armen liegen, ist die Freude grenzüberschreitend.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft musste schon häufig als Sinnbild für gelungene Integration herhalten. Sport verbindet. Wenn im Sportverein meines Sohnes der Louis mit dem Masoud kickt, sie gemeinsam gewinnen und verlieren und hinterher zusammen Pizza essen, spielt die Herkunft keine Rolle mehr. Im Sport sind alle gleich: egal, welcher Nationalität sie angehören, welche religiösen Ansichten sie haben. Das fördert schon im Kleinen, bei den ganz Kleinen, Toleranz. Ein Kind fragt per se nicht, warum es anders ist oder warum andere, anders sind. Das lernt es erst mit der Zeit. Der Sport hat die Gabe, ein Teil der erlernten Abgrenzung wieder aufzuheben und sich in dem, was man tut, zu vereinen.

Der Ton in der Gesellschaft wird rauer

Und die olympische Idee ist gefühlt meilenweilt von dem entfernt, wie sich Olympia heutzutage präsentiert. Dennoch gibt es sie: die einzigartigen Geschichten, die Olympia schreibt. Sportler, die gemeinsam feiern, Athleten, die über sich hinauswachsen, Menschen die sich gegenseitig wertschätzen, über alle Nationalitäten hinweg. Sich im Rahmen der Gesellschaft und in den Familien und Pflegefamilien auf die grundlegenden Werte zu besinnen, ist immer noch erstrebenswert. Vielleicht erstrebenswerter denn je.

Wir freuen uns, wenn Sie in Ihrer Familie auch etwas von der olympischen Idee mit Pflegekindern leben möchten. Regelmäßig finden bei uns Informationsgespräche statt. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

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Pflegeeltern hinterlassen Spuren

Pflegeeltern hinterlassen Spuren

Was von uns bleibt…bleibt etwa etwas?

Angeregt durch einen Artikel in „Zeit Wissen“ und durch einen Podcast der Sendung Lebenszeit (Deutschlandfunk) habe ich Lust mich dem Thema ‚Spuren hinterlassen‘ zu beschäftigen. Auch Pflegeeltern hinterlassen Spuren bei ihren Pflegekindern. Doch der Reihe nach.

Haben wir nicht auch den Wunsch, Spuren zu hinterlassen, sehnen wir uns nicht danach, dass etwas von uns bleibt? Wollen wir unsere geschenkten Gaben nicht so einsetzen, dass es ein „Wozu“, ein Wofür“ und etwas „Bleibendes“ von uns gibt? Und ist dies nicht vielleicht besonders für Menschen, die in Sozialen Berufen arbeiten, eine Motivation? Doch auch sonst scheint diese Frage viele, vielleicht alle Menschen in den verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich intensiv umzutreiben.

Auch Pflegeeltern stellen sich diese Frage!

Auch Pflegeeltern fragen sich manchmal in ihrer Supervision oder mit ihrer zuständigen Fachberatung, was denn in den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen von ihnen als Pflegeeltern tatsächlich bleibt. Nehmen sie wirklich etwas in sich integriertes mit?

Erst manchmal Jahre später, wenn bei gemeinsamen Kontakte das Gespräch mit den dann schon erwachsenen Pflegekindern darauf kommt, werden diese Spuren deutlich. Dann können die Kinder und Jugendlichen von damals erstaunlich lebendige Geschichten darüber erzählen, was ihnen von den jeweiligen Pflegeeltern als bedeutsam, als wichtiger Impuls für ihr Leben geblieben ist. Pflegeeltern hinterlassen Spuren. Das wird dann ganz real deutlich und gewahr. Ein schönes Gefühl für Pflegefamilien.

Wir hinterlassen ständig Spuren…

Ganz profan betrachtet hinterlassen wir ständig Spuren an jedem Ort, den wir besuchen. Fingerabdrücke (die auf Plastiktüten bis zu sieben Jahren nachweisbar sind), Hautschuppen, Haare, Kaugummis unter Schulbänken, Schnitzereien in Parkbänken, oder ganz neu in Mode gekommen: Schlösser an Brücken am besten mit den eigenen Initialen und Liebeszeichen. Wer kann dazu nicht seine ganz eigenen „Spurenhinterlassen – Geschichten“ erzählen, so ganz analog und real erlebt.Pflegeeltern hinterlassen Spuren

Und wusstet ihr: die ältesten Spuren von Menschen gibt es in Tasmanien, 3,5 Millionen Jahre alte Fußabdrücke unserer Vorfahren. Und von wem die genau sind, weiß heute wohl keiner mehr. Und der oder die, der sie hinterlassen hat, weiß auch nichts von der Bedeutung, die sie heute für uns haben. 3,5 Millionen Jahre, das sind bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 79 Jahren rund 44303 Generationen. Was für eine Vorstellung.

Zufällige Spuren…

Ist es mit vielen Spuren, die wir hinterlassen, nicht so, dass sie uns selbst gar nicht immer bewusst sind. Weißt du, wann ein zufälliger fremder „Mithörender“ von dir einen Satz aufgeschnappt hat, der sein Leben komplett verändert hat? Weißt du, wann dir das letzte Mal ein Geldschein verloren gegangen ist, der für einen Unbekannten die nächste Mahlzeit bedeutete? Wir leben in anderen weiter, ob wissend oder unwissend, und oft können wir die Bedeutungsgebung des „Spurenaufnehmenden“ kaum ermessen.

Und wann hat dir das letzte Mal ein nahestehender Mensch von einem Traum erzählt, in dem du eine wichtige Rolle gespielt hast. „Wir bewahren Menschen in uns auf und werden in anderen Menschen aufbewahrt. Für die einen ist das schlicht eine Hirnfunktion, für die anderen ein großer Trost“ (Was von uns übrigbleibt…2015). Für Pflegekinder und Pflegeeltern wohl eher zweiteres.

Ein Ritual auch für Pflegeeltern und Pflegekinder…

Beim Lesen dieser Zeilen kommt unvermittelt der Gedanke, ob es nicht sinnvoll und zielführend wäre, ein bewusstes Ritual unter Freunden, in Gruppen von sich nahestehenden Menschen oder in Pflegefamilien zu etablieren, das die Fragen „‚Ich Perspektive‘: Welche Spuren hast du in mir hinterlassen? ‚Du Perspektive‘: Welche Spuren habe ich in dir hinterlassen“, in das Zentrum der Betrachtung stellt, eben ohne dabei gleich in einen Wetteifer zu geraten. Darüber könnte dann auch mit schon etwas älteren Pflegekindern ein intensives Gespräch geführt werden, vielleicht immer um den Jahrestag des Pflegekinders herum.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Die beiden Forscherinnen Tatjana Schnell von der Universität Trier und Ursula Staudinger von der International University Bremen wissen aus ihren zahlreichen Untersuchungen, dass spätestens in der Lebensmitte die Frage nach Generativität verbunden mit konkreten Fragen wie: „Was habe ich der ‚Welt‘ weiterzugeben, wo kann ich mein Leben in einen übergreifenden Zusammenhang einordnen?“ ganz unvermittelt und mit Macht auftauchen. Gelingt es Antworten darauf zu finden, bestehen gute Chancen, das eigene Leben als sinnstiftender zu erleben.

Viele Familien entscheiden sich genau in dieser Phase – die eigenen Kinder sind schon aus dem Gröbsten raus – verhaltensorginellen Kindern nochmals eine Perspektive bei ihnen als Pflegefamilie zu geben. Sie werden Pflegeeltern, die Spuren hinterlassen wollen.

Peter Barrenstein (Direktor bei der Unternehmensberatung McKinsey und Vorstand des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer) fragt es sich selbst so: „Habe ich meine Fähigkeiten genutzt, um anderen zu helfen? War ich glücklich mit meiner Familie? Habe ich Spuren hinterlassen?“ Arbeit und Leben lässt sich dabei für ihn nicht trennen. Für ihn geht es vielmehr darum, wie der eigene Lebensentwurf in Arbeit und Leben integriert ist.Pflegeltern hinterlassen Spuren

Und wenn du dich fragst, wie oft du schon zu den Übriggebliebenen gezählt hast, dann war die Erinnerung an das gemeinsam Gelebte das einzige Lebendige das bleibt. Und du kannst dich selbst erzählen hören: das Rezept für die klassisch deutsche Roulade, mit Kartoffeln und Rotkohl, hat mir meine Großmutter beigebracht und das essen meine Kinder heute auch so gerne; oder die Feuerstelle hat mein Opa gebaut und da machen wir heute am 1. Mai immer noch Feuer und läuten die Grillsaison ein und am Ende pinkeln wir das Feuer aus, so wie es uns der Opa gezeigt hat. Und dann ist es wieder da, das wärmende Gefühl, das mit deiner Großmutter und deinem Opa so untrüglich verbunden und gespurt war.

Pflegeeltern hinterlassen Spuren…haben Sie Interesse mehr darüber zu erfahren: Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Quellen:

  • Was von uns übrig bleibt, …wenn wir einen Ort verlassen, einen Menschen oder gar die Welt – niemals gehen wir so ganz. Eine Spurensuche, Sven Stillich, 13. Januar 2015, Zeit wissen online
  • Lebenszeit, Deutschlandfunk „Lebensspuren – Was bleibt von mir nach meinem Tod?